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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Marketing/Konsum: Weswegen F-Commerce (noch) nicht funktioniert

veröffentlicht am 26.07.2012

Im Jahr 2010 keimte kurz ein F-Commerce-Fieber auf. Facebook legte in diesem Jahr einen Nutzerrekord nach dem anderen hin. Da schien es nur der logische nächste Schritt zu sein, dass das Chat-Portal auch als Shopping Portal in den Vordergrund tritt.

Doch daraus wurde nichts. Jetzt zeigt sich, dass Facebook von hunderten von Millionen Menschen in erster Linie als Kommunikationsportal gesehen wird. Und wir lernen: auch bei Facebook wachsen die Bäume nicht in den Himmel, der Sprung vom Chat- zum Shopping-Krösus wird vorerst nicht stattfinden.

An zwei große Marken, die sich an F-Commerce versucht haben, lässt sich erklären, warum das so ist:

  1. Heinz Ketchup wollte ursprünglich eine Million „Balsamico-Ketchup-Flaschen auf seiner Facebook-Seite verkaufen. Ein, nun ja, zweifelhaftes Extra: Jeder, der auf Facebook den neuen Ketchup kaufte, erhielt eine personalisierte Flasche. Dafür wurde auf Facebook eine recht aufwändige Image-Kampagne gefahren. Die Abverkäufe bleiben bescheiden. Vor allem jedoch blieben die Kunden skeptisch, weil die Zahlungsmodalitäten via Facebook für viele wenig vertrauenserweckend wirkten. Bei einem nächsten Versuch wurde das Bezahlen über PayPal abgewickelt. Der zweite Versuch brachte zumindest einen erstaunlichen Zuwachs der Nutzung der Facebook-Seite von Heinz: ein plus von 650%. Die Schlussfolgerung, die Heinz aus diesem ersten Kontakt mit F-Shopping ableitete: Verkaufen über Facebook muss deutlich mit einem Zusatznutzen angekurbelt werden, einem Add-on, das es exklusiv nur auf der Facebook-Seite gibt.
  2. Nokia, vom Smartphone-Hype geplagt und in eine Existenzkrise geschleudert, hat ähnliche Erfahrungen mit F-Commerce gemacht. Für Nokia steht fest, dass nur ein günstiger Preis auf der Fanseite kein wirkliches Neugeschäft bringt. Für Nokia besteht die Lehre aus dem Experimentieren mit F-Commerce aus folgendem: Du musst Deine Facebook-Fans mit einem exklusiven Produkt belohnen. Nur so gelingt es nachhaltig, aus Fans wirkliche Markenfreunde zu machen.
Das Verkaufen über Facebook aber sehr wohl für kleinere Marken funktionieren kann, lesen Sie hier.
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