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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Welche Marken aus dem Land der Mitte die Märkte erobern

veröffentlicht am 10.04.2011

Noch immer gilt die Volksrepublik China bei vielen Entscheidern hier zu Lande als Billiglohnland und verlängerte Werkbank für den Rest der Welt.

Doch die als Abkupferer verschrieenen chinesischen Unternehmen werden schon in den nächsten Jahren jede Menge innovative Produkte herstellen und eigene Weltmarken aufbauen.

Der Zukunftsletter hat die aktuellen Trendfirmen aus Japan, Korea und China aufgespürt.

Noch werden keine China Marken unter Interbrand`s Top 100 gelistet. Doch die chinesische Regierung treibt diesen Prozess tatkräftig voran und versucht mit finanziellen Hilfen, 30 bis 50 Unternehmen für den internationalen Wettbewerb fit zu machen. Der Verkauf der Handy-Sparte von Siemens an das taiwanesische Unternehmen BenQ wird nicht die letzte Übernahme dieser Art bleiben.

Wer sich jetzt in China umsieht, der stellt fest: In der nächsten Zeit werden mehrere Marken einzelner Branchen den Sprung auf das internationale Parkett schaffen. Und ihre Wirkung auf die europäischen Märkte wird erheblich sein. Wir stellen Ihnen hier die erfolgsversprechendsten chinesischen Marken mit Weltmarktpotenzial vor:

1) Der Automarkt zittert: nach Japan und Korea rüttelt erneut jemand an der Autobranche

Westliche Autohersteller bangten schon in den 80ern und 90ern um ihre Margen. Nun sorgen weder die Japaner noch die Koreaner, sondern die Chinesen für Furore. Seit Mai 2005 werden Fahrzeuge der Marke Jiangling in Europa verkauft. Weitere Anbieter werden folgen. Geely, Chery, Zhonghua und SAIC werden demnächst auf unseren Straßen zu sehen sein. Ob SUV oder Kleinstwagen, alle Wagenklassen werden von den China-Brands bedient - Weltmarktreife, nur billiger: die Autos sind ab 8.000 Euro zu haben.

2) Wer produziert unsere Spülmaschinen? "Weiße und braune Ware" bekommen einen neuen Aufkleber

Produzierten sie früher noch für die Großen, kleben die chinesischen Zulieferer heute einfach ihre eigene Marke auf das Produkt. Sie vertreiben erst in Schwellenländern und greifen dann auf die USA und Europa über.

Die Taktik funktioniert: Haier ist der größte chinesische Hersteller für weiße Ware - alles was in der Küche steht, vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine. Die Firma produziert in über 13 und verkauft in 165 Ländern. In den USA steht Haier bereits in den Regalen aller großen Handelsketten.

Changhong, Panda und Konka sind führend in brauner Ware - alles was im Wohnzimmer steht, vom TV bis zur Stereoanlage. Der Telekomausrüster Huawei ist auf fast gleichem technologischen Niveau wie die Marktführer. Ob Router, Server oder Schaltanlagen, mit 30 % billigeren Produkten wurde Huawei zum Hauptkonkurrenten von Nortel, Siemens und Cisco erklärt. Das Besondere an der Firma: Die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet in der Forschung!

3) Chinesische Handys schaffen den Durchbruch - zumindest bei den klammen und kitschgewöhnten Teenagern

Der chinesische Mobiltelefonexport stieg rasant an. Noch teilen sich die Global Player den Löwenanteil am Export. Vor allem Teenager werden sich nicht um renommierte Marken scheren. Trendiness ist gefragt: kleine, bunte Handys, die wild in der Gegend rumfunkeln.

Selbstredend werden auch Business-Handys im braven Silberlook angeboten - aber ebenfalls zum Minimalpreis, was die Mobilfunkanbieter erfreuen wird. Bei den Chinesen haben TCL und Ningbo Bird klar die Nase vorn: Sie sind im chinesischen Markt Nokia und Motorola dicht auf den Fersen.

4) Creative Copying: Nicht nur MP3-Player werden kopiert und verbessert

Was im 19. Jahrhundert die Schweizer-Uhrenindustrie stark gemacht hat, das Lernen vom Weltmarktführer England, dürfte in Kürze auch die chinesische Elektronikindustrie an die Weltspitze führen. Chinesische Firmen kopieren nicht nur Geräte ihrer Konkurrenten, sondern verbessern diese auch gleichzeitig.

Ein Beispiel für die Fähigkeit, Imitation in Innovation umzuwandeln, ist WelSonBel. Die Firma kopierte MP3-Player des taiwanesischen Konkurrenten BenQ und verkaufte diese 30 % günstiger. Schon ein halbes Jahr später kam das Gerät auf den Markt. Mit vereinfachter Bedienung und schönerem Design schlägt das Gerät das Original um Längen. Der Weltmarktauftritt steht unmittelbar bevor: Das Benutzer-Menü umfasst neben Chinesisch bereits die wichtigsten europäischen Sprachen ...

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