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Wichtig im Kampf um die High Potentials der Branchen ist künftig nicht mehr nur die Höhe des Gehalts und der Sonderzahlungen. Auf weiche Faktoren wie flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, innovative Weiterbildungsangebote und die Chance zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance legen sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen inzwischen großen Wert.
Wie eine von Forrester Research Ende 2006 durchgeführte Studie zeigt, sind in Europa bereits heute 11% der arbeitenden Bevölkerung den Millennials zuzurechnen. Neben einer hohen Technik- und Medienaffinität zeichnet sich diese zwischen 1980 und 2000 geborene neue Arbeitskräfte-Generation durch einen völlig veränderten Arbeitsstil aus: Millennials erwarten eine flexible Arbeitsumgebung und sind an einer Unternehmenskultur interessiert, in der Teamwork selbstverständlich ist. Auch ist ihnen eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtiger als ein steiler Aufstieg auf der Karriereleiter. Hier 3 Unternehmensbeispiele, die vom Wall Street Journal zu den "Top Small Workplaces 2007" gekürt wurden - und die sich dem Wandel der Arbeits-Kultur erfolgreich gestellt haben:
In vielen PR-Agenturen ist es die Regel, dass sich nur die erfahrenen Senior-Berater um die großen Kunden kümmern. Bei Corporate Ink Public Relations wird ausdrücklich darauf Wert gelegt, dass dies auch die jungen Mitarbeiter, unabhängig von Titel und Erfahrung, früh und eigenständig machen. Um bei den Mitarbeitern eine Art Unternehmer-Gefühl zu wecken und ihr Verantwortungsbewusstsein zu stärken, nimmt außerdem jeder aktiv an den Strategie-Meetings teil. Auch große Projekte und bekannte Kunden werden nicht selten von einem Jung-Berater betreut. Der Umsatz lag 2006 bei 1,5 Mio. USDollar (www.corporateink.com).
Die Consultants der Unternehmensberatung Point B Solutions Group müssen keine Klienten betreuen, die außerhalb der Stadt angesiedelt sind, in der sie wohnen. In einer Branche, in der ein 16-Stunden- Arbeitstag und ständiges Reisen zum Business-Alltag gehören, ist Point B damit eine Ausnahmeerscheinung. Wenn die Consultants einmal nicht bei Kunden unterwegs sind, dürfen sie flexibel vom Homeoffice aus arbeiten. 6- bis 10-mal im Jahr finden die Team-Sitzungen in einem Restaurant statt. Die Zahl der Mitarbeiter ist seit 2004 um das Doppelte gestiegen, der Umsatz lag 2006 bei 60 Mio. US-Dollar (www. pointb.com).
Auch der Reiseveranstalter Alaska Wildland Adventures bietet seinen Mitarbeitern ein besonderes Arbeitsumfeld. Sie dürfen ihre Karriereleiter selbst planen und auswählen, in welchem Unternehmensbereich sie eingesetzt werden möchten. Durch diese Job-Rotation hat jeder die Möglichkeit, Einblicke in bisher unbekannte Tätigkeiten und Arbeitsfelder zu bekommen und sich auf selbstständige Weise weiterzuqualifizieren. Umsatz 2006: 4,2 Mio. US-Dollar (www.alaskawildland.com).
Leben und arbeiten bei Google. Auch das US-Unternehmen Google steht für die neue Arbeitskultur. Der kalifornische Hauptsitz "Googleplex" besteht aus mehreren kleinen Gebäuden, die mit viel natürlichem Licht beleuchtet und großzügigen Grünflächen ausgestattet sind. Um den Google-Mitarbeitern das Leben auf der Arbeit so angenehm wie möglich zu machen, gibt es eine Reihe von Angeboten, mit denen gerade die Zeit raubenden Alltagsaufgaben ohne Probleme während der Arbeitszeit erledigt werden können: Im Wäscheraum kann Wäsche gewaschen und getrocknet werden, firmeneigene Ärzte und Masseure kümmern sich um körperliche Beschwerden. Für sportliche Entspannung sorgen das Schwimmbad, ein Volleyballfeld, Fitnessstudios und Billardtische. Im "Google-Wunderland" können die erwachsenen Mitarbeiter zur Abwechslung spielen oder Musik hören. Die Mahlzeiten in den Caf�s, die auch als Arbeitsort genutzt werden, sind kostenlos (www.google.com).
Prognose des Zukunftsletter: Für die Millennials wird die Grenze zwischen Arbeitswelt und Privatleben zunehmend durchlässiger. Andererseits wird die Organisation des Arbeitslebens immer komplizierter. Zukunftsfähige Unternehmen erkennen, dass Service und Empowerment den Wettbewerb um die Besten in den nächsten Jahren prägen werden.
Die Klimadiskussion hat die Suche nach sauberer Energie angeheizt. Auf dem Prüfstand stehen jetzt auch solche Visionen, die bislang als zu fantastisch galten.
Weltweit haben Regierungen seit Jahrzehnten viele Milliarden ausgegeben, um in riesenhaften Probereaktoren Atomkerne zu verschmelzen. Dieser Fusionsprozess ist es, der die Sonne so heiß macht. Die kontrollierte "heiße Fusion" nach dem Vorbild der Sonne gilt als die optimale Energiequelle schlechthin: Anders als Öl ginge sie niemals zur Neige, und anders als bei der Kernspaltung in Atomkraftwerken wäre sie sicherer und umweltfreundlicher, weil bei ihr kaum Radioaktivität entsteht. Doch keiner der Probe- Fusionsreaktoren produziert bislang mehr Energie, als er verschlingt. Als Alternative präsentiert sich jetzt die "Kalte Kernfusion", bei der eben nicht Temperaturen wie im Sonneninneren nötig sind. Vor 18 Jahren hatten die Wissenschaftler Stanley Pons und Martin Fleischmann angekündigt, eine "fortlaufende nukleare Fusionsreaktion" erzeugt zu haben - und zwar nicht in einem hausgroßen Reaktor, sondern im Labor. Während viele Forscher die Experimente für nicht reproduzierbar hielten, meldeten andere Erfolge, allerdings in unterschiedlichem Maße: Mal stellten sie 80 % Energieüberschuss fest, mal gleich 2.500 %. Die Wissenschaft ist sich mittlerweile einig darüber, dass da "etwas ist".Und so hat sich jetzt ein noch junger Forschungszweig mit dem neuen Namen "Low Energy Nuclear Reactions" (niedrigenergetische Kernreaktionen, LENR) entwickelt.
Der Forschungszweig beschäftigt sich auch mit der so genannten "Bläschen-Fusion".Mit diesem Verfahren will Rusi Taleyarkhan von der Purdue-Universität in Indiana die energetischen Kräfte der Sonne entfacht haben - ganz simpel auf dem Labortisch in einer Art Kaffeemaschine. Das Behältnis war gefüllt mit einer Variante von Aceton, dem Hauptbestandteil aller Nagellackentferner. Diese Brühe wurde einem Ultraschallfeld ausgesetzt. Dabei entstanden Bläschen, die beim Zusammenfallen einige Millionen Grad Celsius produziert haben sollen. Dieser "Sonolumineszenz-Effekt" habe eine Kernfusion zuwege gebracht.
Mit dem neuen Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) am CERN in Genf wollen Physiker schwarze Löcher im Miniaturformat erzeugen, die als Energiequelle dienen. "Sie werfen einen Wasserstoffkern ins schwarze Loch hinein, und heraus kommen 10 bis 20 hochenergetische Lichtquanten", erklärt Horst Stöcker vom Institut für Theoretische Physik der Universität Frankfurt/Main.Aus welcher Art von Materie das "Futter" gewonnen wird, ist egal. Laut Theorie würde das schwarze Loch 90 % der Teilchenmasse in Energie umwandeln.Um den Weltenergieverbrauch zu decken, würde pro Jahr rein rechnerisch ein Lastwagen voller Sand oder Wasser als Rohstoff reichen.
Japan will einen Satellitengiganten zur Gewinnung von Solarenergie entwickeln. Bis 2040 soll, wie das japanische Wirtschaftsministerium (METI) angekündigt hat, eine gigantische Solarenergieanlage in den Orbit gebracht werden. Die beiden jeweils 3 Kilometer langen und 1 Kilometer breiten Sonnensegel werden durch eine Antenne zur Energieübertragung verbunden und sollen insgesamt 1 Mio. Kilowatt pro Sekunde liefern, also so viel wie ein Kernkraftwerk. In Form von Mikrowellen mit einer niedrigeren Frequenz als der von Mobiltelefonen soll aus diesem Himmelskraftwerk die Energie zur Erde gesendet werden. Dort würden die Wellen durch riesige Schirme, die einige Kilometer Durchmesser haben, aufgefangen, um schließlich in normalen Kabeln an die Verbraucher geliefert zu werden. Die Kosten für dieses futuristische Projekt: 17 Mrd. Dollar.
Prognose des Zukunftsletter: Der Energiehunger der Welt verlangt nach unkonventionellen Lösungen.Was bislang als utopisch abgelehnt wurde, wird nun mit Fördermitteln unterstützt. Die neue Offenheit bietet ungeahnte Chancen für "Querdenker".
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