Die starke China-Euphorie der letzten Jahre wird weiter abkühlen. Dennoch bleiben auch nach Abzug des überbordenden Optimismus noch genügend Gründe für ein Engagement in der aktuellen Wirtschaft Chinas, allerdings sollten Sie die Perspektive etwas differenzierter sehen als bislang. Die Story „Wir gehen mit unserer Beschaffung/Produktion in die Wirtschaft des Landes mit den niedrigsten Kosten der Welt“ läuft so nicht mehr.
Grundsätzlich zeigt der aktuelle Wirtschafts-Basistrend aufwärts. Blicken wir auf einige Zahlen. Aktuell wird die Wirtschaftsleistung um 470 Mrd. US-Dollar zulegen, nächstes Jahr um 516 Mrd. US-Dollar (Vergleich Deutschland: plus 50,2 Mrd. US-Dollar im Jahr 2010). In den kommenden sechs bis zehn Jahren wird China einen wirtschaftlichen Zuwachs produzieren, der der gesamten heutigen Wirtschaftsleistung Deutschlands entspricht! Annahme dabei allerdings: keine Krisen, die länger als ein Jahr dauern.
Freilich stellt China künftig die Bedingungen. Grundfrage der Chinesen immer: „Wie viel Technologie gebt Ihr uns, wenn wir Euch etwas von unserem Markt abgeben?“
Allerdings mit Risiken, die Sie schon in der aktuellen Wirtschaftslage kennen sollten Das „Aber“ sei allerdings nicht verschwiegen: Auch in China hat die Regierung kräftig in die Tasche ihrer Bürger von morgen gegriffen – und die aktuelle Wirtschaft mit dem Geld stimuliert, das noch gar nicht verdient wurde. Schuldfinanzierte Konjunturprogramme sind auch für Peking Standard.
Das hat dabei geholfen, das Crash-Jahr 2009 ohne Einkommensverlust zu durchlaufen. Aber wenn diese Programme abgeschaltet werden, weil sie so auf Dauer nicht durchzuhalten sind, kann es zu temporären und sektoralen Einbrüchen kommen.
Prognose: Rechnen Sie in Ihren aktuellen Planungen nicht damit, dass es in der chinesischen Wirtschaft unterbrechungsfrei weiter bergauf gehen wird.
Die Wirtschafts-Aussichten für 2010 sind aktuell nicht so düster, wie manch einer denkt - noch gibt es Spielraum für Wachstum. Denn in den letzten Monaten haben sich weder Wachstums- noch Inflationsumfeld sonderlich geändert. Diese aktuelle Wirtschaftslage deutet der Fondsmanager Trevor Greetham als recht positiv mit Wachstumspotential. Trotz des Rückschlages wegen niedrigeren Umfragewerten aus Japan werden die Leitindikatoren der Wirtschaft vermutlich bald ihre Höchstwerte erreichen.
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