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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Die Driving Forces der Service-Ökonomie: 4 Schlüssel-Trends für neue Dienstleister

veröffentlicht am 22.03.2007
Deutschland hungert förmlich nach Dienstleistungen: Seit 2003 geben die Haushalte jährlich mehr für Dienstleistungen aus als für Konsumgüter. Allein im 1. Quartal 2006 wurden fast 350 Milliarden Euro für Dienstleistungen ausgegeben - 25 Milliarden Euro mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2002. Konkretes Beispiel: 80 % aller Autofahrer geben an, an der Tankstelle den Service eines Tankwarts in Anspruch nehmen zu wollen. Die Zukunftsletter-Redaktion sieht darin klare Indikatoren für eine Wandlung hin zu einer umfassenden Support-Ökonomie:

Unsere Wohlstandsgesellschaft entwickelt sich immer mehr zu einer Wohlfühlgesellschaft, in der die neuen Lebensknappheiten nicht mehr der Mangel an Waren, sondern an Zeit und Lebensqualität sind. Wer von diesem Wandel profitieren will, muss die relevanten Treibkräfte erkennen und die neuen Chancen nutzen.

Der Zukunftsletter stellt Ihnen deshalb hier die 4 entscheidenden Trends der Service-Märkte von morgen vor:
  1. Service-Treiber: Individualisierung

    In Zukunft wird es eine steigende Nachfrage nach professioneller Alltagsunterstützung geben. Ursächlich dafür: Die Pluralisierung der Lebensformen und die Auflösung traditioneller Familienmodelle führen zu immer mehr Single-Haushalten. Auch innerhalb der Familien entstehen individualisiertere Lebensmuster.

    Die Flexibilisierung von Arbeit und Freizeit verstärkt zusätzlich das Bedürfnis nach Assistenz zur Bewältigung des komplexen Alltags und lässt Concierge-Services wie Agent CS prosperieren. Speziell die Personalisierung von Dienstleistungen pusht die Service-Märkte von morgen. Zukunftsweisende Angebote müssen passgenau auf individuelle Kundenbedürfnisse und -anforderungen zugeschnitten sein.
     
  2. Service-Treiber: Gender-Revolution?

    Die steigende Erwerbsbeteiligung und die steilen Bildungskarrieren von Frauen bieten neue Chancen für Provider haushaltsnaher Dienstleistungen. Die klassische Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ist längst obsolet, hinterlässt allerdings das große Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

    Da weder Frauen noch Männer auf finanzielle Unabhängigkeit und berufliche Selbstverwirklichung verzichten wollen, entwickelt sich das Outsourcing von Haus- und Familienarbeit zu einem riesigen Wachstumsmarkt der Zukunft. Umso mehr, da sich dieser Trend am deutlichsten in der wachsenden Schicht hoch qualifizierter, einkommensstarker Bevölkerungsgruppen vollzieht. Hier gilt: time poor - money rich.
     
  3. Service-Treiber: Kreative Klasse

    Durch den Wandel der Erwerbsarbeit ergeben sich massive Innovationspotenziale für Dienstleistungen. Wie sehr sich die Arbeitswelt im Umbruch befindet, zeigt sich am markantesten an der neuen Schicht von Erwerbstätigen, der kreativen Klasse. Die neuen Arbeitsformen der wachsenden Zahl an Selbstständigen, Multi-Jobbern und „fest-freien“ Mitarbeitern erzeugen ein völlig neues Nachfrageaufkommen klassischer wie neuartiger Dienstleistungen, die diesen modernen Lebensstil überhaupt erst möglich machen.

    Die zunehmende Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung wird künftig nicht ohne Rückgriff auf eine vielseitige Support-Ökonomie möglich sein: angefangen bei der Professionalisierung des Home Office und virtueller Arbeitsplätze über IT- und Mobilitäts-Support bis hin zu Networking-, Kommunikations- und Wissensdienstleistungen.
     
  4. Service-Treiber: Gesundheit

    Gesundheit ist bereits heute ein Megamarkt - wenn auch ein bisher nur in Teilbereichen erschlossener. 65 % der Bevölkerung meinen, dass der privaten Vorsorge in Zukunft ein größerer Stellenwert zukommen sollte. Neu entstandene Servicegebiete wie Medical Wellness oder Spezialressorts, in denen Operationen und Therapien unter Urlaubsbedingungen durchgeführt werden, oder dermatologische Kliniken, die sich auch qualifiziert mit Medizinischer Kosmetik und Anti-Aging befassen (www.dermatologikum.de), sind erst der Anfang. In den kommenden Jahren wird sich aus einem regulierten Angebotsmarkt ein vielgestaltiger Nachfragemarkt entwickeln.

    Viele etablierte Akteure im Gesundheitssektor müssen sich allerdings überhaupt erst einmal als Dienstleister am Kunden positionieren, wenn sie nicht auf der Strecke bleiben wollen. Die Chancen für neue Dienstleister liegen in Angeboten für körpernahe und gesundheitsorientierte Services. Die Zielgruppe wächst: Menschen, die proaktiv Gesundheitsvorsorge nachfragen und dies auch mit genussvollen Aspekten in Verbindung bringen wollen.

Zukunftsletter-CHECKLISTE: Was Sie beachten müssen, wenn Sie als Service Company erfolgreich sein wollen

Die Zeit, in der Party-Service als prototypisch für die junge Dienstleistungsgesellschaft galt, ist definitiv vorüber. Mit den Erfahrungen der Konsumenten steigen deren Ansprüche. Bloße „Durchführungsdienstleistung“ reicht nicht mehr aus, um Kundengunst und -loyalität zu gewinnen. Deep Support ist hierfür ein wirksames Instrument geworden, dessen strategische Bedeutung in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen wird.
  • Flexibilität, Qualität & Individualität
    Als neuer Dienstleister kennen Sie die hohen und vielseitigen Anforderungen Ihrer selbstbewussten Kunden. Überdurchschnittlich schnell und flexibel können Sie auf jeden Kundenwunsch reagieren. Ihre Services zeichnet eine außerordentliche Qualität aus. Durch die Anpassungsfähigkeit und das hohe Niveau kann die Individualität Ihrer Service-Angebote garantiert werden.
     
  • Kundennähe & emotionale Leistungen
    Als neuer Dienstleister verfügen Sie über besonders qualifizierte und sensibilisierte Mitarbeiter an der Kundenschnittstelle, die nicht nur Experten für Erbringung emotionaler Leistungen wie Orientierungshilfe, Sicherheit, Aufklärung, Entlastung, Vertrauen und Zugehörigkeit sind, sondern gleichzeitig auch Botschafter des Unternehmens nach außen wie nach innen.
     
  • Lebensqualität, Wissen & Informationen
    Als neuer Dienstleister stützen Sie sich auf Geschäftsmodelle, die Nutzungsrechte verkaufen, über die sich Ihre Kunden den Zugriff auf jederzeit verfügbare, gepflegte und aktuelle Leistungen ermöglichen. Ihre Leistungen zielen letztlich auf die Schaffung und Steigerung von Lebensqualität oder die Bereitstellung von Wissen und Informationen ab.
     
  • Grenzgänge & Neukonstruktionen
    Als neuer Dienstleister binden Sie sich nicht an Branchengrenzen oder althergebrachte Kompetenzbereiche, sondern lösen diese mitunter gezielt und systematisch auf. Neue Geschäftsallianzen zwischen den Creative Industries und althergebrachten Produktbranchen bestimmen Ihren Erfolg. Dabei geht es um eine neue Form der Kooperation statt um Konkurrenz. Eine Neu-Definition Ihrer Unternehmensziele ist dabei unabdingbar.
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