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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Zukunftsberufe

Wer heutzutage vor der Wahl eines Ausbildungsweges steht, muss sich Gedanken machen, welche Jobs in Zukunft noch erforderlich sind. Am sinnvollsten ist es, in die Richtung so genannter "Zukunftsberufe" zu tendieren. In Zeiten von Arbeitslosigkeit wünscht sich jeder einen guten, sicheren Job, der möglichst auch noch gut bezahlt wird. Wir zeigen Ihnen, in welchen Bereichen sich Arbeiten in Zukunft lohnt.

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Zukunftsberufe New Work: 4 Trends, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen wird

Zukunftsberufe 1: Arbeitsmärkte werden stärker globalisiert UND regionalisiert

Bis 2010/2015 wird die Zahl der Erwerbspersonen nur leicht abnehmen, prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das ließe sich durch Zuwanderung von Ausländern theoretisch leicht ausgleichen. Danach jedoch wird die Alterung unserer Gesellschaft auf den Arbeitsmärkten deutlich spürbar. Das Erwerbspersonenpotenzial nimmt so stark ab, dass selbst hohe jährliche Zuwanderungen und eine steigende Erwerbsbeteiligung der Frauen den demografischen Effekt nicht mehr kompensieren können.
Die Folge: Es entstehen "gespaltene" Arbeitsmärkte. Während rein rechnerisch in Zukunft die Arbeitslosigkeit abnimmt,wird die Nachfrage in einigen Branchen und für bestimmte Berufe weiterhin geringer sein als das Angebot. Das gilt auch regional: Während sich die Lage im Westen Deutschlands langsam bessert, sinken im Osten Angebot und Nachfrage gleichzeitig ab. Das bedeutet aber auch: Einzelne Arbeits-Teilmärkte in bestimmten Regionen oder für bestimmte Berufe und Qualifikationen werden künftig leer gefegt sein, während in anderen Bereichen noch immer Arbeitslosigkeit herrscht. Das wird den Run auf Fachkräfte und "richtig gute" Arbeitnehmer mit Führungspotenzial weiter verstärken - und Folgen für das Mitarbeitermarketing der Unternehmen haben.

Zukunftsberufe 2: Das so genannte "Prekariat" wird Normalität

Selbstständigkeit, freiberufliche Projektarbeit, temporäre Erwerbslosigkeit - oder gleich mehrere Jobs gleichzeitig: Die lebenslange Vollzeitstelle existiert für eine wachsende Zahl von Menschen definitiv nicht mehr. Die viel beschworene Kultur der Ich-AGs und Selbst-Entrepreneure ist noch kein quantitativ durchschlagendes Phänomen. Der Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen lag 2004 in Deutschland bei nur 12 % (zum Vergleich: Der OECD Durchschnitt belief sich auf 17 %, in Korea zählte man 34 % Selbstständige; s. Global Trends 2006 auf Grundlage der OECD Factbooks 2005/2006). Doch ein Trend zur Selbstständigkeit ist deutlich sichtbar. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung steigt die Zahl der Selbstständigen seit dem Jahr 2000 stetig an.
Die Folge: Die lange gültige Gleichung "Arbeit = Sicherheit" wird unbrauchbar. Auf mittlere Sicht entstehen neue Beschäftigungsformen ebenso wie eine neue Kultur der Selbstständigkeit. Das zeigt auch die Diskussion um das so genannte "Prekariat". Damit sind diejenigen gemeint, die mit temporären Jobs, Teilzeitstellen oder Selbstständigkeit ihr Geld verdienen und dabei kaum über die Runden kommen. Doch prekäre Arbeit ist nur vor dem Hintergrund einer Vorstellung von lebensfinanzierender Vollzeitbeschäftigung "prekär". Ohne die Idee von Vollzeitstellen im Kopf ist sie schlicht - normal.

Zukunftsberufe 3: Arbeit wird immer stärker ortsunabhängig erledigt

Das Global Institute von McKinsey wollte es genauer wissen - und hat ausgerechnet, was Globalisierung in Zukunft etwa für den Dienstleistungssektor bedeuten wird. Die Unternehmensberater nahmen 8 verschiedene Wirtschaftsbereiche (Auto, Gesundheit, Versicherungen, IT-Services, Handel, privates Bankgeschäft, Standardsoftware und Pharma) unter die Lupe und kamen zum Schluss, dass in diesen Bereichen im Jahr 2003 theoretisch rund 18,3 Millionen Jobs von Menschen hätten erledigt werden können, die sich irgendwo auf der Welt befanden. Hochgerechnet auf das Jahr 2008 kalkulieren sie, dass weltweit rund 1,46 Milliarden Jobs oder 11 % aller Dienstleistungs-Jobs ortsunabhängig abgearbeitet werden könnten. Das ist natürlich nur ein Durchschnittswert quer über alle Branchen. Je mehr Kundenkontakt eine Branche erfordert, desto geringer wird dieser Wert ausfallen.
Die Folge: Die Globalisierung macht vor den Arbeitsmärkten nicht halt, wird deren nationale Grenzen aber auch nicht von heute auf morgen aufweichen. Daraus ergeben sich vielfältige Aufgaben für die Politik, von der Lohnpolitik bis zur Ausgestaltung sozialer Sicherungssysteme. Aber es taucht auch eine wesentliche Frage auf: Welche Arbeit wird in Zukunft bevorzugt "exportiert" werden - und welche Art von Arbeit wird im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung künftig innerhalb Deutschlands erledigt werden? Welche Qualifikationen brauchen wir dafür - und wie können wir sie bereitstellen? Denn auch hochwertige Bildung wird zu einem globalen Thema werden. Gut qualifizierte Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource für die Zukunft, und der Wettbewerb um sie wird ganz neue Formen annehmen

Zukunftsberufe 4: Das Schlüssel-Asset des Zukunftsarbeiters heißt Kreativität

Die offizielle Arbeitsmarktstatistik zeigt es seit Jahren. Wir verabschieden uns vom Industriezeitalter. Von den 38,78 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland im Jahr 2005 arbeiteten nur noch rund 7,9 Mio. im produzierenden Gewerbe, 9,7 Mio. in Handel, Gastgewerbe und Verkehr sowie 20,3 Mio. in den "übrigen Wirtschaftsbereichen", also vor allem Dienstleistungen. Ein Großteil in diesem Bereich rekrutiert sich dann aus den kreativen Selbstständigen und den Self-Entrepreneurs.
Die Folge: Vor unseren Augen und doch noch vielerorts unbemerkt entsteht bereits seit Jahren eine neue Arbeitswelt mit ganz eigenen Spielregeln: Das kreative Zeitalter hat begonnen. Was heißt aber "Creative Work"? Hier geht es nicht nur darum, dass wir andere Produkte oder Dienstleistungen herstellen werden, sondern auch darum, dass wir anders arbeiten werden, auch in "traditionellen" Branchen. Starre Job-Definitionen und Stellenbeschreibungen werden sich auflösen. Besitzanzeigende Titel werden von Visitenkarten verschwinden. Projektarbeit wird Vollzeitstellen ersetzen. Geordnete Hierarchien werden sich in scheinbar chaotische Strukturen verwandeln - Halt gebende bürokratische Regularien verschwinden zugunsten schwer zu überschauender Vielfältigkeit. Wer versucht, die Spielregeln der neuen Creative Economy zu erfassen, ist gleich mit deren wichtigster konfrontiert: Es gibt keine erlern- und abarbeitbaren Regeln mehr. Creative Work bedeutet zwar nicht, alle bewährten Logiken und Prozesse aufzugeben, stellt aber deutlich neue und andere Anforderungen an uns.

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Klaus Pichler, Hotel Weihrer Hof, Ritten
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