Im produzierenden Gewerbe werden die schlanken Methoden von Toyota schon seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt.
Die indische Firma Wipro hat jetzt ein interessantes Experiment gestartet: Der IT-Konzern wendet die Prinzipien des Toyota-Produktionssystems auch auf Wissensarbeit an – mit Erfolg: Projekte, in denen nach schlanken Methoden gearbeitet wurde, kamen mit 5 % weniger Zeit aus und blieben 9 % unter dem Budget.
Der
Zukunftsletter fasst Ihnen heute die
5 wichtigsten Maßnahmen zusammen, die Wissensarbeit produktiver machen.
5 Maßnahmen, wie Sie Wissensarbeit in Ihrem Unternehmen produktiver machen
- Decken Sie Verschwendung auf. Auch in der Wissensarbeit wird viel Zeit verschwendet. Beispiele: Warten auf den Drucker, Termine für Sitzungen abstimmen, unnötige Mails lesen, weil Kollegen die CCFunktion übernutzen. Quellen von Verschwendung lassen sich mit einer Wertstrom-Analyse aufdecken. Vorgehen: Teilen Sie die Tätigkeit eines Teams in einzelne Arbeitsschritte auf und vermerken Sie auf jeder Stufe, welcher Wert dadurch entstanden ist. Fragen Sie sich außerdem: Warum wurde das getan? Eliminieren Sie unnötige Abläufe, indem Sie Standards schaffen oder Tätigkeiten besser organisieren.
- Machen Sie Wissen sichtbar. Lassen Sie sich nichts einreden: Vieles, was Wissensarbeiter tun, lässt sich in einer Art Gebrauchsanweisung erfassen. Bitten Sie Mitarbeiter, ihre Tätigkeiten zu beschreiben. Fragen Sie: „Was tun Sie immer wieder?“ Schauen Sie sich bereits abgearbeitete Aufgaben an, um Muster zu erkennen. Wiederkehrende Tätigkeiten sollten Sie standardisieren und dazu eine Anleitung erstellen.
- Legen Sie fest, wer mit wem redet. Hier hilft oft schon eine Tabelle, in der steht: Mitarbeiter A erstattet Mitarbeiter B einmal pro Woche Bericht. Sorgen Sie für einheitliche Begrifflichkeiten. Beispiel: Das Wort „Deadline“ muss für alle Mitarbeiter die gleiche Bedeutung haben. Erfahrung: Viele der internen Konflikte in Unternehmen entstehen durch sprachliche Unschärfen.
- Gehen Sie Probleme schnell und direkt an. Grundsatz: Das Problem sollte da gelöst werden, wo es verursacht wurde – denn dort gibt es das meiste Wissen. Beispiel: Tritt bei einer Maschine ein technischer Fehler auf, sollte ihn der Ingenieur, der sie konstruiert hat, beheben – gegebenenfalls mit der Hilfe erfahrener Kollegen.
- Machen Sie kleine Schritte. Wissensarbeit lässt sich nicht auf einen Schlag auf Lean-Methoden umstellen. Starten Sie mit einigen Pilotprojekten, bei denen der potenzielle Nutzen am größten ist. Dokumentieren Sie Ihre Erfahrungen; organisieren Sie Treffen zwischen Teamleitern, damit diese sich austauschen können. Wichtig: Motivieren Sie das Führungspersonal. Erfahrungen zeigen: Wird der erste Lean-Workshop von der jeweiligen Führungskraft geleitet (zusammen mit einem Trainer), sind die Erfolgsaussichten wesentlich größer.
Quelle: „Lean Knowledge Work“ in „Harvard Business Review“ (10/2011); Bezug über
www.hbr.org als Reprint Nummer R1110G