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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Entscheider Tipps

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3 Entscheider Tipps für die Märkte von morgen

Wir zeigen Ihnen anhand anschaulicher Entscheider Tipps, was Future Firms schon heute anders machen!

1. Entscheider Tipp: Ältere Menschen sind glaubwürdiger

Machen Sie Ihren Kundenservice 50plus-fit

Auf den demografischen Wandel muss sich künftig auch der Service einstellen. Die Postbank lässt ausgewählte Kunden, die älter als 60 Jahre sind, Produkte und Dienstleistungen auf ihre Tauglichkeit für ältere Menschen testen. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass es nicht an seiner selbst erklärten wichtigsten Zielgruppe vorbeiinnoviert (www.postbank.de). Die Novomind AG hat aus dem Service für die Best-Ager eine eigene Geschäftsidee entwickelt und bietet spezielle Online-Lösungen für eine digitale, persönliche Kundenkommunikation an. Das Unternehmen programmiert virtuelle Kundenberater und andere Systeme zur interaktiven Echtzeit-Kommunikation im Internet, um dem Wunsch nach einer persönlichen, unmittelbaren Beratung der Best-Ager gerade auch beim Online-Shopping nachzukommen (www.novomind.de). Der Wohnungsausstatter Segmüller will durch eine angepasste Altersstruktur der Verkäufer mehr Kundennähe erzielen. Die Hälfte der Mitarbeiter ist älter als 45 Jahre, um gegenüber den Best-Agern überzeugender aufzutreten (www.segmueller.de).

Unsere Einschätzung: Stellen Sie sich darauf ein, dass Best-Ager einen besonders großen Wert auf persönlichen und authentischen Service legen.

2. Entscheider Tipp: Gewinnen durch Hyper-Spezialisierung

Die Mikro-Nische als Erfolgskonzept

Sein Interesse für Metalltechnologie hat Salieu Alieu Ngerr von Gambia (West-Afrika) bis nach Alfeld bei Hildesheim geführt. Vor 2 Jahren gründete der gelernte Feinwerkmechanik- Meister und CNC-Spezialist in Alfeld das Startup- Unternehmen NG-CNC Tech, das besonders schwierig herzustellende Spezialteile für die Feinmechanik produziert. Das Mikro-Nischengeschäft floriert. Inzwischen arbeiten 3 fest angestellte Mitarbeiter und 1 Azubi im Betrieb. Bei dem hyperspezialisierten Fräs- und Drehexperten meldete sich bereits ein internationaler Automobilproduzent, um 400.000 Spezialteile zu bestellen - zu viele, der Auftrag musste abgesagt werden (www.ngcnctech.de).

Unsere Einschätzung: Gehen Sie in die Mikro- Nische, denn hier können Sie beinahe konkurrenzlos mit Ihrem Fachwissen überzeugen.

3. Entscheider-Tipp: Instant-Manufacturing

Wie DIY-Portale den Vertrieb revolutionieren

Wir alle wissen: Kunden haben sich von passiven Konsumenten in mündige Prosumenten verwandelt: Sie wollen Einfluss auf Produkte nehmen, sie individualisieren und zu Co-Designern werden. Doch bei den meisten Gebrauchsgütern bleibt es dabei, dass Farben oder einzelne Komponenten bestimmt werden können. Das neuseeländische Unternehmen Ponoko geht jetzt einen Schritt weiter: Es legt den gesamten Entwurfsprozess in die Hände des Nutzers und produziert, was auch immer er wünscht (www.ponoko.com).

Die Do-it-yourself-Geschäftsidee funktioniert so:

  • Auf der Website erhält man zunächst die kostenlose Software und das Knowhow, um die eigene Kreation in einen elektronischen Bauplan umzusetzen.
  • Sobald dieser an den Server übertragen wurde, kann er in ein handfestes Produkt aus Kunststoff oder Holz umgesetzt werden. Dazu werden die Werkstücke per Laserschnitt und halb automatisiert, dem elektronischen Bauplan entsprechend, gefertigt. Weitere Produktionstechniken wie CNC-Fräsen und 3D- Druckverfahren sollen bald folgen. So lassen sich jederzeit on Demand 2-dimensionale Produkte von der Größe eines Schlüsselanhängers bis hin zu 3D-Objekten in den Ausmaßen von Tischen oder Stühlen fertigen. Neben Acryl, PET und Whiteboard-Material stehen auch Furnier- und Sperrholz sowie Hart- und Holzfaserplatten in verschiedenen Stärken und Größen zur Auswahl und freien Kombination bereit. Bislang werden die Endprodukte zwar nur innerhalb von Neuseeland verschickt, es sind jedoch weitere Dependancen geplant. Über die Verkaufsplattform von Ponoko können kreative Prosumenten die eigenen Baupläne, wie auch die daraus entstehenden Produkte, an ein breites Publikum vertreiben.

Unsere Einschätzung: Instant-Manufacturing nach dem Vorbild von Ponoko hat das Potenzial, Produktion und Vertrieb der Zukunft zu revolutionieren. Im Kreativzeitalter werden vernetzte, lokale und automatisierte Produktionsprozesse die Zeit raubenden und kostspieligen Transportwege des Industriezeitalters ersetzen. Durch Instant-Manufacturing werden in Zukunft auch die bizarrsten Kundenwünsche erfüllt und das Longtail-Prinzip der weltweiten Nischenmärkte wird von rein virtuellen Produkten auf die Produktion physischer Gebrauchsgüter übertragen werden.

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