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Zukunftsletter - Strategisches Wissen für Entscheider in Management und Marketing - 12 Jahre strategisches Marketing - Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforsche und Chefredakteur
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Die aktuellen Schlüsseltrends, nach denen Sie Ihre Medien- und Kommunikationsstrategien ausrichten sollten

veröffentlicht am 01.10.2006
Medienumbrüche finden künftig mit immer größerer Geschwindigkeit statt: Ist die E-Mail schon ein Auslaufmodell? Einst wurden die schnellen und smarten E-Mails als eine noch wichtigere Technologie als das World Wide Web gefeiert, doch kaum auf dem Höhepunkt angekommen, wird sie verteufelt. Laut Verbraucherschutz sind knapp 80 % aller in Deutschland empfangenen E-Mails Spam-Mails - sprich unerwünschte Nachrichten. Wahre Zeiträuber, deren Bearbeitung sich, laut britischen Wissenschaftlern, schädlicher auf den IQ auswirken soll als Haschisch. Grund für viele Unternehmen, auf andere, effektivere Kommunikationsformen auszuweichen.
 
Die Zukunftsletter-Redaktion meint: Momentan ist für uns noch unvorstellbar, dass wir bald unsere Business-Kommunikation ohne E-Mails bewältigen werden. Doch die nächste Medien-Revolution steht unmittelbar bevor. Kern dieser Revolution wird die Individualisierung der Kommunikation sein, privat und im Beruf:
> Medien-Trend 1: Das Social-Net geht einher mit einer neuen Nutzer-Generation

Sowohl im Privatbereich wie in der Kundenkommunikation werden die Erfolgsmedien von morgen immer schneller, immer interaktiver und immer präziser auf den Nutzer zugeschnitten. Die nächsten 2 bis 3 Jahre werden davon geprägt sein, dass die Trennlinien zwischen klassischen Medien und „hausgemachten Produkten“ verschwimmen. Im Anschluss daran entsteht eine neue Nutzergeneration.
Beleg dafür: Unter 15- bis 17-jährigen Amerikanerinnen führt bereits jedes vierte Mädchen ein eigenes Weblog. (Quelle: Pew American and Internet Life Project)

> Medien-Trend 2: Geben Sie dem Mediennutzer die Zeitsouveränität zurück
Dank des Internet-Booms verläuft die Mediennutzung momentan noch leicht ansteigend. Doch Lebenszeit-Budgets sind die knappste Ressource schlechthin. Deswegen werden wir in den nächsten Jahren einen wahren Krieg um (Medien-) Zeit-Budgets erleben. Durch die Digitalisierung werden immer mehr Inhalte multimedial und zeitunabhängig zugänglich. Diese Entwicklung wird maßgeblich die berufliche Kommunikation verändern (Homeoffice, mobile Büros). Sie wird aber vor allem auch die klassischen Medienanbieter und vor allem die Programmmedien in Veränderungsturbulenzen stürzen.

> Medien-Trend 3: Erhöhen Sie das Involvement Ihrer Produkte
 
Der Medienkonsument der Zukunft ist ein Produzent: Current TV (www.current.tv) arbeitet mit Fernsehbeiträgen, die von den Nutzern selbst erstellt werden. Die 15 Sekunden bis 5 Minuten langen Beiträge werden dort „Pods“ genannt, die halbstündigen Nachrichten werden aus den am häufigsten bei Google aufgerufenen News erstellt. Bereits 20 Millionen US-Haushalte (total: 110 Millionen) können Current TV empfangen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen TV-Sender spielt bei Current TV der Zuschauer selbst auch bei der Programmgestaltung die Hauptrolle.

> Medien-Trend 4: Unternehmen schaffen sich immer häufiger ihre eigenen Medien
Das klappt, wenn Unternehmensmarken zweierlei leisten: Sie müssen in die Lebenswelt ihrer Kunden vordringen und ihnen clever gestrickte Zusatzleistungen bieten. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Medien selbst. Denn das neue Relationship-Marketing folgt anderen Gesetzmäßigkeiten. Bislang nutzten Unternehmen fremde Medien für ihre Werbung. Sie inszenierten Markenwelten in Print, TV oder Radio. In Zukunft werden sie viel stärker als heute eigene Medienkanäle schaffen, Communitys aufbauen und die so gewonnenen Erkenntnisse und Informationen unmittelbar für sich nutzen. Die Autoindustrie ist Vorreiter dieser Form von Relationship-Marketing(vgl. www.bmwfilms.com, www.prinzipfreude.de).
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