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Die Biometrik erlebt einen ungeahnten Schub. Insbesondere die Gesichtserkennung entwickelt sich rasant zu einem lukrativen Markt. Nicht nur bei Überwachungssystemen, sondern auch im Marketing hat die Zukunft der "Recognition-Technologie" gerade erst begonnen. Das Spannende: Der Umsatz wächst nicht nur in den klassischen Feldern der Gesichtserkennung:
Auch im Internet-Marketing wird die Recognition-Technologie in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. So setzt z. B. Google auf biometrische Gesichtserkennung und hat jüngst die darauf spezialisierte Firma Neven Vision gekauft. Der Suchmaschinenbetreiber will die Techniken beispielsweise nutzen, um die Fotoverwaltung Picasa mit automatischer Bilderkennung und -klassifizierung zu ergänzen. Für Google eröffnet sich damit eine neue Methode, Suchanfragen auch via digitale Bilder mit einer entsprechenden Datenbank abzugleichen. Als Suchanfrage eingesandte Fotos von Personen will Google mit Detailinformationen wie dem Namen beantworten. Zu charakteristischen Gebäuden könnte der Suchende neben der Bezeichnung von Firmen auch Informationen zur Umgebung erhalten, die sich mit Google Maps oder Google Earth verbinden ließen.
Face-Recognition-Systeme werden vor allem in den USA immer häufiger dafür genutzt, die Produktivität der Gefängnisarbeit zu steigern, sodass immer mehr Sträflinge von immer weniger Wärtern bewacht werden. Ein interaktives Video erlaubt es außerdem, den Gefangenen ohne Hin- und Rücktransport einem Richter vorzuführen. Auch können fiberoptische Geräte die Bewegungen und Aktivitäten sowohl von Gefangenen als auch von Wärtern innerhalb einer Einrichtung verfolgen und jederzeit automatische "Insassenzählungen" durchführen.
Auch die Bilderqualität verbessert sich rapide: Seit Neuestem können aus den Bildern von Überwachungskameras dreidimensionale Hologramme erzeugt werden. Die US-Firma Intrepid Defense & Security Systems hat mit LifeVision3D eine Technik geschaffen, mit der Überwacher ohne Brille oder andere Instrumente Einzelheiten wie Schatten, Tiefen oder Winkel sehen können, die bei herkömmlichen Bildern nicht sichtbar sind. So lassen sich verdächtige Aktivitäten und Gegenstände leichter entdecken.
Bionik fungiert immer öfter als mobiles Kontrollsystem bei Top-Events in VIP-Bereichen und auf Messen. Auch die Überwachungssysteme für die Bewegung von Fahrzeugen werden weltweit ausgebaut. Ein entsprechendes System wird gerade landesweit in Großbritannien mit Tausenden von Kameras zur Nummernerkennung eingerichtet. Das auch von der Regierung unterstützte Überwachungsprogramm der Association of Chief Police Officers (Acpo) läuft unter dem Motto: den Kriminellen die Nutzung der Straßen verwehren.
Die internationalen Biometrie-Umsätze wachsen jährlich um 60 % (Elsevier Industry Report). In Deutschland sollen die Umsätze bis zum Jahr 2009 auf 377 Millionen Euro steigen (Bitkom). Ganz vorne dabei ist die Gesichtserkennung. "Biometrie zählt zu den aussichtsreichsten Wachstumsmärkten" (Deutsche Bank Research/Frankfurt). Im Zuge des stürmischen Wachstums wird es zu einer Reihe von Übernahmen kommen, prognostiziert Frost & Sullivan.Auf dem globalen Markt gibt es einstweilen nur eine Eintrittsbarriere: Wichtigste Auftraggeber für biometrische Sicherheitssysteme sind in der Regel staatliche Institutionen.Und die bevorzugen bei der Auftragsvergabe meist einheimische Unternehmen.
Für Mobile Marketing gibt es bereits das Produkt iScout. Damit lassen sich Bilder zur Kommunikation mit dem Konsumenten verwenden. So kann ein Kunde etwa mit seinem Fotohandy ein Produktbild von einer Anzeige abfotografieren und einsenden, um nähere Informationen zu erhalten. Neue Marketing-Dimensionen eröffnet auch die Technik der schwedischen Firma Polar Rose AB. Sie scannt öffentlich verfügbare Fotos ein, sortiert sie nach rund 90 verschiedenen Merkmalen und erstellt so eine Datenbank. Die Suchmaschine ermittelt die Identität der gezeigten Person und liefert eine Trefferliste mit Webseiten, auf denen diese Person ebenfalls zu sehen ist.
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