Prognose der Wirtschaft in Deutschland: Unternehmer werden es in den nächsten beiden Legislaturperioden mit einem erstarkenden Staatskapitalismus zu tun bekommen. Symptome: neue Steuern und Regulierungen, Nicht-Abbau von Subventionen, die in die Märkte eingreifen und den Wettbewerb verzerren. Es gibt vier treibenden Kräfte für die weitere Ausdehnung des Staates auf die deutsche Wirtschaft: Der sogenannte „Krieg gegen Terror“ wird als Universalbegründung für den Zugriff des Staates verwendet.
Vorbild USA: Hier wurde die größte neue Bürokratie der letzten 60 Jahre geschaffen – das Heimatschutzministerium. Die Verbündeten der USA wollen hier nicht nachstehen – alle Regierungen werden weiter in Sicherheit, Überwachung, die dazu notwendige IT sowie in Verbrechensbekämpfung investieren und das mit neuer Bürokratie hinterlegen.
Mit dem Argument „Der Staat liefert bessere Lösungen als die Privatwirtschaft“ wurde in der Krise mit großer Kelle in die Wirtschaft Deutschlands interveniert. Regierungen wurden so zu Unternehmern in der Auto- und Bankwirtschaft. Auch in Zukunft wird dieses Argument genutzt, um den Einfluss weiter auszudehnen. Auch beim Thema Klimaschutz nimmt sich der Staat in die Pflicht. Das grüne Argument liefert die Universalbegründung für neue Steuern und Regulierungen, Bund und EU arbeiten hier in dieselbe Richtung. Auf das Glühbirnenverbot werden weitere Interventionen folgen. Überdies wird die alternde Bevölkerung Deutschlands die Wirtschafts-Ausgaben für Renten und Gesundheit hochtreiben.
Prognose: Big Government wird noch mindestens zwei Legislaturperioden andauern. Erst danach wird diese Entwicklung abflauen. Mit diesen neuen Belastungen für die Wirtschaft Deutschlands sollten deutsche Unternehmer bis zum Jahr 2020 rechnen:
Wirtschafts-Trend Apps: Im vergangenen Jahr wurden weltweit Apps im Wert von 343 Mio. US-Dollar verkauft. Nicht schlecht, aber verglichen mit den Verkäufen von simplen Klingeltönen eine Kleinigkeit: Die nervenden Klingeltöne standen 2009 für einen weltweiten Umsatz von 5 Mrd. Euro (übrigens der 2,5fache Umsatz, den Apple mit iTunes macht).
Viel interessanter für Deutschland: Der weltweite Wirtschafts-Umsatz 2009 mit mobilen Inhalten wie Games, Musik und Nachrichten betrug sage und schreibe 85 Mrd. US-Dollar. Auf diesem Gebiet spielt also die Musik für die Massenmärkte der Wirtschaft - und nicht nur der Deutschlands. Und sie finden nicht nur auf dem Lifestyle-Markt der stylischen iPhones und anderen Smartphones statt. Wer hier gerade das Geschäft macht, das sind Inhalte-Giganten wie Disney, TimeWarner und Turner.
Online-Läden für Handy-Programme dürften 2010 mit dem Verkauf von Applikationen 6,2 Mrd. US-Dollar generieren, mit Werbung könnten 0,6 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet werden. Das prognostizieren die Marktforscher von Gartner. 2013 könnten App Stores wie von Apple mit rund 21,6 Mrd. Downloads einen Umsatz von 29,5 Mrd. US-Dollar generieren. In dieser Prognose enthalten sind sowohl kostenpflichtige Applikationen als auch Programme, die sich durch Werbung finanzieren. 80 % der für die kommenden Jahre erwarteten Downloads sind übrigens kostenlos!
Mit dem gesamten mobilen Datenverkehr wurden 2009 284 Mrd. Euro umgesetzt. Wer also das große Geld auf den mobilen Wirtschaft in den nächsten Jahren verdienen möchte, der sollte sich in Deutschland über mobile Inhalte Gedanken machen und nicht nur über die 4 % der amerikanischen Bevölkerung, die sich mit einem iPhone schmücken. Wenn die witzigen Apps DAS Zukunftsasset wären, dann wäre ein Mobilephone-Hersteller wie Palm schon längst Weltmarktführer.
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