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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Zukunftsmarkt China: Modehersteller müssen lokal denken

veröffentlicht am 21.05.2012
Der Absatzmarkt China boomt – das gilt auch für die Textilwirtschaft. Allein im 1. Halbjahr 2011 sind die Exporte der EU-Staaten von gestrickter und gewebter Bekleidung nach China (ohne Hongkong) um 56 % auf 233,5 Millionen Euro gestiegen. Westliche Mode ist in China beliebt, weiß Reinhard Döpfer, geschäftsführender Gesellschafter des Exportförderungsinstituts ITMM in Stuttgart. Er rechnet bis 2015 mit einem jährlichen Umsatzplus am POS von 15 %.
Obwohl die Absatzchancen für Bekleidung im Reich der Mitte gigantisch sind, ist die Präsenz von bekannten westlichen Marken immer noch unterdurchschnittlich, gemessen an der Größe des Landes. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Dressing Up China“ der Boston Consulting Group von Juli 2011. Dabei haben diese die besten Voraussetzungen: Während das Image der chinesischen Marken nicht sehr gut ist, sind westliche Marken bekannt und beliebt. 2 Beispiele, wie westliche Modelabels den chinesischen Markt für sich nutzen:

Amedeo Moretti von der italienischen Schuhmarke Alberto Moretti wirbt in Hongkong Einzelhandelskunden – mit Erfolg: Seine luxuriösen Mokassins mit Nieten und Glitter kommen an. Moretti nimmt nicht etwa einzelne Bestellungen auf, sondern sucht in Hongkong gezielt nach Akteuren, die ganze Filialen seiner Marke eröffnen wollen. „Chinesen tätigen am liebsten Geschäfte mit Chinesen“, berichtet er.

Aus diesem Grund sticht das italienische Familienunternehmen, das weltweit tätig ist und Kaufhäuser wie Barney‘s, Harrods und Beams (Japan) beliefert, in China jetzt mit einem lokalen Partner in See. Die erste Moretti-Filiale in Hongkong wird im Juli eröffnet.

Im Herbst 2011 hat Bugatti in Peking mit seinem chinesischen Partner den weltweit ersten Heimtextil-Store auf 200 m² eröffnet. Bei Erfolg soll das Konzept auf Europa ausgeweitet werden. Bis 2020 soll sich der Modemarkt in China verdreifachen. Getragen wird der Konsum vor allem von den jungen Leuten.

Trendlearning: Der Vertrieb im Reich der Mitte läuft in erster Linie über Master-Distributeure bzw. Master-Franchisenehmer oder regional über Area-Distributeure bzw. -Franchisenehmer. Insbesondere Shopping-Malls und Department- Stores müssen im Retailkonzept berücksichtigt sein. 88 % der Konsumausgaben entfallen derzeit allein auf Shopping-Malls. Unabdingbar ist zudem ein Marketing-Konzept mit einer Kommunikation auf Chinesisch.
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