In den nächsten 50 Jahren werden Bücher den Weg von Schallplatten gehen - sie entwickeln sich zu einem Geschenk, einem Lifestyle-Produkt. Darauf muss sich der Buchhandel einstellen: In Zukunft geht es nicht mehr darum, dem Kunden maximale Auswahl zum minimalen Preis zu bieten, sondern eine Erfahrung, die ihren Preis wert ist. Zwei Beispiele zeigen, wie dieser Experience-Buchhandel aussehen kann:
1. Brutzeln im Buchladen. Das
Koch-Kontor in Hamburg ist eine Mischung aus Buchladen und Restaurant. Täglich werden hier zwei Gerichte aus einem der 3.000 vorrätigen Kochbücher zubereitet und verkauft. Außerdem halten namhaften Köche der Hansestadt in den Räumen Kurse ab. Erfolg: Mittlerweile macht das Geschäft mehr Umsatz mit den Speisen als mit Büchern.
 | 2. Stöbern im Nostalgie-Ambiente. Die Montague Bookmill in Montague/Massachusetts ist in einer Mühle von 1851 untergebracht. Das Interieur erinnert an eine Bibliothek: Überall gibt es Sessel mit Blick auf den nahen Fluss. Verkauft werden nur gebrauchte Bücher - mit klugen Schwerpunkten: Kinderbücher (Zielgruppe mag Anfassbares) und Kunstbände (zeigen Fotos immer noch besser als der Bildschirm). Im Haus sind außerdem ein Restaurant und ein Antiquitätenladen untergebracht (weitere Fotos hier). |
Die US-Zeitschrift
Publishers Weekly hat aktuell einige Tipps für Buchhändler formuliert:
- Spezialisieren Sie sich auf ein Dutzend literarische Kategorien, für die sich Kunden in Ihrer Nachbarschaft interessieren.
- Teilen Sie jeder Kategorie einen Mitarbeiter zu, der über Neuerscheinungen bloggt und Kunden über einen Newsletter informiert.
- Laden Sie Literaturclubs ein, seine Treffen in Ihren Verkaufsräumen abzuhalten. Veranstalten Sie Lesungen und Events.
- Gründen Sie einen Miniverlag für regionale Autoren; die Hobby-Schriftsteller sorgen per Mundpropaganda gleich für das richtige Marketing.