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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Die Zukunft der Mobilität: Wie sich der Markt der E-Mobilität aktuell entwickelt

veröffentlicht am 08.02.2011
In den nächsten 5 bis 10 Jahren werden wir einen ersten Durchbruch bei den Elektrofahrzeugen erleben. Das größte Problem stellt derzeit der Antrieb, die Batterie, dar: zu wenig Leistung, zu lange Ladezeit. Klar ist aber auch: Unser Mobilitätsverhalten wird sich in diesem Zeitraum neu definieren. Der Wandel in der Pkw-Nutzung und im Mobilitäts-Management hat bereits begonnen.
3 Szenarien sind für den Zukunftsmarkt von besonderer Bedeutung:
  • Modale Mobilität

Zunächst wird die Nahversorgungs-Mobilität erreicht. Gerade in urbanen Zentren hat sich das Mobilitätsverhalten deutlich verändert. Für viele Menschen ist Mobilität nicht mehr unmittelbar an das eigene Auto gebunden. 
  • Ein momentan noch paradoxer Markt

Die Mobilitätskonsumenten sind wesentlich weiter als die Hersteller. Vergangenes Jahr hat der Autozulieferer Conti mithilfe einer Umfrage in 8 Ländern herausgefunden, dass es eine hohe Kaufbereitschaft für Elektroautos gibt: Fast jeder Zweite kann sich vorstellen, beim nächsten Auto auf Elektroantrieb zu setzen. Besonders groß (73 %) ist die Begeisterung für Elektromobilität in China.
  •  Besonders wichtig

Die Innovationssprünge in der Entwicklung der E-Autos werden von Unternehmen ausgehen, die heute die Wenigsten von uns kennen. Vor allem im asiatischen Raum herrscht bereits seit einigen Jahren Aufbruchstimmung. Die Entwicklung und die innovative Weiterentwicklung der Elektromobilität werden also weniger von langen Erfahrungen in der Autoherstellung angetrieben.

Die zurzeit interessantesten Geschäftsmodelle:

1. Smart Grid - Autos als Energiegenerator:

Die Firma Siemens forscht gemeinsam mit anderen Partnern am Projekt „EDISON“. In Dänemark, dem energieeffizientesten Land der EU, arbeitet man u. a. mit dem dortigen Energieversorger „Dong Energy“ und IBM gemeinsam daran, die wachsende Zahl der Hybrid- und Elektroautos intelligent beim Ausbau der regenerativen Energiequellen einzusetzen: als Zwischenspeicher und Energielieferant.

2. Ecotality baut Ladegeräte,

mit denen Elektroautos in wenigen Minuten (10 bis 15 Minuten) wieder aufgeladen werden können. Grundlage dafür ist das Patent für das „Bridge Power Management“-System, mit dem sich die bestehende Stromversorgung weiter optimieren lässt. 100 Millionen US-Dollar erhält das Unternehmen aus Obamas Milliardentopf. Nachdem der US-Präsident Anfang August die Fördersumme für Elektroautos bekannt gab, stieg der Aktienkurs von Ecotality an diesem Tag um 170 %. Mit Autohersteller Nissan hat Ecotality einen großen Partner an Bord. Nach neuesten Angaben wird Ecotality sein Netz von Ladestationen künftig auch in China ausbreiten (www. ecotality.com).

3. Die Firma EnerDel

aus den USA (aus einem Zusammenschluss u. a. mit Ener1 hervorgegangen) ist Hersteller und Entwickler von hoch entwickelten Lithium-Ionen- Batterien. Seit einiger Zeit kooperiert EnerDel bei der Entwicklung des Elektroautos C30 BEV mit Volvo (derzeit laufen interne Tests, für 2010 plant Volvo den Markteinstieg). Die Reichweite beträgt bis zu 150 Kilometer, die Ladezeit 8 Stunden. Das ist nicht die erste Kooperation der beiden Unternehmen: Auf der IAA 2009 stellte Volvo auf Grundlage des C30 mit „Volvo ReCharge“ ein serielles Hybridkonzept vor, 2012 soll ein neuer Plugin-Hybrid auf den Markt kommen (www.ener1.com).

4. Der chinesische Batterienentwickler und E-Auto- Hersteller BYD:

(Build Your Dreams) hat mit BYD Auto seine Geschäftsaktivitäten erst seit 2003 auf die Entwicklung von Elektromobilität ausgeweitet. Das Besondere: Vor Kurzem hat BYD den Branchenriesen den Kampf angesagt. Bis 2015 will BYD der größte Autobauer in China sein, bis 2025 soll die Weltspitze erobert werden. Im Jahr 2010 wird BYD das voll elektroangetriebene Modell e6 auf dem US-Markt einführen. Auf dem chinesischen Automarkt wurde der Markteintritt bereits im 4. Quartal 2009 vollzogen. Bei der Entwicklung von Batterien arbeitet BYD u. a. auch mit VW zusammen.

Trend Learning
Der Durchbruch des Elektroautos findet in 2 Etappen statt: Durch die noch geringe Reichweite der Elektrofahrzeuge wird sich der Stromantrieb zunächst auf dem Zweitwagenmarkt durchsetzen. Das Potenzial allein für Deutschland liegt derzeit bei etwa 10 Millionen Fahrzeugen. Der Gesamtmarkt wird sich jedoch erst in den nächsten 5 Jahren vorsichtig etablieren.
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