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Während einst Intensivkultur und Massentourismus der südspanischen Provinz Almeria zu Wohlstand verhalfen, bedrohen genau diese beiden Wirtschaftsfaktoren jetzt die Ökonomie in der Region. Die 350 Quadratkilometer große Gewächshäuser-Landschaft hat die Böden ausgedörrt, die Bettenburgen die Küste zerstört. Doch die Notbremse ist gezogen - nicht zuletzt weil Investoren erkennen, dass in Almeria Neo-Ökologie auch Neo-Ökonomie ist:
Das Image der Früchte aus Almeria sinkt aufgrund turnusmäßiger Berichte über Pestizid-Cocktails kontinuierlich und fördert dadurch unbeabsichtigt hierzulande die Nachfrage nach Obst und Gemüse aus Öko-Anbau. Für die Provinz stellt die Umstellung von konventionell auf ökologisch ein gigantisches Potenzial dar. Die ersten Unternehmen, die in Almeria in Öko-Qualität produzieren, sind bereits mit dem Bio-Siegel zertifiziert, wie die Firma Frunet (www.frunet.net). Die andalu-sische Kontroll- und Zertifizierungsstelle CAAE (Comit� Andaluz de Agricultura Ecologica, www.caae.es) konnte von 2005 auf 2006 bei der Öko-Anbaufläche in der Region einen Anstieg um 26 % verzeichnen.
Für die Zukunft der Bio-Landwirtschaft in dem von Dürre geprägten Land sind Bewässerungsanlagen unerlässlich. Der neueste Clou ist eine mechanische Meerwasser- Entsalzungsanlage, die energiesparender und kostengünstiger als chemische Äquivalente funktioniert. Gemeinsam mit einer israelischen Firma plant der Erfolgsautor Alberto Vazquez Figueroa eine Anlage, die Meerwasser auf einen Berg pumpt, von dem es in Fallrohren mit speziellen Membranen herunterschießt und dabei seinen Salzgehalt verliert.
Neben Meerwasser gibt es Sonne im Überfluss: Mit über 3.000 Sonnenstunden jährlich gehört Almeria zu einer der sonnenreichsten Regionen Europas. Ideale Voraussetzungen für Solarkraftwerke. Getestet werden die Technologien bereits seit 25 Jahren auf der "Plataforma Solar de Almeria". Und während in den benachbarten Provinzen Alicante und Granada die beiden deutschen Firmen City Solar (www.city-solarag.com) und Geosol (www.geosol.de) bereits erste Solarkraftwerke installiert haben, baut MAN Ferrostaal (www.manferrostaal.com) derzeit in Almeria eine erste Anlage, die zu Demonstrationszwecken im Mai 2007 in Betrieb gehen soll.
Und die an Nachhaltigkeit orientierten Technologien können insbesondere auch für den Tourismus von Interesse sein, denn Hotel- und Golfanlagen brauchen viel Strom und Wasser. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein der Touristen für ressourcenschonendes Reisen, und nicht nur der neue Öko-Reiseveranstalter Demeter bietet Urlaub in Andalusien an.Mit dem Biosphärenreservat, dem Parque Natural de Cabo de Gata-N�jar, sind bereits die ersten Weichen Richtung Öko-Tourismus gestellt, und auch die ersten Bio-Hotels und -Pensionen erkennen den Trend zum nachhaltigen, aber anspruchsvollen Tourismus (www.cortijoleontino. com, www.elsaltador.com, www.casaruralaloevera.com).
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