Warum Sie schnellstens in Ökoeffizienz investieren sollten, 5 Argumente vom amerikanischen Markt

Eike Wenzel 3. Januar 2010

Muss das wirklich sein? Nur weil alle Welt von Nachhaltigkeit redet, muss man ja nicht gleich zum Vorzeige-Öko werden. Das ist richtig, aber eine Umorientierung in Richtung Ökoeffizienz verschafft Ihnen eigentlich nur Vorteile. Schauen wir auf den amerikanischen Markt, um diese Behauptung zu untermauern. 5 Argumente gegen 5 Vorbehalte, die naheliegend sind, aber auf den Märkten der Zukunft trotzdem nicht zutreffen:

1. Wir möchten nicht als Greenwashing-Unternehmen wahrgenommen werden – Vorbehalt unberechtigt!
Wir alle wissen: Negative Berichterstattung funktioniert grundsätzlich besser und macht mehr Auflage als von langweiligen Gutmenschen zu berichten – auch deswegen reden wir von Greenwashing. Wer sich tatsächlich entschließt, ein Ökoeffizienzprogramm zu installieren, sollten allerdings nicht nur die Siege, sondern auch die Niederlagen in diesem Prozess kommunizieren. Offenbar untrennbar vom Bekenntnis zu Ökoeffizienz ist auch eine Neubewertung dessen, was Verbraucherinformation bedeutet. Oder umgekehrt: Kunden, die sich mit grünen Marken identifizieren, setzen eine transparente Informationspolitik voraus.

2. Man kann damit kein Geld verdienen – nachweislich falsch!
Neoökologische Unternehmen wie Seventh Generation (www.seventhgeneration.com, Haushaltsreiniger), Chlorox’s Greenworks (www.chloroxgreenworks.com, Haushaltsreiniger, Umsatz 2009: 5,5 Milliarden USDollar) oder Motorola’s Renew mobile phones (http://is.gd/5wfpQ), hergestellt aus recycleten Flaschen, stehen dafür, dass grüne Produkte weltbekannter Unternehmen höchste erfolgreich sein können. Procter & Gamble geht noch weiter und verspricht bis 2012, mithilfe von grünen Innovationen 50 Milliarden US-Dollar zu verdienen. Verizon meldet, dass es durch den Verkauf von recycelten Produkten bis jetzt bereits 27 Millionen US-Dollar verdient hat. Johnson & Johnson hat seit 2005 insgesamt 80 Nachhaltigkeitsprojekte verwirklicht und dabei 187 Millionen US-Dollar eingespart, was einem Return on Invest von rund 19 % entspricht.

3. Ist doch nur ein Thema für B2C-Firmen – stimmt nicht!
Auch ein Megaunternehmen wie Walmart stellt im engeren Sinne keine Produkte her. 88 % des CO2-Ausstoßes geht zu Lasten der Abertausend von Zulieferern. Aus diesem Grunde hat Walmart gerade neue Nachhaltigkeitsrichtlinie erarbeitet, die die Ökoeffizienz einer der größten supplychains der Welt umorganisieren soll. Ein amerikanischer Hersteller von Telekommunikationsgeräten berichtet, dass bereits im Jahr 2007 50 von 400 B2B-Partner nach der Ökoeffizienz der Proidukte fragten, ein Jahr später waren es 125 und 2009 mehr als 200.

4. Mit NGOs kann man nicht zusammenarbeiten – nicht zutreffend!
Öffentlichkeitswirksame und politische einflussreiche Nichtregierungsorganisationen wie der WWF oder Conservation International stellen sich schon seit Jahren als Partner für Unternehmen, die sich ökoeffizienter aufstellen wollen, zur Verfügung. Coca-Cola arbeitet eng mit dem WWF zusammen, um sein Ressourcenproblem auf dem Feld der Frischwassergewinnung zu lösen und unterstützt das WWF umgekehrt bei der globalen Konservierung von Frischwasser. Hieran wird deutlich: Eine enge Zusammenarbeit mit den NGO’s wirkt konfliktmindernd und stellt für die NGO’s selbst mittlerweile eine win-win-Situation in Aussicht, da die Nichtregierungsorganisationen auch stärker aufgefordert sind, nicht nur in marktfernen Nischen aktiv zu sein,

5. Ökoeffizienz ist ein Luxusthema für große Firmen – schlecht informiert!
Kleine Unternehmen werden in der Regel immer mit folgenden Anforderungen konfrontiert: Sie müssen sich schmal aufstellen und auf ihre Ressourcen achten, – richtig betrachtet – bereits eine Definition von Ökoeffizienz ist. Der kalifornische Teehersteller Numi Organic Tea (www.numitea.com) macht pro Jahr einen Umsatz von 15 Millionen US-Dollar, hat seine Mitarbeiter und die eigene Firmenphilosophie schon früh auf das Thema Ökoeffizienz eingestellt. Mittlerweile hat das Unternehmen mehrere Preise gewonnen, weil es mit 100 % recyclebaren Verpackungsmaterialien arbeitet. Numi ist aufgrund seiner Vorbildlichkeit immer im Gespräch, wenn es um innovative Aushängeschilder geht.

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