Alte Beiträge des Trendletters:

 

 

Xmas-Trends: Renaissance des Weihnachtsfestes

Trotz allen Stöhnens über den Stress der Adventszeit wird den Menschen das Weihnachtsfest mit seinen Ritualen und Mythen immer wichtiger. Und mit den beiden Komponenten Bedeutung und Service lässt sich davon auch im leidgeprüften Einzelhandel profitieren.

Als bekannt wurde, dass Johannes B. Kerner im letzten Jahr mit seinem Redaktionsteam zu einer dreitägigen Weihnachtsfeier-Reise aufbrach, war die Verwunderung bei anderen Firmenverantwortlichen groß. Doch der Mann hat Recht: Aktuelle Sozialforschungsergebnisse belegen eindeutig, dass das Ritual der betriebsinternen Weihnachtsfeierlichkeiten bestens dazu geeignet ist, das Gemeinschaftsgefühl und damit Identifikation sowie Motivation der Mitarbeiter zu steigern.

Und auch außerhalb der Unternehmen wächst die Bedeutung der immer wiederkehrenden Weihnachtsrituale: Werden sie liebevoll gepflegt, spricht das nicht nur für die Qualität der Paarbeziehung, sondern erleichtert auch die Ausprägung einer Familienidentität (s. "Psychologie Heute" 4/04).

Gleichzeitig stärken Rituale wie das heilige Familienfest vor allem bei Kindern und Jugendlichen das Gefühl des Geliebtseins, und das festigt die Persönlichkeit, fand Dr. Barbara Fiese von der amerikanischen Syracuse University heraus.

Der Wunschzettel des Einzelhandels: 1 Milliarde mehr

Dem Einzelhandel indes helfen solche Erkenntnisse wenig: Angesichts der steigenden Sparquote der Bundesbürger, sinkender Nettolöhne und -gehälter sowie einer allgemein konstatierten Kaufunlust scheint es sich bei der aktuellen Ankündigung von Hermann Franzen, Präsident des Handelsverbands, um einen frommen Wunsch zu handeln: "Wir wollen in den Monaten November und Dezember insgesamt eine Milliarde Euro mehr einlösen als vor einem Jahr." Oder gibt es doch ein Rezept für einen Umsatzschub im Advent?

High-Touch-Weihnachten

Auch wenn im Small Talk in den Fußgängerzonen und auf den betrieblichen Weihnachtsfeiern ein anderer Eindruck entsteht: Für die wenigsten Menschen bedeutet Weihnachten vor allem Stress, dem sie zu entkommen versuchen.

Die meisten der Bundesbürger freuen sich wochenlang auf Weihnachten, haben Spaß am Dekorieren und Schenken, so das Institut für Demoskopie Allensbach, wollen keinesfalls verreisen (im vergangenen Jahr taten das nur 3 %) und sind mitnichten an den Feiertagen allein und einsam zu Hause (das planten vor dem letzten Weihnachtsfest nur 4 %, noch in den 70er Jahren waren es immerhin 7 %. Dennoch ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass Weihnachten eine Ausnahmesituation darstellt, die für allerhand emotionalen Sprengstoff sorgen kann und zudem Zeit und Geld kostet.

Von Seiten des Einzelhandels gilt es also, Angebote zu schaffen, mit denen sich die traditionellen Weihnachtsrituale leicht und unkompliziert pflegen lassen.

Geschenke: Online-Handel und Service- Angebote gewinnen

Auch wenn der Mehrumsatz im deutschen Einzelhandel in den Monaten November und Dezember in den letzten beiden Jahren nicht mehr an das hohe Niveau der Jahre 1998 bis 2001 heranreichte: Die meisten Menschen schenken noch immer gern und sind auch bereit, vor dem Jahresende mehr Geld in die Geschäfte zu tragen.

Davon profitiert zum einen der Online-Handel, der die Weihnachtsklassiker - Bücher, Mode, Kosmetik, Spielzeug, Technik - so viel einfacher und (kosten-) übersichtlicher anbietet, und zum anderen all diejenigen, die auch in ihren Ladengeschäften mit einem Serviceplus überzeugen: Taschen aufbewahren, Geschenke nach Hause liefern, einfache Rücknahme garantieren.

Events: Sony übermittelt den Wunschzettel

"Der Weihnachtsmarkt erfüllt das Bedürfnis nach Kommunikation, nach Begegnung.Wir beobachten Kommerzialisierung, Internationalisierung und mehr Inszenierung", mit diesen Worten fasst Wissenschaftler Dr. Berthold Heizmann vom Amt für rheinische Landeskunde die neuesten Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Weihnachtsmarktstudien zusammen.

Und der Mann hat Recht: Weihnachtsmärkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit, und die Betreiber generieren hohe Umsätze - schon 2002 gab jeder Bundesbürger im Schnitt mehr als 30 Euro pro Marktbesuch aus. Hinzukommen werbliche Events, die ebenfalls auf hohe Zustimmung stoßen: Da werden fertig geschmückte Weihnachtsbäume ausgelost (www.besteweihnachtsbaeume.de), die am eihnachtstag pünktlich ins Haus gebracht werden, oder (zum Beispiel von Elektronikhersteller Sony) Anrufe bei Eltern inszeniert, denen am Nikolaustag die Geschenkewünsche der eigenen Kinder übermittelt werden.

Dekoration: wetterfeste Lichterkette und Dessous mit Glöckchen

Die Hersteller von Christbaum-Schmuck zeigen sich zufrieden: "Es wird etwas selektiver gekauft, dafür aber auch hochwertiger", so Thomas Böck,Verkaufsleiter bei Krebs & Sohn, Europas größtem Hersteller von gläsernem Baumschmuck. 35 Euro gibt jeder Deutsche im Schnitt für die Weihnachtsdeko aus, jeder vierte Haushalt investiert gar Jahr für Jahr in eine komplette Neuausstattung des Christbaums.

Darüber hinaus boomt der Absatz mit Außen-Deko: Ikea etwa meldete im letzten Jahr ein Umsatzplus von 25 % bei wetterfesten Lichterketten, der Metro-Konzern eine Verdoppelung seiner Lichtschlauch-Kilometer binnen zwei Jahren. Und auch die jugendliche Klientel und vermeintliche Festtags-Zyniker haben längst einen Weg gefunden,Weihnachten traditionell-ironisch zu inszenieren: Der Einzelhandel überzeugt sie mit allerhand X-mas-Kitsch - vom Knecht-Ruprecht- Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel bis zu Dessous mit stimmungsvollen Glöckchen.

Prognose des Zukunftsletters:

Angesichts der steigenden Bedeutung dieser Festtage tun sich für die Zukunft neue Nischen im Einzelhandel auf: Die Deutschen zelebrieren Weihnachten außenwirksam - mit viel Beleuchtung und häufigen Marktbesuchen - und modern-traditionell: Klassiker bewähren sich, müssen aber mit einem Extra an Service und Preis versehen werden.Und wie man die vermeintlich unverbesserlichen Ausreißer als Kunden gewinnt, demonstrieren bereits seit einigen Jahren die Verantwortlichen bei der LTU: Deren Angebot, im Dezember Weihnachtsbäume kostenlos als Extragepäck zu transportieren, erfreut sich großer Beliebtheit.

 

 

Künstliche Bandscheibe steht kurz vor der Markteinführung

Der US-Konzern Johnson & Johnson hat die Zulassung für eine künstliche Bandscheibe bekommen. Das Implantat namens Charité besteht aus einer Plastikplatte, die von zwei Metallscheiben zusammengehalten wird. Experten schätzen, dass die künstliche Bandscheibe bei jeder fünften Operation am unteren Rücken zum Einsatz kommen könnte.

Hintergrund: Bisher werden bei Bandscheibenproblemen zwei benachbarte Wirbel mit Metallscheiben oder Nägeln zusammengehalten und so miteinander fusioniert.

Folge: Der Patient verliert Beweglichkeit, angrenzende Wirbel werden stark belastet, weitere Beschwerden sind oft die Folge. Patienten, die eine künstliche Bandscheibe eingesetzt bekommen, erholen sich schneller und bleiben beweglich.

Einzige Einschränkung: Die Knochensubstanz muss fest sein. Analysten prognostizieren, dass mit künstlichen Bandscheiben in wenigen Jahren über 340 Mio. Dollar allein in den USA verdient werden. 

Mehr Informationen: www.medtronic.com

 

 

Zukunft der Arbeit: Freiberuflich, aber trotzdem angestellt

Eine Analyse aus England rückt die Zukunft der Arbeit in ein neues Licht. Kernaussage: angestellter Freiberufler, so wird der Status des typischen Berufstätigen im Jahr 2020 beschrieben.

Der Mitarbeiter hat zwar einen festen Arbeitsvertrag mit monatlichem Lohn - aber er ist breit qualifiziert und wird im Laufe eines Jahres in wechselnden Funktionen eingesetzt, ähnlich einem Freelancer. Den festen Arbeitsplatz mit über Jahre konstantem Job-Inhalt wird es demnach nicht mehr geben. Grund ist der erhöhte Bedarf an Flexibilität in den Unternehmen. Rasche Veränderungen in den internen Prozessen und ein hohes Innovationstempo werden aus den Mitarbeitern interne Job-Nomaden machen.

Die Prognose, dass die Zahl der selbstständigen Ich-AGs in Zukunft weiter zunimmt, wird aber so nicht eintreffen. Viele Unternehmen legen bei ihrer Stamm-Belegschaft Wert auf stabile Arbeitsbeziehungen, wie sie nur ein Angestelltenverhältnis gewähren kann.

Überdies wird sich zeigen, dass viele Menschen für die derzeit politisch gewollte Ich-AG nicht geeignet sind - ihnen fehlt das Unternehmer-Talent. Der Berufsweg der Zukunft wird Mitarbeiter lange an ein Unternehmen binden. Schulung über die ganze Karriere hinweg wird an Bedeutung gewinnen.

"Mitarbeiter entwickeln sich zusammen mit ihren Unternehmen weiter", heißt es in der Analyse. Freilich wird es mehr Anpassungen geben als früher. Die Karriere ist eine Landschaft mit Bergen und Tälern von Arbeitszeiten - je nach Bedarf des Arbeitgebers und Lebenssituation des Angestellten wird mal mehr, mal weniger gearbeitet.

Viele Männer im Beruf werden sich sowohl um ihre Kinder als auch um die alternden Eltern kümmern müssen. Mann arbeitet 60 Stunden, Frau 20 Stunden die Woche, dieses Modell wird deshalb an Gewicht verlieren. Mehr Männer als heute werden sich den familiären Pflichten widmen - und nur 35 Stunden in der Woche arbeiten. Auch viele arbeitende Ehefrauen werden die 30- bis 35-Stunden-Woche wählen.

 

 

Zukunft der Arbeit: Freiberuflich, aber trotzdem angestellt

Eine Analyse aus England rückt die Zukunft der Arbeit in ein neues Licht. Kernaussage: angestellter Freiberufler, so wird der Status des typischen Berufstätigen im Jahr 2020 beschrieben.

Der Mitarbeiter hat zwar einen festen Arbeitsvertrag mit monatlichem Lohn - aber er ist breit qualifiziert und wird im Laufe eines Jahres in wechselnden Funktionen eingesetzt, ähnlich einem Freelancer. Den festen Arbeitsplatz mit über Jahre konstantem Job-Inhalt wird es demnach nicht mehr geben. Grund ist der erhöhte Bedarf an Flexibilität in den Unternehmen. Rasche Veränderungen in den internen Prozessen und ein hohes Innovationstempo werden aus den Mitarbeitern interne Job-Nomaden machen.

Die Prognose, dass die Zahl der selbstständigen Ich-AGs in Zukunft weiter zunimmt, wird aber so nicht eintreffen. Viele Unternehmen legen bei ihrer Stamm-Belegschaft Wert auf stabile Arbeitsbeziehungen, wie sie nur ein Angestelltenverhältnis gewähren kann.

Überdies wird sich zeigen, dass viele Menschen für die derzeit politisch gewollte Ich-AG nicht geeignet sind - ihnen fehlt das Unternehmer-Talent. Der Berufsweg der Zukunft wird Mitarbeiter lange an ein Unternehmen binden. Schulung über die ganze Karriere hinweg wird an Bedeutung gewinnen.

"Mitarbeiter entwickeln sich zusammen mit ihren Unternehmen weiter", heißt es in der Analyse. Freilich wird es mehr Anpassungen geben als früher. Die Karriere ist eine Landschaft mit Bergen und Tälern von Arbeitszeiten - je nach Bedarf des Arbeitgebers und Lebenssituation des Angestellten wird mal mehr, mal weniger gearbeitet.

Viele Männer im Beruf werden sich sowohl um ihre Kinder als auch um die alternden Eltern kümmern müssen. Mann arbeitet 60 Stunden, Frau 20 Stunden die Woche, dieses Modell wird deshalb an Gewicht verlieren. Mehr Männer als heute werden sich den familiären Pflichten widmen - und nur 35 Stunden in der Woche arbeiten. Auch viele arbeitende Ehefrauen werden die 30- bis 35-Stunden-Woche wählen.

 

 

Gummibären-Lifestyle: Fruchtgummis zwischen Mode und Medizin

Beim Thema Gummibärchen denken zumindest europäische Verbraucher zuallererst an Haribo. Doch in der Welt der Fruchtgummis gibt es mehr als den Goldbären.

Das Bonner Unternehmen Haribo im vergangenen Jahr wieder mit dem Pegasus Award ausgezeichnet - ein Vertrauensbeweis, der im Rahmen der europäischen Verbraucherstudie "Reader`s Digest European Trusted Brands 2004" erbracht wird. Hier die aktuellen Umsetzungen sowie weitere Neuerungen aus der Welt der Gummibären.

Wellness, Entertainment und Convenience - diese drei Bereiche werden bestens mit neuen Haribo-Innovationen bedient. Speziell für Gesundheits- und Wellness-Interessierte wurde zum Beispiel die Forever-Fun-Range in Zusammenarbeit mit Fitness-Vorreiter Dr. Ulrich Strunz aufgelegt.

Neuestes Produkt hier: der Forever-Fun-Joghurt-Fruchtgummi von Haribo, der neben Vitaminen und Mineralstoffen Fruchtsäfte, sowie probiotisch wirksame Ballaststoffe enthält.

Auf einen ähnlichen Zielgruppenmix setzt man bei Fruchtgummi-Shop.de: Hier können Süßwaren-Fans lustige oder gesunde Bärchenmixe bestellen - Karamell- und Pfefferbären, Aloe Vera- und ACEGummi.

Bei www.lesbelettes.fr dienen Fruchtgummi-Imitate zudem als Deko-Material für bunte Hängelampen. Die "Lightin-Food-Lampen" kosten rund 85 Euro.

Anders der Ansatz des US-Unternehmens Albanese (www.albaneseconfectionery.com): Deren Verantwortliche wenden sich mit ihren Gummi-Süßigkeiten an nationalistisch eingestellte Amerikaner: Der Absatz ihrer Army-assoziierten Produkte mit Namen wie Gummi Army Guys, GI Johnny und Bazooka Bob hat sich im letzten Jahr verfünffacht.

In Zukunft werden die Fruchtgummihersteller immer neue Nischen besetzen können, indem sie in Form, Farbe und Geschmack auf den aktuellen Zeitgeist Rücksicht nehmen.

Darüber hinaus empfiehlt sich das Fruchtgummi-Material als Arzneimittelträger. Ein Forscherteam der Universitäten Stuttgart-Hohenheim und Tübingen testet derzeit Gum Gummibären auf ihre Verwendbarkeit als Mantel für Pharma-Produkte. Mit guten Ergebnissen: Die Bioverfügbarkeit ist demnach höher als bei handelsüblichen Tabletten; Wirkstoffe aus Gummibären können schnell und gezielt abgegeben und vom Körper aufgenommen werden.

Zudem ist die Patienten-Compliance bei den Naschstoffen höher - ein Gummibärchen essen die Menschen gerne, die Einnahme von Tabletten dagegen ruft häufig Widerstand hervor.

 

 

Individuelle Druckertinte

Früher waren Dokument-Fälscher schnell überführt, weil ihre Schreibmaschine sie verriet. Doch auch Verbrecher mit modernster Technik hinterlassen Spuren mit ihren Ausdrucken. Eine revolutionäre Software legt zukünftig allen Dokumentfälschern das Handwerk.

Mit Hilfe einer revolutionären Software können jetzt amerikanische Forscher an einem Dokument nicht nur das Fabrikat des Druckers bestimmen. Nun ist es auch möglich, jeden Drucker auf der Welt individuell zu erkennen - ob Geldfälscher oder Terroristen, die falsche Flugtickets und Papiere nutzen. 

Den Fahndern hilft dabei ein Bildfehler, den jeder Laserdrucker macht, das so genannte "Banding": Jeder Drucker erzeugt auf dem bedruckten Blatt unterschiedliche waagerechte Linien, weil jedes Gerät den Toner mal dünner und mal dicker aufträgt.

Die Entschlüsselung funktioniert so: Um den Urheber eines Ausdrucks zu identifizieren, scannt Edward Delp von der Purdue-Universität in Indiana das Schriftbild mit einer hohen Auflösung von 2.400 dpi und unterscheidet bei jedem Pixel zwischen 256 Graustufen. Das überführt den Fälscher, denn eine Auswirkung des Banding besteht darin, dass Grauwerte auch dort variieren, wo sie eigentlich dieselbe Farbe abbilden - etwa innerhalb eines schwarzen Buchstabens.

Die Abweichungen bilden ein Muster, das anschließend von einer Analysesoftware ausgewertet und exakt einem Druckerfabrikat zugeordnet werden kann. Um ein einzelnes bedrucktes Blatt jedoch nicht nur dem Fabrikat zuzuordnen, sondern exakt dem Drucker, aus dem es stammt, reichen allerdings die Graustufenfehler nicht aus.

Delp, der eng mit dem US-Geheimdienst zusammenarbeitet, verlangt deshalb, dass die Firmen Modifikationen an ihren Druckern vornehmen. "Man sollte die Art und Weise verändern, wie der Drucker Zeichen aufs Papier setzt", fordert er. Im Labor wurde das bereits erprobt, indem die Forscher aktiv in den Belichtungsprozess eingriffen.

Ergebnis: Die Stärke des Laserstrahls im Drucker lässt sich unendlich variieren. Entsprechend ändern sich auf dem Papier auch Größe und Sättigungsgrad der einzelnen Pixel. Anhand dieses Verfahrens können zukünftig die Seriennummer des Druckers und das Druckdatum aus allen Dokumenten exakt abgelesen werden. Taucht das Dokument bei Polizeiermittlungen auf, ist seine Quelle sofort bestimmbar.

Allerdings müssten dazu alle Geräte ab Werk mit dem individualisierenden Signaturmechanismus ausgestattet werden.

 

 

Erlebnisgastronomie: Dinner-Theater

Die Gastronomie gehört zu den großen Verlierern der Rezession: 60 % aller Bundesbürger möchten auch in Zukunft Geld sparen, in dem sie sich beim Essengehen einschränken.

Besonders wenig Spaß haben unsere Mitbürger derzeit an klassischen Gastro-Events: zu teuer, zu spektakulär erscheinen diese Ausgeherlebnisse in Zeiten leerer Kassen. Doch trotz all dieser Rückschläge: Gegessen wird immer, und neben dem Geschmack geht es dabei immer auch um einen Unterhaltungsfaktor.

Genau auf diesen setzen die Initiatoren einer neuen Art Gastro-Erlebnis, das Dinner-Theater. Auf immer mehr Bühnen werden Stücke inszeniert, die sich einzig um das Thema Essen ranken. In Zukunft also sehen wir anderen lustvoll beim Essen zu - ohne selbst zu Messer und Gabel zu greifen. Hier schon einmal einige internationale Beispiele:

  • "Lexicon" ist der Name eines Stücks, das derzeit erfolgreich in St. Petersburg aufgeführt wird: Ein Schauspieler kocht, isst und spült, während ein anderer Philosophisches von Milorad Pavich zum Besten gibt.
  • Die Theaterhauptstadt New York City wartet mit nicht weniger als einem knappen Dutzend Dinner-Theaterstücken auf - darunter "Dinner with Demons", eine Inszenierung, in der Food-Kolumnist Jonathan Reynolds sich auf humorige Weise mit den Essritualen amerikanischer Familien auseinander setzt.
  • Derzeit in London gastiert ein Ensemble, das mit "The Arab-Israeli Cookbook" ein Stück im Programm hat, das den Alltag und die unterschiedlichen Koch-Lifestyles von Juden und Arabern thematisiert.
  • Am überzeugendsten repräsentiert aber sicher das Stück "Patatboem", das ebenfalls momentan in der britischen Hauptstadt aufgeführt wird, diese neue kulturelle Spielart: Acht belgische Küchenchefs und Musiker performen ein kulinarisches Konzert - entlocken Gemüse und Töpfen, Besteck und Fleischbergen Töne und Musik.

 

 

So revolutioniert Sky Meals die Bordverpflegung

Revolutionen fangen oft im Kleinen an. Sky Meals liefert Highend-Food für Vielflieger, die das übliche Airline-Fastfood einfach nicht mehr sehen können. Sky Meals gibt den Konsumenten die Würde des entspannten Essens zurück.

Einen Tag vor Flugantritt wird bestellt, und Sky Meals liefert das gewünschte Menü (ob griechischer Heilbutt, 23,75 US-Dollar oder Chicken Satay, 28,50 US-Dollar) im praktischen Sky-Meal-Carry-Pack unmittelbar vor Reiseantritt. Unterwegs essen wird zum planbaren Genuss, abseits der Hektik und Stillosigkeit der öden Bordverpflegung.Der Preis: genauso viel, wie Gourmets für ein vernünftiges Abendessen hinlegen würden.

Neidische Mitflieger

Der Gründungslegende zufolge kamen die Sky-Meals-Macher Richard Katz und Alan Levin während eines Parisbesuchs auf ihre bahnbrechende Idee. Da sie sich von dem formidablen Essen in der Gourmet-Metropole nicht trennen konnten, nahmen sie einige leckere Sandwiches mit in den Flieger. Und als sie diese nach einer Stunde Flugdauer auspackten und lustvoll verzehrten, registrierten sie die gierigen Blicke der übrigen Flugzeuginsassen.

Die Idee der überirdischen Highend-Verpflegung war geboren. Jedes Gericht lässt sich Personalisieren Wer keine Zwiebeln mag oder Allergiker ist, kann das Sky Meals via Internet mitteilen, so dass jedes Gericht nach den ganz persönlichen Bedürfnissen in den Flieger gelangt.

Und selbst für junge Genießer macht Sky Meals ein individuelles Angebot. Hähnchen mit Barbecue-Soße kommt so lecker daher, dass die Kleinen die wenig geliebten Karotten und Brokkoli-Röschen gleich mit verputzen. Die genussbereiten Kunden von Sky Meals können ihre Bord-Verpflegung über die Website oder einfach telefonisch bestellen.

 

 

Trendalarm: Der Cheap-Chic-Trend nimmt Fahrt auf

Warum die nächste Runde in der Marktstrategie unschlagbare Synthesen zwischen preiswert und hochkarätig bringt.

Mittlerweile hat sich der Cheap-Chic-Trend auf den Weg in die Massenmärkte gemacht. Fest steht: "Geiz ist geil", die große Parole der Billigmärkte, gerät an ihre Grenzen. Das zeigen die ersten Konkurse im Bereich der Billigflieger und die ersten Wachstums-Schwierigkeiten von Aldi, Lidl und Co. Billigprodukte machen schnell satt, aber sie hinterlassen keine Bindung und keinen Genuss. Damit wird auch das "Schnäppchen-Gefühl" schnell langweilig.

"Geiz ist geil" versprach vor allem: Einfachheit

Um die nächste Stufe in der Entwicklung von Markt-Strukturen zu verstehen, müssen wir wissen, worum es beim Schnäppchenkauf eigentlich geht. Es geht nie um den absoluten Preis, sondern vor allem um das Marktgefühl.

Dieses ist vor allem durch das Bedürfnis nach Einfachheit geprägt - Billig-Anbieter erleichtern ihren Kunden den Auswahlstress. Zweitens aber möchte man auch immer häufiger Luxus zu Billigpreisen.

"Cheap Chic" vereint nun diese beiden Elemente.

  • Das Beispiel Lagerfeld/H&M demonstriert,wie man in einem Low-Preis-Sektor mit einem großen Designer- Namen ein "Upgrading" erzeugen kann - und gleichzeitig eine gewaltige Absatzwelle erzeugt.
  • Die amerikanische Fluglinie "Jetblue" zeigt, wie man günstige Preise mit sehr edler Ästhetik verbindet. Die Linie hat schön designte Flugzeuge und sehr freundliches Personal; jeder Fluggast hat einen eigenen Fernseh-Monitor. Dennoch bewegen sich die Preise im Bereich einer Billig-Fluglinie. Das liegt vor allem an einem raffinierten und preisgünstigen Buchungssystem. Passagiere fühlen sich hier nicht wie Transportvieh - weshalb auch Business-Passagiere Platz nehmen, die nie im Leben mit "Ryanair" fliegen würden, weil Ihnen Billiglinien einfach zu "proll" sind!
  • Die US-Kette "Seven Eleven" zeigt, wie man durch die Kombination von Convenience und günstigen Preisen enorme Umsätze macht.Unter der Parole "Everyday Convenience - For People on the Go" wird die Kette demnächst auch den europäischen Markt durcheinander wirbeln. Und zwar in einer Lücke, die heute eher die Tankstellen mit meist sehr teuren Produkten bedienen: Rundum-die-Uhr-Convenience-Shops.
  • Die US-Kaufhauskette "Americas Target" positioniert sich geschickt oberhalb von "WalMart" - und zielt bewusst auf die Einkommensschichten der besser verdienenden Mittelschicht. Mit mehr als 1.200 Geschäften ist die Kette stark am Expandieren. Ihre aufgeräumten, "entspannteren" Geschäfte (weniger Warendichte, weniger Preisbetonung, mehr Ästhetik) suggerieren Preisgünstigkeit, aber gleichzeitig "Klasse".

Der Kunde von morgen wird ein kritischer und fordernder sein. Marktkonzepte mit Zukunft kombinieren deshalb künftig das hehre Bedürfnis nach höherer Qualität mit der unromantischen Forderung nach maximaler "Günstigkeit".

 

 

She Products: 5 Ideen, wie Sie mit den Powershoppern von morgen ins Geschäft kommen

Wenn selbst eine Testosteron-schwangere Branche wie die Autoindustrie typische weibliche Autos von Frauen für Frauen baut, zeichnet sich ein spannender Wandel ab.

Denn es gibt immer mehr Produkte, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sind. Wir zeigen Ihnen, dass diese Strategie zukunftsfähig ist und einige Beispiele aus dem Lifestyle-Segment.

1) Handtaschen mit Innenbeleuchtung von Bree (und Bayer)

Jede Frau, die schon mal im Dunkeln in den Untiefen ihrer Handtasche nach dem Schlüssel gekramt hat, wird sich sehnlichst gewünscht haben, dass von irgendwoher ein Lichtlein kommen möge.

Bayer MaterialScience und die Schweizer Firma Lumitec machen es nun möglich. Sie haben eine Folie entwickelt, die dank "Smart Surface Technology" äußerst flexibel ist und unter Spannung leuchtet. Diese Art der Lichtgenerierung, Elektroluminiszenz genannt, funktioniert nach dem Glühwürmchen-Prinzip und erzeugt keine Wärme. Das Licht kann nach Bedarf ein- und ausgeschaltet werden und erhellt zwei Innenfächer der Handtasche.

2) "Fast&Light"-Campingmatte von Therm-a-Rest für Frauen.

Auch der Outdoor-Markt macht sich Gedanken, wie er die weibliche Kundschaft effektiver bedienen kann. Neuerdings bietet Therm-a-Rest Isomatten an, die wärmer, leichter und kompakter sind als die herkömmlichen, sprich die Unisex-Matten. Außerdem wurde versucht, durch eine Modifikation der Mattenform (kürzer und nach unten hin spitz zulaufend) präziser den anatomischen Formen der Frauen gerecht zu werden.

So sollen sowohl der Trage- als auch der Schlafkomfort für weibliche Camper erheblich verbessert werden. Bestellen kann man die "ProLite-4-Women", die sogar für Wintercamping geeignet sind, für 99,95 Euro unter www.lauche-maas.de.

3) "Boyfriend's Arm Pillow" für Frauen von Kameo Corp.

Für alleinstehende japanische Frauen kam letztes Jahr die Rettung auf den Markt: "Boyfriend's Arm Pillow". Das Kissen ist wie ein großer Arm geformt und soll der Schläferin das Gefühl geben, nachts nicht allein im Bett liegen zu müssen. Seitdem das Kissen gelauncht wurde, ist es bereits weit über 1000-mal verkauft worden. Es kostet 80 USD (ca. 60 Euro) und ist bislang nur über das Internet bei Kameo Corp. in Japan zu bestellen (www.kameo.co.jp).

Aufgrund des enormen Erfolges plant das Unternehmen, verschiedene Modelle für Frauen auf den Markt zu bringen, z.B. ein besonders muskulöses Armkissen. Tröstlich für Männer: Auch für sie ist ein Kissen in Planung, das einen weiblichen Schoß darstellt.

4) Handtaschenhaken für den Beifahrersitz im Auto.

Für alle Frauen, die sich nach einer Feminisierung des Autos gesehnt haben, denen aber der YCC von Volvo etwas zu viel des Guten ist, gibt es jetzt den Handtaschenhaken. Er wird vertikal am Beifahrersitz befestigt und soll die Handtasche auch während der turbulentesten Fahrt an Ort und Stelle fixieren.

Entwickelt wurde dieser im Kompetenzzentrum "Frau und Auto" der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach unter der Leitung von Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes.

5) Frauen-Skier von Atomic und K2.

Frauen hatten es bisher beim Ski fahren wirklich nicht leicht, denn bei den als Damenski deklarierten Brettern handelte es sich ausnahmslos um Unisex-Skier. Doch seit einiger Zeit gibt es Lady-Skier, die diese Bezeichnung auch verdienen: Sie sind etwas kürzer, leichter und haben durch einen extrem leichten Holzkern einen weicheren Flex, was einen geringeren Kraftaufwand nötig macht.

Auch die Verlagerung der Bindung nach vorne sorgt für mehr Fahrspaß bei den Skihaserln. Dass es sich hierbei um eine Marktlücke handelte, belegen die Umsatzzahlen des Lady-Ski von Atomic: In der Saison 2002/03 stiegen sie von 2,1 Mio. auf 4,9 Mio. Euro. Und auch K2 meldet ein Plus von 43%.

Prognose:

Wie auf dem Automarkt oder in der Wintersport-Branche sollen die She-Products selbstverständlich auch den massiven Einbrüchen im klassischen Geschäft gegensteuern. Trotzdem steht außer Zweifel: Mehr weibliches Denken in den Produktphilosophien wird die Märkte von morgen maßgeblich prägen.

 

 

Das Reisebüro der Zukunft

Mit mobilen Reiseberatern und Multichannel-Strategien unterwegs in den Urlaub von morgen. So sieht das Reisebüro der Zukunft aus!

Das Reisebüro ist tot, es lebe das Reisebüro! Wir alle wissen: Das klassische Buchungsverfahren ist nicht mehr zeitgemäß. Dem Kunden die Hand schütteln, aus dem Regal einen backsteinschweren Katalog herausziehen und hastig ein Hotel raussuchen - dieses Modell hat in Zeiten hungriger Konsumenten und funktionierender Massenmärkte mehr recht als schlecht funktioniert. Doch der Siegeszug des Internets hat die Konsumenten kritischer gemacht, was die Qualität angeht, und empfindlicher, was den Preis betrifft.

Der Konsument der Zukunft wird noch konsequenter als bisher reißaus nehmen von touristischen Massenangeboten und Urlaub von der Stange. Wir leben in Zeiten der überfüllten Märkte und der überdrüssigen Käufer. Für die Zukunft des Reisebüros hat das folgende Konsequenzen:

E-Tourismus: Bedrohung oder Chance?

Unbestritten ist trotz allem: Das Reisebüro wird die momentane Internet- und Fernsehreise-Euphorie überleben. Drei Viertel der deutschen Reisebüros verfügen mittlerweile über einen Internetauftritt und können den Kunden ein serviceintensives Multichannel-Angebot machen.

Das Reisebüro der Zukunft als High-Service-Agentur

Allerdings werden wir in zehn Jahren die meisten Reisebüros kaum wiedererkennen. Wichtig dabei: Direktvertrieb, Internetbuchung, Urlaubspakete für den individuellen Geschmack - all das überfordert nach wie vor die Mehrzahl der Konsumenten. Dem Reisebüro wird künftig mehr denn je die Aufgabe zukommen, für den Kunden auszuwählen und als Deep-Support-Berater tätig zu sein, der sich schnell ein Bild von den Freizeit- und Reisewünschen seines Klienten zu machen vermag.

Bislang stecken die meisten der Internetanbieter und Reise-Shopping-Kanäle noch in den roten Zahlen. Online-Buchungen machen zurzeit in Deutschland gerade einmal 2 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Kombi-Läden auch für Tourismus interessant

In den deutschen Großstädten entstehen derzeit Kombi-Shops in großer Zahl. Ausgehend von der Grundidee erweiterter Postläden, in denen es auch Geschenkverpackungen, Rechtsanwälte und Papierwaren zu kaufen gibt, entwickeln sich immer mehr Boutique-Hybriden.

TUIs Entwurf eines Reisebüros der Zukunft:

Mitten in der Hauptstadt, Unter den Linden 17, möchte die TUI einen Vorgeschmack auf die Zukunft des Reisebüros geben. Das Reise-Erlebnis-Center arbeitet mit architektonischen Themenwochen, Videoclips, Duft-Countern und Espresso-Bars. Ferien-Scouts nehmen die urlaubsreife Klientel in Empfang und kitzeln die konkreten Urlaubswünsche aus ihnen heraus.

Internet-Zukunft des Reisebüros

Das Reisebüro der Zukunft bedient sich bereits souverän des Vertriebswegs Internet. Marketing- und Werbekosten wurden aus diesem Grunde in den Agenturen mittlerweile zu gut einem Drittel auf Investitionen in Direktvermarktung bzw. den Online-Auftritt umverteilt. Die hiesigen Reisebüros bestreiten schon zu 6 % ihre Umsätze über den Verkauf im Internet.

Das "7-Sterne-Reisebüro" Hegenloh in Göppingen arbeitet mit mobilen Reiseberatern, lädt die Kunden ins hauseigene Internetcafé ein und verfolgt eine Multichannel-Strategie (bis hin zu WAP-Buchungen). Das Unternehmen wurde 2002 vom Land Baden-Württemberg zu den Top-20-Dienstleistern gekürt.

 

 

Reise-Trends: Erweckungsreisen, spiritueller Tourismus und Functional Holidays

Für viele Menschen ist Reisen heute die einzige Möglichkeit, abseits von Familienstress und beruflichen Verpflichtungen wieder zu sich selbst zu kommen.

Das berühmte Abschalten und Die-eigene-Mitte-Finden ist heute als touristisches Angebot gefragter denn je. Immer mehr Gestresste und Ausgebrannte suchen deshalb Urlaubsangebote mit spirituellem Mehrwert.

Von Wellness zu Selfness

Fürs Erste hat Wellness bei den Anbietern kräftig an Image eingebüßt und muss sich mit dem Wellnepp-Vorwurf auseinander setzen. Der norddeutsche Kurort Bad Berensen hat soeben seine Konsequenzen daraus gezogen und den Begriff Wellness aus seinem touristischen Vokabular gestrichen.

Matthias Horx hat bereits im Jahr 2003 darauf hingewiesen, dass sich der Megatrend Gesundheit und Wohlfühlen nach dem Wellness-Hype weiterentwickeln wird. Was in Zukunft bei der Suche nach Lebensbalance und Ausgeglichenheit im Vordergrund stehen wird, ist Selfness, eine gesteigerte Form der Selbstkontrolle und des Selbstgenusses.

Kein Zweifel, dass der Selfness-Trend auch ganz stark auf spirituelle Bedürfnisse abzielt.

Ausspannen und heilen

Und dieser touristische Trend wird noch von einem aktuellen Gesellschaftstrend unterstützt: In einer säkularen, von Tatsachenwissen angetriebenen Welt stirbt der Wunsch nach Spiritualität und postmateriellen Werten (auch bei den Wissenseliten) keineswegs ab. Allerdings liefert die Institution Kirche keine zeitgemäßen Antworten mehr - willkommen im globalen Supermarkt der religiösen Gefühle und metaphysischen Heilserwartungen!

Der Tourismus wird von diesem Gesellschaftstrend in den nächsten Jahren enorm profitieren. Am Rande dieses Trends wartet außerdem ein weiterer Wachstumsmarkt: Reisemedizin, der Urlaub mit Operationstermin - die "Klinik unter Palmen".

Hier ein Beispiel, welches zeigt, wie sich der Reisemarkt zukünftig in Richtung Ego-Tuning und Neue (Über-)Sinnlichkeit weiterentwickeln wird:

Erweckungsreisen: Die touristische Trendkarriere der Weltflucht

Schon zu Beginn des neuen Jahrzehnts wurde der Rückzug ins Kloster zur touristischen Option für Supergestresste. Heute hat sich daraus ein stabiler Markt entwickelt:Mehr als 300 katholische und evangelische Klöster laden zur inneren Einkehr ein.

Managementschulungen und Zusich-Finden wurden durch den Andechser Management-Pater Anselm populär. Eine Online-Suchmaschine eigens für Klosterurlauber gibt es unter: www.orden.de/klosteraz/index.php. Das Buch zum Trend: Hanspeter Oschwald: Der Klosterurlaubsführer. Erfahrungen-Informationen-Tipps, Freiburg 2003.

Einkehr und Einkehren, diesem Motto hat sich zudem der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband verschrieben, der zurzeit mit der Marketingaktion "Kirche und Wirtshaus" auf übersinnliche Synergien hofft.

Und wer einmal nach rein buddhistischen Prinzipien verreisen möchte, sollte sich vertrauensvoll an Shambhala Tours + Meditation wenden.

 

 

Marathon-Tourismus - Zukunftschancen fürs regionale Marketing

Nicht nur die asiatischen Trendsportarten wie Qi Gong, Tai Chi oder Yoga transportieren spirituelle Werte, auch der "lange Lauf zu sich selbst" im Marathon ist offenkundig mehr als ein dröger Dauerlauf. Nicht zuletzt aber ist Running der Lifestyle-Massensport schlechthin, den Reiseveranstalter mehr und mehr entdecken.

Mittlerweile sind Laufveranstaltungen in aller Welt Publikums- und Teilnehmermagneten. Aber auch kleineren Städten bringen sie bare Münze in die Kassen der regionalen Hotellerie und Gastronomie.

Der "Genussmarathon" im österreichischen Feldkirch stellt dezidiert die spirituellen und gesundheitlichen Aspekte des Laufens in den Vordergrund (www.genussmarathon.at).

Seit 2004 hat der europäische Marathon-Kalender ein weiteres Highlight: den TUI Marathon in Palma de Mallorca (www.tui-marathon.de).

Und wem banale Straßenläufe zu wenig bieten, der kann über den Bostoner Reiseveranstalter "Marathon Tours & Travel" an den bizarrsten Laufveranstaltungen teilnehmen: etwa auf der Chinesischen Mauer, im Wüstenstaub von Marokko, zum Südpol oder in den Ruinen von Luxor (www.marathontour.com)

Weniger abenteuerlustigen, dafür aber um so mehr auf gute Laune setzenden Turnschuhträgern sei der "Marathon des chateaux du Médoc" ans Herz gelegt - mit kostümierten Teilnehmern, Weinproben und Leckereien entlang der Strecke nebst einem bunten Rahmenprogramm französischer Lebensart (www.marathondumedoc.com).

 

 

Wie Karriere-Fitness und Urlaub künftig verschmelzen

In der Wissensgesellschaft von morgen etablieren sich erweiterte Lebensformen zwischen Arbeit und Freizeit. Ein Beispiel ist das Weiterlernen am Urlaubsort.

Aus der "Freizeitstudie" des Zukunftsinstituts geht hervor, dass wir in den nächsten Jahren mit einem Zerfließen der traditionellen Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit rechnen müssen. Hybridformen wie Travel-Learning und der wachsende Markt der Weiterbildungsprogramme werden unser Verständnis von Freizeit und Urlaub umkrempeln.

45 % der Deutschen gaben in einer Allensbach-Umfrage an, in der Konjunkturkrise beim Urlaub zu sparen. Keine wirklich beunruhigende Zahl, denn Annehmlichkeiten wie "Essen gehen" (60 %) oder "Weniger für Kleidung ausgeben" (59 %) lagen noch weit darüber.

In den letzten beiden Jahren haben sich mehrere Veranstalter aufgestellt, die Reisen eng mit Weiterbildung verknüpfen: Die Lern-Tours bedienen einen substanziellen Trend - unseren Weg in die Wissensgesellschaft. Wissen wird zur Schlüsselressource in der Welt von morgen.

Folglich werden Reiseangebote mit Fortbildungsgarantie zu den Gewinnern der nächsten Jahre gehören.

Beispiele:

Sprachfit heißt ein neues Lernkonzept, das Sprachunterricht und Workout kombiniert. Am Beginn des 90-minütigen Trainings steht eine Theorieeinheit, anschließend werden Vokabeln und Beispieldialoge beim Fitnesstraining wiederholt. Diese Kombination soll das Merkvermögen anregen. Entwickelt wurde die Methode von der Fitnesslehrerin Dr. Henriette Javorek, weitere Informationen unter www.road2success.com.

Reisefeeling fürs ganze Jahr: Wissenstransfer zum Thema fremde Welten auf andere Art und Weise bietet neuerdings der Münchner Veranstalter Studiosus Reisen an. Schon seit längerem für seine originellen Reisekonzepte bekannt, lädt das Unternehmen jetzt Fernwehgeplagte und polyglott Interessierte sonntags zwischen 9:30 und 18 Uhr zu Urlaubsseminaren in unterschiedliche Münchner Hotels ein.

Reiseleiter und Schöngeister referieren zu originellen Themen wie "Der Italiener in uns ..." oder "Der Barock - zwischen Jammertal und Paradies". Preis: 85 bis 115 Euro, regionaltypische kulinarische Köstlichkeiten inklusive. Anmeldungen bei Studiosus.

Mehr Informationen zur Studie des Zukunftsinstituts "Die neuen (Frei-)Zeitmärkte" finden Sie hier.

 

 

Keine Angst mehr vor Phishing-Mails!

Wohl jeder Aktive im Internet hat schon einmal eine dieser E-Mails bekommen: So genannte "Phishing"-Mails. Bei eBay werden Phishing-Mails auch Spoof-Mails genannt. Wie Sie sie erkennen, sicher löschen und keinen Schaden davontragen, erfahren Sie hier.

"Phishing" steht für "Password fishing", also das "Fischen" von Passwörtern. Phishing-Mails haben nur ein Ziel: sensible, persönliche Daten zu bekommen, die dann für Betrügereien und zum Transferieren von Geld missbraucht werden. Phishing-Mails werden weltweit täglich zu Tausenden verschickt, und zwar nicht nur an Mitglieder von eBay, sondern auch an User anderer Online-Auktionshäuser und vor allem an Inhaber von Online-Konten bei Banken und bei PayPal.

Damit sollen vor die Zugangsdaten zu den Accounts "geklaut" werden. Weitere Ziele sind Daten der Krediotkarten und persönliche Daten (z.B. das Geburtsdatum), mit denen man dann weitere Konten unter falschem Namen einrichten kann.

Hoher Schaden und hohe Dunkelziffer

Es gibt bisher keine offiziellen und verlässlichen Informationen zur Zahl der Betroffenen oder zur Höhe der Schäden. Trotzdem darf man davon ausgehen, dass allein bei eBay weltweit mindestens dreißigtausen bis fünfzigtausend Mitglieder jährlich Opfer solcher Phishing-Mails werden.

Die Zahl der Phishin-Opfer geht in die Millionen: Solche E-Mails müssen ja erst einmal als "böse" erkannt und dann gelöscht werden. Der weltweit angerichtete jährliche Schaden liegt insgesamt nach Meinung der meisten Experten im Milliardenbereich.

Viele Banken warnen mittlerweile konkret vor E-Mails, mit denen Nutzer-Daten, PINs und TANs abgeluchst werden sollen. eBay und PayPal warnen derzeit eher verhalten vor diesen Mails, hier besteht noch Nachholbedarf.

Information ist der einzige echte Schutz

Der einzig wirkliche Schutz für Internet-Nutzer ist derzeit: Information und Aufmerksamkeit. So wird zwar von einigen Unternehmen und auch von eBay mit der Toolbar versucht, eine Software-Lösung als Schutz vor Phishing-Mails zu entwickeln - aber bisherige Erfahrungen zeigen, dass gerade solche Programme keinen 100%igen Schutz bieten können.

Es gibt überwiegend zwei Arten von Phishing-Mails: E-Mails, die Sie beantworten sollen und bei denen es vorgegebene Felder für Ihre Daten gibt, welche die Betrüger haben wollen.

Zum anderen E-Mails mit maskierten Links auf gefälschte Seiten, die denen der Auktionshäuser zum Verwechseln ähnlich sehen. Besonders gut programmierte Phishing-Mails enthalten zudem ein JavaScript, welches auch noch die Adresszeile des Browsers manipuliert: Dort wird dann nicht die wirkliche URL, sondern eine harmlose Webseite angezeigt.

So können Sie sich schützen

Vertrauen Sie nie einer angeblich von PayPal, eBay, Hood & Co. stammenden E-Mail! Klicken Sie in solchen Mails nie auf Links! Geben Sie niemals sensible Informationen in den Antworten preis!

Egal, wie seriös eine solche E-Mail erscheint: Gehen Sie immer über den üblichen Weg zum Einloggen bei eBay, Hood & Co., also beispielsweise über die Favoriten in Ihrem Browser.

 

 

Wissensgesellschaft: Upgrade des Klassenzimmers

Stellen Sie sich vor, Sie könnten Aktien der Schule Ihrer Kinder erwerben. Oder Ihre Kinder hätten zukünftig an der Gestaltung des Schul-Interieurs ein wichtiges Mitspracherecht. Und stellen Sie sich dann noch Schüler vor, wie sie in einem multiflexiblen 360-Grad-Klassenzimmer sitzen, in dem Lernen tatsächlich Spaß macht.

Wenn das die Zukunft der Schulbildung ist, dann hat sie in England bereits begonnen. Denn genau diese bahnbrechenden Modelle werden derzeit getestet und verändern unsere althergebrachten Vorstellungen von Erziehung, Schulmobiliar und Lern-Umgebungen.

Dienstleister-Schulen: Der Schüler ist Kunde und König

Wenn Schuleinrichtungen neu gestaltet werden, sollten die Vorstellungen und Bedürfnisse jener berücksichtigt werden, die sich als Lern-Experten und Bildungskunden in eben diesen Anstalten aufhalten: die Schulkinder. Dies war die Anweisung der Sorrell Foundation, als sie das Projekt "joinedupdesignforschools" aus der Taufe hob und 50 Designer und Architekten für 60 Schulen rekrutierte, um Lehranstalten mit innovativer Ausstattung zu revolutionieren.

Zu den Ergebnissen zählen u.a. neue Schuluniformen nach Entwürfen des Top-Modedesigners Paul Smith, 120 individuell gestaltete Schließfächer, riesige farbcodierte Beschilderungen zur Orientierung in den Schulen. Ganz wichtig: Transparente Eingangswände in den sanitären Anlagen, die eine gemeinsame Nutzung durch Schüler UND Lehrer, verhindern Randale und Kameraden-Mobbing.

Eigens von Schülern angeregte Verbesserungen sind ein einladender Eingangsbereich (Sofas, Kunstgegenstände, eine freundliche Rezeption mit hölzernem Empfangstisch) sowie schuleigene Logos auf Wasserflaschen und Stempel für individuell aufgemachte Schreibhefte (www.joinedupdesignforschools.com).

Was macht ein Bildungsentrepreneur?

Chris Woodhead nennt sich selbst einen "Bildungs-Entrepeneur". Der frühere Schulrat hat sich selbstständig gemacht und leitet nun "Cognita", Englands am schnellsten wachsende Kette gewinnorientierter Privatschulen. Traditionellerweise wurden englische Privatschulen bislang gemeinnützig implementiert. Aber, so Woodhead, die Zukunft liegt in der vollständig betriebswirtschaftlich geführten Bildungseinrichtung.

Derzeit betreibt er 20 Schulen und hofft, im nächsten Jahr auf 50 zu steigern. In einigen Jahren will er "Cognita" an die Börse bringen.Die Eltern, sagt Woodhead, sollten sich nicht an einem marktwirtschaftlichen Ansatz im Bildungswesen stören: "Je besser das Bildungsangebot für Eltern und ihre Kinder ist, desto populärer wird die jeweilige Schule." Und desto mehr Gewinn erwirtschaften diese Einrichtungen - Gewinn, der wiederum in den Ausbau von Bildungsinfrastrukturen investiert werden kann (www.cognitaschools.co.uk).

Future Learning: Der endgültige Abschied vom Frontalunterricht

Nach einer geheimen Testphase in England wurde unlängst auch ein neues Teaching-System vorgestellt: Der so genannte "360 degree classroom" konterkariert die traditionellen Methoden von Lehrenden. In diesem Klassenraum ist alles mobil. Die Schüler sitzen auf beweglichen Möbeln (Schreibtische und -stühle auf Rädern) und der Lehrer umrundet sie auf einer kurvenförmigen Bahn.

Diese Anordnung verleiht der Lern-Umgebung einen flexibleren und interaktiveren Charakter. Die Vorzüge dieses neuen didaktischen Umgebungs-Designs, das Teil einer Kampagne des Design Councils ist, sind facettenreich:

  • Weniger Unterrichtsstörungen, weil der Lehrer die Aktivitäten der Schüler besser überblicken kann - die kreisförmige Bahn eliminiert den "Rücken zur Klasse", wo die Probleme normalerweise beginnen.
  • Flexibilität und Beweglichkeit des Mobiliars begünstigen Gruppenarbeit.
  • "Whiteboards" (bewegliche Schreibtafeln) steigern das Lern-Potenzial, verbessert die Zusammenarbeit und fördert das visuelle Lernen.

 

 

Zahlungsmittel: Jetzt kommt die elektronische Geldbörse

Elektronische Geldkarten, die für kleine, tägliche Einkäufe von der Kinokarte über die Cola aus dem Automaten bis zum Brötchen beim Bäcker verwendet werden, stehen vor dem Durchbruch.

So lautet das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens Abi Research. Nach etlichen gescheiterten Systemen wie etwa der deutschen Geldkarte kommt jetzt die digitale Geldbörse - und zwar in der Form eines U-Bahn-Tickets.

Ein Pionierprojekt in Hongkong zeigt die Zukunft des Bezahlens: 1997 haben die dortigen Verkehrsbetriebe die so genannte Octopus ins Leben gerufen. Die Plastikkarte kostet umgerechnet 6 Euro und war ursprünglich nur zum Bezahlen in Bussen und Bahnen gedacht.

Ablauf: Der Kunde zieht die Karte an einem Lesegerät vorbei. Die Abbuchung erfolgt per Funk (RFID-Technik). Innerhalb von drei Monaten wurden 3 Mio. Octopus-Karten verkauft. Mittlerweile können die Bürger Hongkongs mit der Karte auch im Einzelhandel bezahlen.

Rund 15 Prozent aller Umsätze des Systems entfallen auf Kiosks und Straßenhändler. Sogar auf den berühmten schwimmenden Märkten Hongkongs wird Octopus akzeptiert. Ein Lesegerät kostet rund 3.000 Euro; für jede Transaktion verlangt die Betreibergesellschaft eine Provision zwischen 1 und 4 Prozent.

Erfahrungen der Einzelhändler zeigen: Wer Octopus akzeptiert, steigert seinen Umsatz um 10 Prozent. Japan und Singapur haben ebenfalls unlängst elektronische Geldbörsen eingeführt.

Weiteres Anzeichen, dass die elektronische Geldbörse jetzt auf breiter Front kommt: Die Kreditkartenfirma Visa will noch dieses Jahr eine eigene E-Geldbörse für Ausgaben unter 25 Dollar einführen. Zum Bezahlen ist dann keine Unterschrift mehr nötig. American Express (ExpressPay) und Mastercard (PayPass) haben ebenfalls Pilotprojekte gestartet. Partner im Handel sind McDonald"s und die Apothekenkette CVS.

Interessant: Die elektronische Geldbörse muss nicht notwendigerweise in Kartenform daherkommen. Es gibt bereits Pläne, die Funk-Chips auch in Handys oder Schmuckstücke einzubauen.

Einschätzung:

Der elektronische Fahrschein ist die Killerapplikation, nach der die Geldkarten-Branche so lange gesucht hat. Viele Verkehrsbetriebe werden künftig auf die E-Tickets umstellen und damit die Verdrängung des Bargeldes einleiten. Vorteil: Es gibt sofort eine garantierte Menge von Nutzern. Damit wird das bisherige Henne-Ei-Problem umgangen: Nutzer sind skeptisch, weil Akzeptanzstellen fehlen; Händler halten sich zurück, weil es nur wenige Nutzer gibt.

Knackpunkt wird das Thema Sicherheit sein: Theoretisch ist es möglich, die beim Bezahlen von der Karte gesendeten Funksignale abzufangen.

 

 

Zukunftsmarkt Zeitspar-Produkte

Das Problem ist nicht neu - die Lösungen schon: Über Zeitnot klagen die Menschen seit Erfindung der Uhr. Heute klagen schon Schulkinder über einen Mangel an freier Zeit. Doch was Soziologen zu Wehklagen veranlasst, bringt Anbietern von zeitsparenden Produkten und Dienstleistungen neue Chancen im Markt.

"Time rich - money poor", "time poor - money rich": zwischen diesen beiden Polen organisieren sich die Märkte der Zukunft. Wer kaufkräftig ist, hat wenig Zeit, Menschen mit viel Zeit hingegen bilden im Allgemeinen die Phalanx der Smart- und Discount-Shopper. Da wundert es nicht, dass die Datensammler der Gesellschaft für Konsumforschung herausgefunden haben, dass 60% der Deutschen grundsätzlich das Gefühl haben, ihr Leben werde allein von der Uhrzeit bestimmt.

Undd eine Untersuchung des Saarbrücker Gesundheitsamtes ergab, dass 38% der Frauen und 44% der Männer der Meinung sind, ihre Zeit reiche eigentlich nie aus. Was also liegt da näher, als neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die den Menschen ganz praktisch das Gefühl für ihre eigene Zeitsouveränität zurückgeben?

  • Die Schweizer Einzelhandelskette Coop etwa setzt konsequent auf "Frische-Convenience", wobei besonders die Idee der neuen Schüttelbecher-Salate überzeugt: ein gemischter Salat, dessen mitgeliefertes Dressing sich durch Deckelabreißen und Schütteln verteilen lässt. Die Gabel findet sich ebenfalls anbei.
  • Auch die Getränkebranche hat erkannt, wie viel Marktpotenzial in der Zeitspar-Idee steckt. Im Angebot etwa ein neuer Gemüsecocktail mit dem Namen Vegaplus von Nestlé, der es den Verbrauchern leicht machen soll, die aus Gesundheitsgründen angeratene Wellness-Frequenz von 5mal Frischem pro Tag einzuhalten; neuartige Frühstücksdrinks, die die erste Mahlzeit des Tages komplett auf schnelle, weil flüssige Basis stellen, oder auch ein Fastendrink der österreichischen Molkerei Nöm, der sogar Phasen des bewussten Nicht-Essens beschleunigen kann.
  • Mit einem sehr überzeugenden Zeitsparargument arbeitet neuerdings der Oetker-Konzern: Das neue Backmischungsprodukt zaubert Konditoreiwaren, die nicht mal mehr in den Backofen müssen. Und auch die neuen Instant-Kuchenteige von Nestlé aus dem Kühlregal sind "im Handumdrehen fertig".
  • Instant lautet das Zauberwort auch im Cosmed-Sektor: Immer mehr Produkte wirken sofort und ohne Einwirkzeit - und passen sich damit dem beschleunigten Lebensstil an: eine Instant-Aufbaukur für die Haare von L`Oréal etwa, der erste "All in one-Nassrasierer" von Wilkinson oder auch ein "Magic Instant Manicure"-Produkt von Liza Cosmetic für die Blitz-Maniküre mit Sofort-Effekt.
  • Das neue Persil mit Kurz-Waschformel ermöglicht daneben nicht nur ein optimales Waschergebnis, sondern vor allem die "Möglichkeit, Zeit zu sparen", so das Herstellerunternehmen Henkel in seiner Presseerklärung.
  • Wer es schafft, sich am Telefon kurz zu fassen, kann fortan gar umsonst telefonieren: ein neuer Mobilcom-Tarif macht es möglich. Die Grundgebühr beträgt hier zwar 10 Euro, dafür sind aber auch alle Gespräche unter 10 Sekunden Länge in alle Handy-Netze kostenfrei.
  • Und auch die Betreiber einer Quick-Spa-Kette haben sich dem schnellen Lebenswandel angepasst: Gesichtspflege, Maniküre, Massage - alles in 25 Minuten.

Fazit:

Was kulturgeschichtlich in der Regel kritisch bewertet wird, entspricht dennoch der Sehnsucht der Menschen: nach Vereinfachung und einem Gewinn an Eigenzeit. Nur so ist zu erklären, dass etwa Verbraucher im Supermarkt eher dann zum Ausprobieren neuer Produkte geneigt sind,wenn die Auswahl überschaubar bleibt, wie US-Psychologe Barry Schwartz mit umfangreichen Studien nachweisen konnte.

In Frankfurt/Main wurde unlängst zudem gar eine "Agentur für Zeitsparen" gegründet (www.afz-zeitsparen.de). Deren Betreiber bieten Hilfe in allen Alltagsangelegenheiten an, für rund 12 Euro die Stunde.

 

 

Future Travel: Die wichtigsten Techno-Innovationen im Flug-Business

Neue Technologien machen Flüge bequemer, schneller,unterhaltsamer - und für Business-Reisende auch produktiver. "Simplify your Business" lautet der aktuelle Trend auch in der Luft, denn viele der jährlich weltweit 1,9 Milliarden Passagiere verbringen einen Großteil ihrer Abflugzeit beim Schlangestehen: Gepäckaufgabe, Bordkarten - und Passkontrolle, Sicherheitscheck sowie das Boarding sind Engpässe, an denen sich nervige Staus bilden.

Dank der IATA (International Air Transport Association) werden Ticket, Bording Pass, Check-in und Gepäcktransport jetzt revolutioniert. Schon in drei bis fünf Jahren werden die neuen Technologien Standard sein. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

  • Die Ära des Papiertickets geht Ende 2007 definitiv zu Ende:
    Das spart der Luftfahrt-Industrie 2,7 Milliarden US-Dollar pro Jahr! Check-ins werden künftig verstärkt von zu Hause übers Internet oder per Handy erledigt. Bei den Check-ins via Telefon lädt man sich die Fluginfos wie einen Klingelton herunter.
  • CUSS-Kioske ersetzen Flughafenschalter:
    Diese "Common-Use Self-Service"-Einheiten können überall stehen, auch in der Hotellobby - sie buchen nicht nur Flugtickets, sondern reservieren auch Mietwagen oder Opernkarten. Einer Studie zufolge werden ab 2008 die meisten Passagiere ihre Flugbuchungen über CUSS-Kioske abwickeln. Und die Kioske verfügen künftig über biometrische Systeme, wie Gesichtserkennung und Fingerabdruck-Scan. Mit gespeicherten Daten kommen Passagiere schneller durch die Passkontrolle.
  • Ein weiterer Teil des IATA-Plans betrifft den Gepäcktransport:
    Herkömmliche Papierschlaufen werden demnächst durch Radio Frequency Identification ersetzt (RFID-Funk-Erkennung). Damit lassen sich Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt lesen und speichern. Weiterer Vorteil: Gepäckstücke werden besser wiedergefunden. Mit Papiertags wird gegenwärtig eine Ziel-Genauigkeit von 80 %, mit RFID-Tags zukünftig eine Sicherheit über 95 % erreicht. Immerhin gehen jedes Jahr 0,7 % der 1,5 Milliarden Gepäckstücke verloren, was für die Airlines Kosten von rund 1 Milliarde US-Dollar bedeutet.
  • Ende des Radars und virtuelle Navigation:
    Am dramatischsten indes wird sich das Innere der Flugzeuge verändern. Der Pilot ist künftig nur noch Flugsystem-Manager. Er wird den Rechner mit einem sichereren und effizienteren Weg seiner Wahl programmieren. "Free Flight" nennt sich das Zukunfts-Konzept: ein System, bei dem die Bodenkontrolle durch Computer an Bord jedes einzelnen Flugzeugs ergänzt wird. Das System liefert Piloten selbst bei dichtem Nebel ein virtuelles Bild des Terrains, das sie gerade überfliegen. Da die Kosten für Rechnerleistungen ohnehin rapide fallen werden, können auch die Piloten künftiger Kleinflugzeuge auf riesige Datenmengen zurückgreifen, wie heute bereits die Flugkapitäne von Linienmaschinen. Mit diesem "Small Aircraft Transportation System" (SATS) sollen die Flugplätze intensiver genutzt werden. Schon in zehn Jahren wird an Flughäfen außerdem kein Radar mehr genutzt werden, die Systeme sind einfach zu langsam und unzuverlässig.

Prognose:

In den 1950er Jahren wurden Flugzeuge schnell, in den 80ern zum "Zeitfresser" - in Zukunft werden sie clever! Die Zahl der Flugreisenden wächst seit 1960 um jährlich durchschnittlich 8 %. Die neuen Technologien werden dafür sorgen, dass dieses Wachstum in den nächsten Jahren noch übertroffen wird.

 

 

Probeartikel aus dem aktuellen Zukunftsletter: Weblogs - unschlagbares Super-Tool oder neue Belanglosigkeit?

Was Sie über das neue Medium wissen sollten, bevor Sie es in Ihre strategische Planung einbauen

Die Erwartungen ans Internet überschlagen sich seit jeher - die jüngste Hoffnung heißt Weblog und soll ähnlich wie Website oder E-Mail die Medien- und PR-Welt revolutionieren. Was ist dran an den Blogs - neueste kommunikative Seifenblase oder effektives Business-Tool?

Gebloggte Hochrechnungen und investigative Wirtschaftsjournalisten

Aufregung um Blogs hat vor allem zwei Gründe:

  • Die Popularität der Weblogs ist während der US-Präsidentschaftswahlen 2004 steil angestiegen. Eifrige Blogger haben jedes Husten der Kandidaten bewertet, woraufhin selbst große TV-Sender Blog-Beobachter engagierten. Es gibt Gerüchte, dass die während der Wahl laufend gebloggten Hochrechnungen das Ergebnis beeinflusst hätten.
  • PR-Katastrophen, die durch Weblogs ausgelöst wurden: Fahrradschloss-Hersteller Kryptonite wurde von einem Blogger bloßgestellt, als er zeigte, wie ein teures Schloss mit einem Kuli geöffnet werden kann. Suchmaschine Google bekam ordentlich Blogger-Druck, als die "News"-Funktion auch auf fragwürdige rechte Quellen zurückgriff.

Marketing-Blogs: Wie weit lassen sich Blogs tatsächlich unternehmerisch steuern?

Für Unternehmen,Werber und PR-Leute sind Blogs ohne Frage ein heißes Werkzeug - im negativen wie im positiven Sinne. Denn die Attraktivität hoch frequentierter Weblogs als Werbefläche ist natürlich ebenso groß wie die Gefahr des momentanen Imageverlustes. Seminare und Workshops wie "Weblogs in Marketing und PR" sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Denn die Möglichkeit, Anzeigen auf Weblogs zu platzieren oder sich selbst werbewirksam in Diskussionen einzuklinken, scheint nahe liegend, doch die Unternehmen und Agenturen geben sich zögerlich. Die Gründe dafür:

  • Das für eine Werbeanzeige "richtige" Blog mit der entsprechend großen Zielgruppe zu finden, ist kompliziert und flüchtig; in den USA gibt es bereits findige Dienstleister, die mit Informationen zu Reichweite, Themen und Preisen bei der Suche behilflich sind.
  • Weblogs sind ein unberechenbares Medium, das Firmen toppen, aber auch floppen lassen kann. Speziell ungeschickte Versuche Blogger zu beeinflussen können nach hinten losgehen. So wurde der Autor des Kommentars: "FOCUS ist wohl die beste Seite im WWW" in einem Focus-kritischen Weblog schnell als Mitarbeiter des Mediums enttarnt.

Corporate Blogs: Wenn der CEO bloggt

Eine andere Möglichkeit,Weblogs einzusetzen, ist das Einrichten firmeneigener Blogs. Weblogs als Image-Tool sind zurzeit bei US-Managern der letzte Schrei: Gerüchten zufolge fordert Microsoft-Chef Bill Gates nicht nur seine Mitarbeiter zum Bloggen auf, sondern gehört selbst bald zur Blogosphäre. Auch Boeing Marketing-Chef Randy Baseler betreibt eine Dauerwerbesendungunter www.boeing.com/randy.

Rechtstipp:

Für die Kennzeichnung der Urheberschaft Ihres Weblogs genügt es nicht einfach nur Ihre E-Mailadresse oder die URL Ihrer Webseite anzugeben. Ihr Blog muss mit einem vollständigen Impressum versehen sein, anderenfalls riskieren Sie eine Abmahnung.

Prognose des Zukunftsletters:

Generell gilt, dass die Weblogs wegen ihrer Unübersichtlichkeit und schwierigen Steuerungsmöglichkeit ein kompliziertes Marketinginstrument sind und die Gefahr groß ist, in der Belanglosigkeit unterzugehen. Der Einsatz von Blogs als Firmenkommunikationsmittel zum Informationsaustausch ist eine gute Basis für Kritik und Diskussion.Weblogs sind jedoch keine Business-Tools mit überprüfbarer Erfolgsgarantie.

Was Sie mit einem Weblog erreichen können und was Sie erst gar nicht versuchen sollten

  • Kundennähe:
    Blogs zum Zwecke der Verkaufsförderung können erfolgreich sein, wenn sie den Kunden direkt ansprechen und so etwas wie Kunden-Partnerschaft vermitteln.
  • Authentizität:
    Die kritischen Konsumenten der Zukunft werden jedoch schnell spüren, ob eine Marke kommunizieren oder nur verkaufen möchte.
  • Vorsicht vor Steuerungsverlusten!
    Es ist anzunehmen, dass gefakte Firmen-Blogs in Zukunft massenweise für Richtigstellungsorgien in den Unternehmen sorgen werden.

 

 

Online-Reiseportale: Vom Reisemittler zum kreativen Veranstalter

Reiseportale im Internet profitieren von der steigenden Akzeptanz des Web und wandeln sich vom Reisemittler zum Travel-Spezialisten mit eigenen Angeboten. Bis Expedia, Opodo oder Travelchannel Geschäfte im stationären Handel eröffnen, wird es nur eine Frage der Zeit sein, berichtet der Zukunftsletter in seiner Sonderausgabe "Zukunft des Tourismus":

Der Gang ins Reisebüro wird von vielen an Fernweh Leidenden immer öfter durch eine Tour mit Maus und Internet-PC ersetzt. Die Reisebranche verbucht im Gegensatz zu vielen anderen steigende Abwicklungsraten via Web. Im Sog des großen Erfolgs von Low-Cost-Airlines setzen nun auch etablierte Fluggesellschaften und Touristikunternehmen zunehmend auf den Vertriebsweg Internet.

Die zentralen Thesen zum touristischen Web-Trend:

  1. Online-Reiseportale haben ihren USP ausgeweitet und treten heute verstärkt als Veranstalter auf.
  2. Die vollzogene Verankerung der Marke beim Kunden führt mittelfristig zu einer Verlängerung der Brands in den stationären Handel.
  3. Die Web-Portale adressieren die Kunden längst nicht mehr über Niedrigpreise, sondern über Angebot und Qualität.
  4. Steigende Akzeptanz der Kaufabwicklung im Netz dank Safer-Shopping-Siegeln beflügelt die Online-Reisebranche.

Die aktuelle Entwicklung geht allerdings zu Lasten der ohnehin mit geringen Margen operierenden Reisebüros. Dem aufsteigenden Gesamttrend tut dies indes keinen Abbruch. "Rund 80 % der touristischen Internetseiten in Deutschland bieten inzwischen Buchungsfunktionen, was im vergangenen Jahr für deutlich steigende Internet-Umsätze in der Tourismusindustrie sorgte", sagt Dominik Rossmann, Geschäftsführer der auf Webtourismus spezialisierten Marktforschungs- und Beratungsagentur Ulysses in München.

Die Hemmschwelle Internet-Kauf ist im Reisegeschäft frühzeitig gesunken

Für 2003 ermittelten die Experten verkaufte Online-Reisedienstleistungen in Höhe von rund 5 Milliarden Euro - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 64 %. Ein Blick über den großen Teich zeigt eine vergleichbare Entwicklung zum deutschen Markt: Nach einer aktuellen Erhebung des US-amerikanischen Pew Internet & American Life Project informieren sich schon rund 45 % der amerikanischen Erwachsenen mit Internetanschluss im Netz über Reiseziele und haben auch schon virtuelle Touren durchs Terrain unternommen. Die wachsende Anzahl der schnellen Breitbandanschlüsse macht das Web-Surfen zu favorisierten Destinationen dort immer beliebter. Vor allem die Altersgruppe zwischen 28 und 49 Jahren nutzt das Online-Massenmedium dazu.

e-Tourismus boomt bei den teuren Reisen

Blieb es früher zumeist nur bei der Recherche im Web, nach der anschließend doch im stationären Reisebüro gebucht wurde, drücken die reisewilligen Surfer heute immer öfter den virtuellen Kauf-Button. Rund 13 % der deutschen Urlauber mit Netzzugang buchen ihre Reise nach einer Untersuchung des Bonner Marktforschungsunternehmens Sta-Consult bereits komplett online, weitere 13 % immerhin Teile davon im Internet - darunter fallen Mietwagen, Veranstaltungstickets und einzelne Flüge.

Besonders für Vergleiche und Informationen ist das Netz nicht mehr wegzudenken: 56 % der Surfer prüfen vor dem Buchen die Offerten der verschiedenen Anbieter und fast alle (94 %) informieren sich auch via Internet über ihr Reiseziel. Der Anteil der Online-Bucher steigt mit dem Reisepreis: Sind es bei Reisen in der Preisklasse von 200 bis 500 Euro 21 %, die zumindest teilweise online buchen, steigt die Zahl bei Reisen über 2.000 Euro auf 41 %. Auch Reiseprofis werden dem Internet gegenüber aufgeschlossener: Unter den nur einmal im Jahr Urlaubenden sind es nur 18 %, die übers Internet buchen, unter den fünfmal oder mehr Verreisenden 44 %.

Einer der Gründe für die stetig steigende Akzeptanz beim Kunden ist die Fülle der Informationen auf den Seiten der Spezialanbieter - oft mehr und besser aufbereitet als in den Printkatalogen der Reiseveranstalter. Aufwändige, Usability-getestete Benutzeroberflächen sollen eine störungsfreie Reise mit der Maus garantieren. Ein Pfund, mit dem travelchannel.de, expedia.de, avigo.de oder opodo.de gerne wuchern. Während Rundum-Services vom Mietwagen bis zur Ferienhausbuchung längst Standard sind, entwickeln sich die Web-Spezialisten neuerdings vom reinen Reisemittler zum Veranstalter: "Wir legen immer mehr eigene Produkte auf, die man so im Reisebüro nicht findet", erläutert Martin Meister, Geschäftsführer von Travelchannel. Damit versuchen die Portale den User vom Gang ins Reisebüro abzuhalten. Voll im Trend: individuell zusammenstellbare Bausteinreisen, die dennoch den Schutz einer Pauschalreise mit Preisersparnis gegenüber der Buchung von Einzelleistungen garantieren.

e-Tourismus wird sesshaft

Der Trend e-Tourismus wird auf mittlere Sicht auch die Geiz-ist-geil-Ära beenden. Bei den Buchungen auf den Online-Plattformen verschieben sich die Kundenwünsche immer öfter von der reinen Preisorientierung hin zum Qualitätsanspruch. Das hat bei den Anbietern zu der Erkenntnis geführt, dass man sich nicht mehr über Tiefpreisangebote profilieren kann, sondern vorrangig über Angebot und Qualität. Eine Tendenz, die die Online-Reisebranche vielen anderen Spielarten des e-Commerce schon voraus hat: Der User akzeptiert die Angebote und sieht dank TÜV-Prüfungen und Safer-Shopping-Siegeln kaum noch Grund zum Misstrauen bei der Kaufabwicklung. Die Marken etablieren sich, was die Web-Portale verstärkt über deren Verlängerung ins Stationärgeschäft nachdenken lässt. Dass die traditionellen Reisebüros in der Einkaufsmeile bald Gesellschaft eines stationären Travelchannel-Shops oder Expedia-Ladens bekommen, ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit.

 

 

Welche Marken aus dem Land der Mitte die Märkte erobern

4 Branchenbeispiele aus Fernost - ein Probebeitrag aus dem aktuellen Zukunftsletter

Noch immer gilt die Volksrepublik China bei vielen Entscheidern hier zu Lande als Billiglohnland und verlängerte Werkbank für den Rest der Welt. Doch die als Abkupferer verschrieenen chinesischen Unternehmen werden schon in den nächsten Jahren jede Menge innovative Produkte herstellen und eigene Weltmarken aufbauen. Der Zukunftsletter hat die aktuellen Trendfirmen aus Japan, Korea und China aufgespürt.

Noch werden keine China Marken unter Interbrand`s Top 100 gelistet. Doch die chinesische Regierung treibt diesen Prozess tatkräftig voran und versucht mit finanziellen Hilfen, 30 bis 50 Unternehmen für den internationalen Wettbewerb fit zu machen. Der Verkauf der Handy-Sparte von Siemens an das taiwanesische Unternehmen BenQ wird nicht die letzte Übernahme dieser Art bleiben.

Wer sich jetzt in China umsieht, der stellt fest: In der nächsten Zeit werden mehrere Marken einzelner Branchen den Sprung auf das internationale Parkett schaffen. Und ihre Wirkung auf die europäischen Märkte wird erheblich sein. Wir stellen Ihnen hier die erfolgsversprechendsten chinesischen Marken mit Weltmarktpotenzial vor:

1) Der Automarkt zittert: nach Japan und Korea rüttelt erneut jemand an der Autobranche

Westliche Autohersteller bangten schon in den 80ern und 90ern um ihre Margen. Nun sorgen weder die Japaner noch die Koreaner, sondern die Chinesen für Furore. Seit Mai 2005 werden Fahrzeuge der Marke Jiangling in Europa verkauft. Weitere Anbieter werden folgen. Geely, Chery, Zhonghua und SAIC werden demnächst auf unseren Straßen zu sehen sein. Ob SUV oder Kleinstwagen, alle Wagenklassen werden von den China-Brands bedient - Weltmarktreife, nur billiger: die Autos sind ab 8.000 Euro zu haben.

2) Wer produziert unsere Spülmaschinen? "Weiße und braune Ware" bekommen einen neuen Aufkleber

Produzierten sie früher noch für die Großen, kleben die chinesischen Zulieferer heute einfach ihre eigene Marke auf das Produkt. Sie vertreiben erst in Schwellenländern und greifen dann auf die USA und Europa über.

Die Taktik funktioniert: Haier ist der größte chinesische Hersteller für weiße Ware - alles was in der Küche steht, vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine. Die Firma produziert in über 13 und verkauft in 165 Ländern. In den USA steht Haier bereits in den Regalen aller großen Handelsketten.

Changhong, Panda und Konka sind führend in brauner Ware - alles was im Wohnzimmer steht, vom TV bis zur Stereoanlage. Der Telekomausrüster Huawei ist auf fast gleichem technologischen Niveau wie die Marktführer. Ob Router, Server oder Schaltanlagen, mit 30 % billigeren Produkten wurde Huawei zum Hauptkonkurrenten von Nortel, Siemens und Cisco erklärt. Das Besondere an der Firma: Die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet in der Forschung!

3) Chinesische Handys schaffen den Durchbruch - zumindest bei den klammen und kitschgewöhnten Teenagern

Der chinesische Mobiltelefonexport stieg in 2004 um 56 % auf rund 74 Mio. Geräte an. Noch teilen sich die Global Player den Löwenanteil am Export. Doch im vergangenen Jahr wurden bereits 4 Mio. chinesische Handys auf dem Weltmarkt verkauft. Vor allem Teenager werden sich nicht um renommierte Marken scheren. Trendiness ist gefragt: kleine, bunte Handys, die wild in der Gegend rumfunkeln. Selbstredend werden auch Business-Handys im braven Silberlook angeboten - aber ebenfalls zum Minimalpreis, was die Mobilfunkanbieter erfreuen wird. Bei den Chinesen haben TCL und Ningbo Bird klar die Nase vorn: Sie sind im chinesischen Markt Nokia und Motorola dicht auf den Fersen.

4) Creative Copying: Nicht nur MP3-Player werden kopiert und verbessert

Was im 19. Jahrhundert die Schweizer-Uhrenindustrie stark gemacht hat, das Lernen vom Weltmarktführer England, dürfte in Kürze auch die chinesische Elektronikindustrie an die Weltspitze führen. Chinesische Firmen kopieren nicht nur Geräte ihrer Konkurrenten, sondern verbessern diese auch gleichzeitig.

Ein Beispiel für die Fähigkeit, Imitation in Innovation umzuwandeln, ist WelSonBel. Die Firma kopierte MP3-Player des taiwanesischen Konkurrenten BenQ und verkaufte diese 30 % günstiger. Schon ein halbes Jahr später kam das Gerät auf den Markt. Mit vereinfachter Bedienung und schönerem Design schlägt das Gerät das Original um Längen. Der Weltmarktauftritt steht unmittelbar bevor: Das Benutzer-Menü umfasst neben Chinesisch bereits die wichtigsten europäischen Sprachen ...

 

 

Future Food: Die wichtigsten Trends zur Zukunft der Ernährung

Spätestens wenn im Riesenreich China Wohlstand und Gesundheit das westliche Niveau erreicht haben, werden wir unsere Ernährung global umstellen müssen. Ein Probeartikel aus dem aktuellen Zukunftsletter (08/2005).

Langfristig muss die Lebensmittelverknappung zur Abkehr von der tierabhängigen Nahrungsproduktion führen. Und damit zu einer Neubewertung von Genetik und Biotechnologie. Bis dahin jedoch ist es noch ein weiter Weg: Die Menschen in Westeuropa verhalten sich in ihrem Essverhalten erstaunlich konservativ, schreibt die Redaktion des Zukunftsletters in der aktuellen Ausgabe. Die Ernährungs-Trends, die in der Studie "The New Eating Normalcy" vorgestellt werden, belegen nun, welche Schritte die Verbraucher auf dem Weg zu dieser neuen Ess-Normalität noch gehen werden.

Essgewohnheiten sind ein zuverlässiges Trendbarometer

Wenn sich an der Bedürfnislage der Menschen etwas ändert, lässt sich das bestens an ihrem Essverhalten ablesen: So hat der Wunsch nach mehr Eigenzeit den Weg für "conveniente" Fertiggerichte bereitet, die Sehnsucht nach Gesundheit und Wohlbefinden hat den Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln und Functional Food neue Absatzmärkte beschert, und die wachsende Mobilität der Menschen lässt sich ernährungstechnisch anhand des Vordringens von Snacks, Finger- und Drinkfood nachzeichnen. In diesem Sinne argumentieren auch die Forscher am Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut.

Deren Studie zur Zukunft der Ernährung listet gesellschaftliche Trendentwicklungen auf, die ihren Niederschlag in veränderten Ernährungsgewohnheiten finden.

1. Supernatural: Die Grenzen zwischen natürlichen und künstlichen Lebensmitteln werden größer - lösen sich aber langfristig auf. Eigentlich natürliche Verfahren und Zusatzstoffe werden den Lebensmitteln künstlich zugesetzt. Über diesen Umweg des Super-Natural schwinden die Vorbehalte gegenüber dem Künstlichen (vgl. "Supernatural Food": Zukunftsletter 10/02).

2. Media Food: Das Lebensmittel wird zum Informationsprodukt. Produktdeklarationen, aber auch übersichtliche Verkaufspräsentationen werden vom informierten Kunden immer konsequenter nachgefragt.

3. Hightech-Food: Das Labor schreibt die Menüs von morgen. Lebensmitteltechnologen entschlüsseln das Zusammenspiel von Eiweißen und Molekülen und erfinden neue Geschmackssensationen.

4. Gläserne Lebensmittel: Food wird transparent. Vom Ursprung bis zum verkaufsfertigen Produkt - der Verbraucher will Einsicht nehmen.

5. Ess-Ängste: Die Zahl der Konsumenten mit Food-Phobien wächst. Neue diagnostische Möglichkeiten führen zu einer Sensibilisierung und zu übertriebenen Ängsten der Konsumenten.

6. Neuer Individualisierungs-schub: Die Möglichkeit umfangreicher DNA-Analysen lässt den Ruf nach personalisierter Nahrung laut werden, die prophylaktisch gegen bestimmte Störungen und Gesundheitsprobleme wirken kann.

7. Protein-Hype: Neue Protein-Quellen werden wichtiger. Pflanzen gehören zu den sinnvollsten Eiweißlieferanten, mit denen künftig der Hunger der Welt gestillt werden kann.

8. Heritage-Food: Authentizität und Mythen bestimmen die Food-Märkte von morgen. Emotionalität, Erlebnis und Lebensgefühl werden auf den rationalisierten Nahrungsmittelmärkten von morgen eine immer größere Rolle spielen.

9. Gefühls-Gastronomie: Retail bedient den Verstand, Gastronomie den Bauch. Beim Einkauf von Lebensmitteln zählen Preis, Qualität und Gesundheit, beim Restaurant-Besuch geht es hingegen um Emotionen und Genuss.

10. Last but not least: Die Revolution findet nicht statt! Die Konsumenten verhalten sich in der Ernährung zum großen Teil altmodisch und essen das, was sie schon immer gegessen haben. Zudem verhindern gigantische Forschungskosten auf Seiten der Hersteller den großen Umbruch auf den Tellern.

 

 

Was ist der Barbie-Tech-Trend?

Wie Frauen allmählich die männliche Hightech-Domäne erobern

Consumer Electronics wie Digitalkamera, MP3-Player und Handys galten bislang als typische "boy´s toys". Nichts ist so falsch - das hat jetzt die amerikanische "Consumer Electronics Association" herausgefunden, berichtet der Zukunftsletter. Von den 96 Milliarden Dollar, die mit Consumer Electronics umgesetzt wurden, gaben Frauen 55 Milliarden aus(!). In vielen Segmenten haben weibliche Kunden die Zahl der männlichen Konsumenten bereits überflügelt. Der Markt verändert sich, und die Veränderungen sind weit reichend - bis in die nächste Generation.

Aus weiblichen Zahnspangenträgerinnen wird eine völlig neue Technik-Generation

Schon benutzen weibliche amerikanische Teenager zwischen 13 und 18 Jahren elektronische Geräte weit häufiger als ihre gleichaltrigen Pendants. Mädchen greifen häufiger zum Handy (88 % gegenüber 83 %), zur Digital-Kamera (54 % gegenüber 50 %), zum DVD-Recorder (21 % gegenüber 19 %).Nur bei Videospielen liegen sie mit 49 % gegenüber 89 % noch hinten.

Gründe für diesen neuen Barbie-Tech-Trend:

  • Früher dienten elektronische Geräte eher dazu, als Arbeitsinstrument die Effizienz zu erhöhen. Heute geht es um mehr - auch um Musik, Unterhaltung und vor allem um Kommunikation.
  • Hinzu kommen jüngste technische Möglichkeiten, die insbesondere Frauen ansprechen - etwa "Familienfilme" drehen (mit der Digitalkamera) -, und es gibt neue Kommunikationsformen, zu denen sich Frauen stärker hingezogen fühlen (wie etwa SMS und Kamera-Telefone).

Trend-Analyst Paul Jackson von der Beratungsfirma "Forrester" sieht als Grund für den Trend den "zunehmend mobilen Lebensstil der weiblichen Teenies". Aber auch Frauen im reifen Alter sind  zunehmend mobiler und flexibler geworden. Mehr noch als Männer, so die bei Intel beschäftigte Anthropologin Genevieve Bell, müssen sie Arbeit, Haushalt und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen. Diese neuen "Mama-Taxis", die nun ins Blickfeld des Marketings gerückt sind, brauchen ihre Handys mehr, als das bei Männern der Fall ist.

Wie sieht ein femininer Technik-Vertrieb in Zukunft aus?

Der "BlackBerrie", so Manjit Waters von O2, ist für Geschäftsfrauen die größte Erfindung überhaupt. Denn er erlaubt ihnen, zu arbeiten und gleichzeitig für ihre Kinder erreichbar zu sein. Forscherin Bell zufolge spielen bei dem neuen Trend auch geschlechtsspezifische Unterschiede eine Rolle."Mit Technik herumzuspielen ist typisch männlich. Frauen hingegen sagen eher: "Dafür habe ich keine Zeit". Sie verlangen von den Produkten einfache Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit. Auch modische Elemente spielen bei Frauen eine größere Rolle.

  • Deshalb startet O2 eine neue Werbe- und Marketing-Offensive - abgestellt auf weibliche Teenies und Frauen reifen Alters. Samsung setzt bereits verstärkt auf kleine, modische Handys, die wie Schmuck getragen werden können.
  • In Asien hat sich auch ein Markt für Elektronik-Geräte etabliert, deren Design an "Hello Kitty" angepasst wurde, einer weiblichen TV-Kunstfigur. "Hello Kitty"-Handys von Nokia sind der Renner geworden.

Wie das Vertriebsmanagement auf die Feminisierung von Hightech reagiert

  • Intel beispielsweise bietet in Korea und Japan die Handys jetzt auch in Juweliergeschäften an.
  • Spezifisch feminin verpackt, werden Handys neuerdings in Bekleidungsgeschäften wie GAP verkauft.
  • Der Barbie-Tech-Trend manifestiert sich natürlich auch im Internet. Während typisch männliche High-Tech-Magazine wie T3 mit Auflagenproblemen zu kämpfen haben, melden frauenaffine Techno-Websites neue Besucherrekorde.

Prognose des Zukunftsletters:

Noch wird kaum frauenspezifische Elektronik angeboten, und viele Frauen fühlen sich auch beim Besuch eines Elektronik-Geschäftes unwohl. Deshalb ordern sie ihre Produkte häufig über Internet - ein Trend, der sich verstärkt. In femininen Vertriebswegen und femininem Produktdesign liegen künftig gigantische Marktchancen.

 

 

Wie der Online-Boom Marketing und Werbung verändert

Holistic-Marketing, Keywords statt Claims, Erlebniswelten im Web und vieles mehr

Der Zukunftsletter behandelt in seiner aktuellen Schwerpunkt-Ausgabe (September 2005) die Zukunft des Marketings. Auf 12 Seiten lesen Sie hier zum Beispiel alles über Schwarm-, Mobile-, Artistic-, Holistic-, Kult(ur)-, China-, Effizienz- und Best-Practice-Marketing. Dieser Beitrag ist ein Auszug daraus und beleuchtet die Zukunft des Online-Marketings:

Seit drei Jahren ist der Aufbruch unverkennbar. Und trotz Werbekrise und Problemen mit der Kundenkommunikation hat sich das Online-Marketing als zukünftiger Wachstumsmarkt etabliert. Auch für 2005 rechnen Experten hier zu Lande wieder mit einem Wachstum um die 20 %. Diese Entwicklung riecht nicht nur nach einem neuen Boom, sie zeigt an, dass niemand mehr an der Internetkommunikation vorbei kann. Oder anders herum: Online-Marketing wird die Verkaufs- und Kommunikationspolitiken der nächsten Jahrzehnte maßgeblich bestimmen, Internet zu einem konkurrenzlosen Megamedium aufsteigen. Die wichtigsten Anzeichen, wie Online die Marketingbranche der Zukunft prägen wird:

1. Der Durchbruch von Holistic Marketing: Online als Basismedium und Portal für vernetzte Kommunikation

Integrierte Kommunikation und Crossmedia sind als Konzepte wahrlich keine neue Erfindung. Doch die Veränderung des Nutzungsverhaltens der Menschen macht ganzheitliche Ansätze notwendiger denn je. Die Konsumenten der Zukunft, und vor allem junge Menschen, denken über ihren Mediengebrauch nicht mehr eigens nach, sie zigeunern zwischen einer Vielzahl von Angeboten, ziehen sich TV-Downloads aus dem Netz, besorgen sich Breaking News übers Handy usw. Viele Werbung Treibende, in erster Linie aber die Agenturen, beginnen sich auf diese frei flottierenden Nutzer einzustellen und legen ihre Fachabteilungen zusammen.

2. Die neue Killerapplikation der Online-Werbung: Verkaufen mit Google - Keywords statt Claims

Nach Expertenschätzung beträgt der Marktanteil des Suchmaschinen-Marketings in der Online-Werbung hier zu Lande bereits 30 bis 40 %. Auf dem amerikanischen Markt legte Suchmaschinen-Marketing gegenüber dem Vorjahr um 11 % zu. Lästige Bannerwerbung (minus 7 %), und Sponsoring (minus 8 %) werden bald der digitalen Vergangenheit angehören. Suchmaschinen-Marketing spielt einer Neuen Nüchternheit direkt in die Karten. Näher dran am Kaufakt kann man nicht sein: Wer gewöhnlich eine Suchmaschine ansteuert, der möchte ein bestimmtes Produkt kaufen. Suchmaschinen-Marketing bewirbt das Produkt nicht, sondern bereitet den Kaufakt vor. In Zukunft gilt deshalb die Devise: Keyword statt Claim. Wer über die Suchmaschinen mit dem richtigen Suchwort gefunden wird, braucht kein Geld mehr für teure, aber unspezifische Kontakte im Fernsehen auszugeben. Kühne Prognosen von Jupiter Research, wonach das Internet beim Werbeumsatz bereits 2008 die Zeitschriften überholt haben wird, schießen indes weit über das Ziel hinaus.

3. Was es wirklich heißt, eigene Erlebniswelten auf der Website zu errichten: der virtuelle Kühlschrank von Coca-Cola

Unter www.cokefridge.com hat der Brausehersteller wahrscheinlich das weltweit größte Internetportal eines Markenartiklers eingerichtet. Die Absicht damit: noch näher an die Kunden ran, noch individuellere Angebote. Über einen Zahlencode bekommen Nutzer auf der Website Zugang zu Gewinnspielen, aber vor allem auch zu neuen technologischen Innovationen wie einer Anwendung zum Chatten per Handy. Außerdem laufen über die Seite Kooperationen mit eBay und musicload.de. Hintergrund der Aktion: Die Heavy User zwischen 14 und 19 Jahren sind über TV-Werbung nicht mehr zu erreichen und sollen im virtuellen Kühlschrank eine neue Heimat finden.

4. Online-Shops rekrutieren ihre Kunden schon zu großen Teilen über Suchmaschinen

87 % der US-Online-Shops investieren inzwischen in erfolgsgekoppelte Werbung (Pay-for-Perfomance, PfP) in den Suchergebnissen von Google & Co. 19 % der Online-Werbeausgaben der Shops flossen 2004 in diese Methode. Alle Firmen, die Pay-for-Perfomance bei Suchmaschinen nutzen, erklären die Methode für "erfolgreich". Bereits 74 % der US-Shops schicken Produktdaten an Preisvergleichs-Maschinen wie Pricegrabber,MySimon oder Froogle. 11 % der Neukunden wurden über Links auf Partnerseiten (Affiliate Programme) gewonnen, 8 % über das probate Mittel Printkataloge und klassische Medien, nur 4 % über etablierte Internet-Portale wie AOL, MSN oder Yahoo sowie 3 % über "neue Portale" wie Amazon und eBay!

5. Was bedeutet Export-Marketing im Internet?

Die globalisierende Wirkung des Internets macht auch vor Marketing- und Mediastratgeien nicht halt. Und da wir hier zu Lande auch in den nächsten Jahren zu den Exportweltmeistern gehören werden, ist es angeraten, die eigenen Kommunikationsinstrumente grenzen- und sprachübergreifend auszurichten. Die klassischen Medien können diesen Transfer nicht leisten. Eine Agentur wie www.webeffekt.de hat sich darauf spezialisiert, deutschen Firmen über den Weg der Suchmaschinen weltweit Kenntlichkeit und Aufmerksamkeit zu verschaffen.

 

 

"Quiet Care" lässt alte Menschen selbstbestimmter leben

Ein Probeartikel aus der aktuellen Ausgabe des Zukunftsletters (September 2005)

George Boyajian kann es kaum erwarten, über die persönliche Befriedigung zu sprechen, die ihm seine Arbeit verschafft. Er müsse unbedingt was essen, sagt er zuerst, als der Redakteur des Zukunftsletters in den vollgestopften Büroräumen seiner Firma "Living Independently" (www.quietcaresystems.com) in Midtown Manhattan ankommt. Man kommt ja zu nichts mehr als Mitgründer eines viel versprechenden Startup-Unternehmens in der Healthcare-Branche, nicht einmal zum Lunchen. Dann schafft er es doch kaum bis zum Aufzug, und schon sprudeln ihm die Worte der Begeisterung aus dem Mund über sein Baby namens "Quiet Care" und dass jeden Tag Leben damit gerettet werden.

Es ist schon eine ziemlich gute Idee, die ein Gerontologe von der University of Pennsylvania Boyajian vor drei Jahren zum Geschenk gemacht hat: nämlich ein unauffälliges System für ältere und gebrechliche Menschen zu entwickeln, die allein zu Hause leben wollen und das deren alltägliche Bewegungen aufzeichnet, ohne ihre Privatsphäre zu verletzen. Wer will schon ständig von einer Internetkamera aufgenommen werden, wenn man gerade tief im Gespräch (auch mit sich selbst) versunken ist?

Quiet Care: Ein diskreter Haushaltsmanager

"Quiet Care" besteht aus fünf drahtlosen Bewegungssensoren, die an strategisch wichtigen Orten wie dem Kühlschrank, dem Medizinschränkchen oder in der Toilette angebracht sind und aufzeichnen, ob und wann jemand gegessen, seine Pillen genommen hat oder zur Toilette gegangen ist. Die Daten werden von einem Empfänger aufgezeichnet und alle zwei Stunden automatisch per Telefon auf einen Server geladen. Von dort aus können zum Beispiel die Kinder gebrechlicher Senioren oder auch ein Altenpfleger im Außendienst ablesen, wie die Tagesroutine aussieht.

Die Frage, ob man damit nicht bequem einen nervigen Großvater "abstellt", um jeden menschlichen Kontakt mit ihm zu vermeiden, bringt Boyajian nicht aus dem Gleichgewicht. "In den USA wollen 95 % der älteren Bevölkerung lieber zu Hause leben als in einem Pflegeheim", sagt er, inzwischen an seinem Sandwich kauend, das er im Diner um die Ecke bestellt hat."Manche empfinden es als herablassend, wenn der Sohn oder die Tochter jeden Tag anruft, nur um zu sehen, ob die Oma noch lebt oder ihre Medizin genommen hat." Das macht Sinn, wer will schon nach einem langen Leben wieder wie ein kleines Kind behandelt werden.

Das Geniale: Das Gerät ist billig und einfach

Weil "Living Independently" es nicht auf eine Supercomputer-Lösung mit einem enormen Forschungsaufwand abgesehen hat, sondern die Technologie so schlicht wie möglich halten wollte, sind die Geräte kostengünstig ausgefallen. Nur 200 Dollar kostet die Technologie, dazu kommen zwischen 60 und 90 Dollar Monatsgebühren, je nachdem, ob ein Zusatzgerät mitgeliefert wird, das der Senior am Körper trägt. Es kann nach einem Sturz auf Knopfdruck die sofortige Warnung "Ich kann nicht aufstehen" auslösen, so dass umgehend Hilfe geleistet werden kann. Das Gerät kann außerdem ablesen, wie hoch die Zimmertemperatur ist - für den Fall, dass die Heizung oder die Klimaanlage ausgefallen ist.

Boyajians Firma hat das Gerät seit Anfang des Jahres auf dem Markt und will es nicht nur an Privatleute vertreiben, sondern vor allem an Pflegeeinrichtungen, deren Patienten zwar zu Hause wohnen, aber dennoch in regelmäßigem Abstand auch persönlich betreut werden.

 

 

Internet-Marketing: Wie ein Portal zum globalen Kult avanciert

Praxisbeispiel Craigslist (craigslist.org)

Wenn Sie endlich einmal wissen möchten, wie eine richtige Geldmaschine funktioniert, sollten Sie sich unbedingt craigslist.org ansehen. Der jährliche Gewinn beträgt 10 Mio. US-Dollar, und das mit gerade einmal 14 festen Mitarbeitern.

Zwischen August 2001 und August 2004 hat Craiglist seine monatlichen Visits um 799 % gesteigert, exakt 3,6 Millionen waren es im August 2004. Aber was tut Craigslist für den Erfolg? Craigslist ist wahrscheinlich das erfolgreichste "schwarze Brett" der Welt, eine riesengroße Bibliothek des Alltagswissens, der stinknormalen Wünsche, Süchte und Sehnsüchte.

Was das Erfolgsgeheimnis hinter dieser Geschäftsidee ist, lesen Sie in diesem Beitrag aus dem Zukunftsletter:

Drei Vorzüge sind es, die das Portal zum Kult machen:

  • Craigslist gibt den Menschen einen "sense of community" wieder.
  • Das Portal kommt höchst minimalistisch daher und arbeitet mit einer Open-Source-Software, die permanent - den Bedürfnissen der Nutzer entsprechend - aktualisiert wird.
  • Craigslist verkauft und schaltet auch bewusst keine Werbung! Für die lokalen Nutzer ist das ein ganz zentraler Wert - sie fühlen sich geschützt und ernst genommen. Der Nutzer weiß: keine Popups, keine Banner, kein Passwort, keine Gebühren.

Wie sich Craigslist finanziert

Aber der Hauptgrund für den Erfolg ist: Craigslist verfolgt einen konsequent philantropischen Ansatz. Seit Craig Newark das Lokalportal im Jahr 1995 in San Franciscos Bay Area auf den Weg brachte, ist es eine einfache Community-Plattform, wo jeder für sich irgendetwas finden kann. Für den gemeinen Nutzer ist jede Information umsonst. Craigslist finanziert sich vollständig über Stellenanzeigen, für die Firmen zahlen müssen. Auch wenn wir immer ortsunabhängiger und globalisierter leben: Craigslist hat genau verstanden, dass sich nicht nur unser Business, sondern auch unser Lebensstil in lokalen Netzwerken und Kartografien der Nähe entspinnt.

Eine Enzyklopädie des Alltags - von den Nutzern verfasst

In Zeiten des Internet-Hypes wurden die Gutmenschen von Craigslist dafür ausgelacht, dass sie ihre Dienste umsonst anpriesen. Seit 1999 schreibt die Plattform schwarze Zahlen. TV-Sender rekrutieren hier ihr Personal für Reality-Shows, wochenendmüde Männer finden hier eine Fußballmannschaft zum Mitkicken und Singles einen neuen Lover. Langjährige Bewohner der Bay Area schwören, dass der Name Craigslist bei einer beliebigen Party annähernd hundert Mal fällt.

Lokaler Nutzwert als globales Businessmodell

Mittlerweile gibt es Craigslist in 57 Städten. Doch der Hammer kam Ende des vergangenen Jahres: eBay hat sich mit 25 % bei dem weltweiten Lokalportal eingekauft. Die Gründe dafür: eBay möchte von Craigslist noch mehr über Community-Nähe lernen. Und Craigslist erhofft sich von der globalen Site unbürokratische Hilfe gegen Spam und Hacker.

 

 

Werte-Marketing ist das Verkaufs-Tool der Zukunft

Eine wertvolle Checkliste für die Zukunft Ihrer Marke

Die Redaktion des Zukunftsletters hat für Sie hier die zentralen Werte und Wertvorstellungen gesammelt, die für Produkthersteller und Dienstleister in Zukunft unverzichtbar werden. Zunächst die drei Grundwerte und im Anschluss daran eine Systematik, wie Werte in der Kommunikation mit dem Kunden wirken:

Qualität:

Qualität bedeutet in letzter Konsequenz hundertprozentige Kundenzufriedenheit, dabei muss es nicht unbedingt auf Produktdetails ankommen, aber eine Erwartung wird in hohem Maße erfüllt. Man beachte hier die Feinheiten der Formulierung: "Alles, was wirklich Qualität hat und ist". Es geht also nicht nur um die Qualität von Details, sondern um die "Gesamtausstrahlung" eines Angebots. Dieses hat in den Augen der Konsumenten - und nur um die geht es - Qualität, oder eben nicht. Was das jeweils im Einzelnen bedeutet, kann nur auf der Ebene des individuellen Gebrauchs beantwortet werden. Fest steht jedoch: Wer diese erwartete Qualität nicht hat und ausstrahlt, ist schnell raus aus dem Spiel.

Verlässlichkeit:

Verlässlichkeit entsteht dann, wenn Erwartungen des Kunden wiederholt erfüllt werden können und die Produktzufriedenheit beispielsweise auch über Line-Extensions funktioniert. Jede Beziehung ist eine Insel der Stabilität in einem Meer zunehmender Unübersichtlichkeit. Das Versprechen dieser Stabilität in Form von Verlässlichkeit erst ermöglicht es den Beziehungspartnern, sich immer stärker aufeinander einzulassen. Verlässlichkeit ist also ein verzichtbarer Humus für das Wachsen von Beziehungen - auch von Kundenbeziehungen.

Vertrauen:

Nicht explizit zu erwähnen brauchen wir eigentlich den Wert, um den sich in (Kunden-)Beziehungen alles dreht und der gleichsam die Frucht von Qualität und Verlässlichkeit ist: Vertrauen. Vertrauen als Basis jeder längerfristig angelegten Kundenbeziehung wächst, wenn die Kundinnen und Kunden den Eindruck haben, ihr Marktpartner verkörpere Werte wie Qualität und Verlässlichkeit. Vertrauen ist der Door-Opener für die Märkte der Zukunft. Vertrauensmarken erfüllen nicht nur Erwartungen, sie schaffen (in Zeiten des Konsumüberdrusses besonders wertvoll!) langfristige und stabile Beziehungen - die Schlüsselressource für die Märkte von morgen. Wie lassen sich neue Werte in einer Zeit des rasanten Wertewandels für den Verkauf einsetzen? Vier Punkte sollten Sie in Ihrem Werte-Marketing besonders beachten und in der Kommunikation herausstellen:

  1. Werte verkörpern:

    Werte sind der ethische Code eines Unternehmens, sein kategorischer Imperativ - sie kommen in einer Vielzahl von Handlungsebenen zum Tragen. Verkörpern ist ein schönes Wort: Etwas Unsichtbares wie Werte nimmt Gestalt und Form an; es wird dadurch sichtbar und fassbar. Beim Konsum geschieht dies entweder ganz wörtlich in Form eines materiellen Produkts oder aber in Form von konkreten Menschen, die für den Konsumenten eine Dienstleistung erbringen.

    Produkt und Service sind direkt fassbare Verkörperungen der Werte einer Marke oder einer Firma. Zentral wichtig hierfür:

    • Qualität von Produkten und Service,
    • Benutzerfreundlichkeit,
    • respektvolle Behandlung der Kunden,
    • Kompetenz der Mitarbeiter,
    • Freundlichkeit der Mitarbeiter.
  2. Werte leben:

    In Zeiten der Internet-Transparenz ist es überlebenswichtig, als Unternehmen bewusst einen Werte-Diskurs (nicht nur über das eigene Handeln) zu führen und proaktiv zu steuern. Werte werden von den Konsumenten mittlerweile massiv eingeklagt, gefördert nicht zuletzt von den dank Internet wesentlich besseren Möglichkeiten, an einschlägige Informationen zu kommen. So wird immer stärker wahrgenommen, welche Werte ein Unternehmen nicht bloß verkündet, sondern tatsächlich auch lebt. Dabei dominieren drei Beobachtungsfelder:

    • Umgang mit der Umwelt,
    • Umgang mit den Mitarbeitern,
    • Ethik (von Fair Trade bis zu Diversity-Fragestellungen).
  3. Werte vermitteln:

    Die Geiz-ist-geil-Welle hat klassische Wertigkeiten ("Qualität hat seinen Preis") radikal in Frage gestellt. Nach dem Geiz wird ein neues Werte-Retro kommen: Firmen werden ihr Wertebewusstsein dann in allen Geschäftsprozessen verkörpern. Werte werden natürlich auch in den klassischen Kommunikationskanälen einer Marke oder einer Firma vermittelt, als da wären Design, Sponsoring, Leitbilder und Broschüren, Internet und Werbung. Wenn die in diesen Kanälen vermittelten Werte kongruent sind mit denen, die in Produkt und Service verkörpert sind, und jenen, die das Unternehmen lebt, können diese Botschaften eine massive Verstärkung des Markenwerts sein.

  4. Werte haben:

    Um das Werte-Marketing nach den Punkten 1. bis 3. in der Kommunikation fruchtbar zu machen, muss ein Unternehmen über ein verbindliches Werte-Set verfügen. Werte-Marketing ist der symbolische Offenbarungseid einer Marke. Denn wer keine Werte hat, kann auch keine Werte rüberbringen. Bei diesem Werte-Kern handelt es sich um eine Black Box: Wer sich nicht gerade im inneren Verantwortlichkeitsbereich der Marke oder Firma aufhält, hat keinen Einblick. Normale Konsumenten können nicht sehen, welche Werte eine Marke oder Firma hat. Aber sie bekommen in der Regel ein Gefühl dafür, ob ein Unternehmen Werte lebt oder sie wie eine Monstranz vor sich her trägt.

 

 

Warum Produktbewertungen die Kundentreue steigern

Das bringt der Ranking-Hype

Bevor der Konsument aktiv Einfluss nehmen kann auf Produktentwicklung und Kommunikation, auf Preise, Farbe, Form und Geschmack, muss er erst einmal Stellung zu den bereits vorhandenen Angeboten beziehen. Denn auch dadurch lässt sich auf  Herstellerseite allerhand über seine Wünsche und Bedürfnisse lernen. Und während es zu Beginn dieser Entwicklung die Anbieter selbst waren, die Auswahl begrenzten und durch persönliche Empfehlungen erleichterten (beispielsweise in den Shops von "25 Records", in denen jeweils nur die 25 aktuellen Lieblings-CDs des Besitzers zum Verkauf standen), obliegt es jetzt den Konsumenten, den Verantwortlichen durch ihr Voting ihre Meinung zum jeweiligen Angebot zu sagen. Hier einige der erfolgreichsten Umsetzungen, zusammengestellt von den Marketingexperten aus dem Redaktionsteam des Zukunftsletters:

  • 2,5 Mio. hinterlegte Kundenrezensionen zählten die Verantwortlichen des Versandhändlers Amazon zuletzt - und täglich werden es mehr. Mit selbigen nämlich teilen Fans und Kritiker von Büchern und CDs ihre Meinungen anderen Kaufinteressierten mit. Und für den besonders schnellen Überblick gibt es zudem maximal fünf Sterne, die der Rezensent verteilen darf.
  • Bewertungen in Form von Schulnoten gab es auch für eine Reihe von Fernsehspots, die im Umfeld der jüngsten Big-Brother-Staffel liefen - das Unternehmen Vote2Win wendet sich mit diesem Service exklusiv an die Firmen, die ihre Spots einem Publikums-Check unterziehen möchten, und belohnt die Mitmachenden mit einem inkludierten Gewinnspiel.
  • Am weitreichendsten trifft aber sicher ein japanisches Beispiel die neue Konsumentenmacht: Der Online-Shop Ranking-Ranqueen.net verkauft allerhand Artikel - aber immer nur jeweils drei verschiedene aus jeder Produktgruppe. Welche das sind, bestimmt der Konsument durch seine Auswahl. Wer also den Geschmack des Mainstreams genau treffen oder umgehen möchte, muss nur im Tokioter Geschäft oder im Online-Shop vorbeikommen.

Prognose des Zukunftsletters:

Die Entwicklungen der letzten Monate haben gezeigt: Votings machen Spaß, ganz gleich ob es sich um Dschungelkönige, Superstars, das Tor der Woche oder neue Produktvarianten handelt. Für die Anbieterseite ergibt sich aus diesem Engagement eine einzigartige Chance, ihre Produkte punktgenau auf die Bedürfnisse der Menschen abzustimmen.

 

 

Rentner-WGs und ergraute Bauherren - die "neuen Senioren" verändern das Wohnen

2050 wird jeder 3. Bundesbürger über 60 Jahre alt sein und sogar die Hälfte über 48. Der demografische Wandel macht`s möglich, dass trotz rückläufiger Geburtenraten die Anzahl der Haushalte in den nächsten 15 Jahren weiter ansteigen wird. Eine Generation mit neuen, eigenen Ansprüchen ans Wohnen und Leben.

2050 wird jeder 3. Bundesbürger über 60 Jahre alt sein und sogar die Hälfte über 48. Der demografische Wandel macht`s möglich, dass trotz rückläufiger Geburtenraten die Anzahl der Haushalte in den nächsten 15 Jahren weiter ansteigen wird. Eine Generation mit neuen, eigenen Ansprüchen ans Wohnen und Leben beschreibt der Zukunftsletter in diesem Beitrag:

1. Späte Hauseigentümer

Laut einer Wohnstudie der Allianz fallen in letzter Zeit insbesondere die über 60-Jährigen als Immobilienkäufer auf. Dabei werden andere Ansprüche an die Wohnungen gestellt wie in jungen Jahren: barrierefreies Wohnen, ein hohes Maß an Infrastruktur, serviceorientierte Angebote und neue Wohnformen werden beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses ausschlaggebend.

2. Die ersten Kommunarden sind ergraut und bilden Rentner-WGs

Traditionelle Betreuungsformen wie das Sorgen der Tochter für die Eltern müssen nicht mehr die einzige Lösung sein. Senioren-Wohnprojekte stellen für viele Rentner vernünftige Alternativen dar, bis ins hohe Alter hinein selbstbestimmt leben zu können. Zwischen zwei Modellen kann unterschieden werden: von den Alten selbst verwaltete Häuser mit Einliegerwohnungen. Hier helfen sich die Senioren gegenseitig. Eine andere Möglichkeit stellt das generationsübergreifende Wohnen dar: Hier unterstützen sich Jung und Alt, wie es in einer Großfamilie früher der Fall war - persönliche und räumliche Grenzen werden dabei gewahrt (www.wohnprojekt-olga.de, www.wohnen-in-hattersheim.de).

3. Ansprüche an Service und Ausstattung

Natürlich ändern sich mit der älter werdenden Gesellschaft nicht nur die Ansprüche an die Wohnungsformen, sondern auch an die Ausstattung. Neben Barrierefreiheit sind es spezielles Mobiliar, Accessoires und Dienstleistungen, die der Generation 50plus das Leben vereinfachen. Lattenrost-Erfinder Lattoflex ermöglicht mit seinen Luxusliegen Senioren höchsten Schlafkomfort (www.lattoflex.de).

 

 

Wie ein Diät-Bringdienst New Yorks Promis elektrisiert

Are you in the Zone? - Der 5-Sterne-Diät-Lieferservice

Während Fettleibigkeit bereits in der gesamten westlichen Welt als gesundheitliches und ökonomisches Risiko erkannt wurde, hat sich in den USA längst eine innovative Industrie entwickelt, die auch aus diesem gewichtigen Problem Profit schlagen will. Die neueste Entwicklung auf diesem Gebiet ist laut dem Zukunftsletter die so genannte ZONE-Diät. Das Besondere dabei ist, dass sie den Insulingehalt im Blut so steuert, dass der Abbau von Körperfett optimiert wird. "Are you in the Zone?" ("Bist du fit?") ist jetzt schon zum geflügelten Wort auf den New Yorker Partys geworden.

Im Morgengrauen kommt die Luxus-Diät

In New York City hat vor kurzem ein 5-Sterne-Diät-Lieferservice eröffnet, der die Zeichen der Zeit erkannt und auf sehr intelligente Weise in ein Unternehmenskonzept umgesetzt hat: Die Zone-Chefs (www.zonechefs.com) beliefern ihre hochkarätigen Kunden im Morgengrauen und inkognito (denn wer gibt schon gerne zu, dass er auf Diät ist?) mit 3 Mahlzeiten und 2 Snacks, die im Verlauf des Tages nur noch in der Mikrowelle oder einem herkömmlichen Ofen erwärmt werden müssen.

Die Mahlzeiten werden von renommierten 5-Sterne-Köchen (unter Mitwirkung einer Ökotrophologin) kreiert und frisch zubereitet. Die Ernährungsexpertin stellt sicher, dass das Essen dem Konzept der ZONE-Schule entspricht: Es enthält genau 40 % Kohlenhydrate, 30 % Eiweiß und 30 % gesunde Fette. Darüber hinaus steht sie den Kunden Rede und Antwort, wenn Probleme oder Fragen auftauchen.

Expansion schon nach einem Dreivierteljahr

Schon jetzt ist der Lieferservice der Chefköche ein Geheimtipp unter den Celebrities: Zur Kundschaft gehören u. a. Liza Minelli, Marcus Schenkenberg und Ben Affleck. Für diese haben die Zone-Chefs ein Last-Second-Notfall-Programm für den nächsten großen Auftritt auf dem roten Teppich kreiert: Wer 2 Wochen vor einem Event feststellt, dass noch einige Pfunde zu viel auf den Rippen sind, kann sich vertrauenswürdig an die ZONE-Meister wenden.

Der Erfolg gibt den Chefköchen recht: Der 5-Sterne-Diät-Service läuft in New York bereits nach einem Dreivierteljahr so gut, dass er auf 5 weitere amerikanische Großstädte ausgeweitet werden soll.

 

 

Sonofusion: Das Ende aller Energieprobleme

Wie die "Kernfusion im Reagenzglas" all unsere Energieprobleme lösen könnte

Wie jetzt Mathias Horx im Zukunftsletter berichtet, hat der Wissenschaftstraum von der einfachen und sauberen Erzeugung unerschöpflicher Energie neuen Auftrieb erhalten. Kernphysiker Rusi Taleyarkhan vom Oak Ridge National Laboratory in Tennessee hat experimentelle Hinweise für eine Verschmelzung von Atomkernen in pulsierenden Gasblasen gefunden. Verglichen mit dem Aufwand, den Forscher seit nunmehr 50 Jahren betreiben, um in riesigen Fusionsreaktoren eine kontrollierte Verschmelzung von Atomkernen herbeizuführen, ist das Experiment von Taleyarkhan genial einfach:

Es besteht schlicht aus einem Glasgefäß, das mit "deuteriertem" Aceton gefüllt ist. In dieser Flüssigkeit sind die gewöhnlichen Wasserstoffatome im Aceton durch schweren Wasserstoff (Deuterium) ersetzt. Das Glasgefäß wird einem intensiven Schallfeld ausgesetzt, dabei werden winzige Hohlräume in der Flüssigkeit erzeugt. Die blähen sich infolge des Unterdrucks auf und kollabieren anschließend. Dabei wird das eingeschlossene Gas extrem verdichtet und erhitzt. Das Resultat ist ein kurzer Lichtblitz.

Bei diesem akustisch-optischen Phänomen der so genannten Sonolumineszenz wollen Taleyarkhan und seine Mitstreiter neben den Lichtblitzen auch Neutronen und Tritium nachgewiesen haben. Diese Teilchen entstehen bei der Verschmelzung von Deuterium-Atomkernen als Nebenprodukt. In den Augen der Forscher ist das ein verlässlicher Beleg dafür, dass im Zentrum der kollabierenden Gasblasen ähnliche Fusionsreaktionen ablaufen wie im Inneren von Sternen, beispielsweise der Sonne. Für extrem kurze Zeit, so glauben die Forscher, schnellt die Temperatur in der platzenden Blase auf Millionen Grad Celsius empor. Der Hitze-Impuls wäre dann - zumindest theoretisch - ausreichend, um die Verschmelzung von Wasserstoffkernen zu bewirken.

Die Konsistenz-Checks aber gehen vielen Forschern nicht weit genug. Deshalb werden die Ergebnisse der "Kernfusion im Reagenzglas" jetzt von unabhängigen Experten überprüft. Hält die Sonofusion dem stand, dann wäre die Menschheit ihre Energiesorgen für alle Zeiten los.

 

 

Wie steigern Sie den Unternehmenserfolg? Ganz einfach: Machen Sie Ihre Kunden und Mitarbeiter glücklich!

lück ist käuflich!

Befragungen von Lotto- und Wettgewinnern bestätigen ein bekanntes Klischee: Geld macht nicht glücklich. Im Durchschnitt ist der emotionale Höhenflug nach dem Gewinn einer großen Summe nach drei Monaten verflogen. Zudem gilt es inzwischen als nachgewiesen, dass Menschen, die Wohlstand als höchstes Ziel ansehen, mit ihrem Leben unterdurchschnittlich zufrieden sind - ganz gleich, wie viel Geld sie bereits besitzen. Dennoch sollte man sich nicht täuschen lassen:

Glück ist trotzdem käuflich! Und man muss noch nicht einmal 3,9 Millionen Euro dafür ausgeben, die Summe, die von den Verantwortlichen bei Yahoo in einer groß angelegten Studie in diesem Jahr als absoluter Preis des Glücks ermittelt wurde. Die Beispiele aus der Redaktion des Zukunftsletters beweisen es:

  • Glücksmomente via Schokolade etwa sind schon für 7,50 Euro zu haben; so viel kostet nämlich eine Tafel von SinnvolleSchokolade.de mit dem Namen "Glück".
  • Zum gleichen Preis gibt es ein Glück bringendes Duschgel: Die Firma Etikettenschwindel.com stellt dieses Kosmetikprodukt her, auf dem in leuchtenden Farben der Name "Glück" prangt.
  • Das passende Getränk zum Glück ist auch schon auf dem Markt: Der ayurvedische "Glückstee" von Hersteller Goldentemple.nl schmeckt wie die "Wärme eines glücklichen Sommertages".
  • Etwas komplexer das Glücksprodukt von Sara Berger und Theresa von Einem. Die beiden Grafikdesign-Studenten haben für ihre Diplomarbeit einen Automaten entworfen und in einer Münchner Szenebar installiert, an dem es für 2 Euro eine Schachtel Glück in einer hübschen gelben Verpackung zu kaufen gibt.
  • Darüber hinaus kann auch ein fröhliches Gesicht ganz einfach glücklich machen - schließlich beeinflusst der eigene Gesichtsausdruck direkt die wahrgenommenen Emotionen, wie Fritz Strack, Sozialpsychologe an der Uni Würzburg, nachgewiesen hat. Und wer das Lachen verlernt hat, kann es sich bei einem Humorseminar, zum Beispiel bei TV-Comedy-Doktor Eckart von Hirschhausen, wieder antrainieren lassen.
  • Und auch wer bei Kodak angestellt ist, hat gut lachen: Das Management eröffnete dort unlängst Humorräume. In selbigen sollen die Mitarbeiter ihre Pausen mit Comic-Lektüre oder Witze-Erzählen verbringen.

 

 

Innovation Economy: Wie Sie sich in Zukunft als kreatives Unternehmen positionieren sollten

"Des Anfängers Geist hat viele Möglichkeiten, der des Experten hat nur wenige."

Die Innovation Economy bzw. das kreative Unternehmen der Zukunft wird, so berichtet es der Zukunftsletter, vor allem auf die Individualität der Mitarbeiter und ihre unikate Kreativität setzen. Individualität und Kreativität sind im Grunde gar nicht zu trennen. Und die Kultivierung eines gelingenden Zusammenspiels zwischen Individualität und Kreativität wird einen Großteil des Erfolges der Innovation Economy in Zukunft ausmachen:

  • Kreativität ist zunächst eine persönliche Entscheidung gegen das gewohnte Selbst, gegen unser Alltags-Ich. Sie bedarf nicht nur der Anstrengung, die erleichternde Macht der Gewohnheit zu überwinden, Ändern bedeutet auch Überwindung der Angst vor dem Neuen und das Vertrauen in die eigene Veränderungsfähigkeit. Die Innovation Economy muss genau diesen Spielraum für den Einzelnen im Unternehmen eröffnen.
  • Kern der Kreativität ist außerdem die Fähigkeit, Gelerntes, Erprobtes und Erfahrenes zu verändern oder anders anzuwenden. Auch darin wird die Innovation Economy ihre Mitarbeiter, Alliierten und Netzwerkpartner bestärken.
  • Triebkraft der Kreativität ist es, die lebenslange Wachheit und positive Neugier des Anfängers zu bewahren. Mit den Worten des Zen-Meisters Shunryu Suzuki: "Des Anfängers Geist hat viele Möglichkeiten, der des Experten hat nur wenige."

Schauen wir jetzt einige Beispiele der Zukunftsletter-Redaktion an, die zeigen, mit welchen handlungsleitenden Strategien erfolgreiche Unternehmen neue Märkte gemacht haben:

1. Strategischer Kern: More for less - die neue Balance

Mit dem Less-for-less-Prinzip von Aldi lassen sich (typisch deutsche) Sparsamkeitstugenden befriedigen, aber keine visionären Produkte entwickeln. Dafür braucht es das originelle Produkt mit individuellem Charme resp. Designer-Anmutung und günstigem Preis. Diese Cheap-Chic-Strategie funktioniert, wenn H&M mit Lagerfeld kooperiert, Indigo-Hotels luxuriös und erschwinglich sind oder Tchibo gerade einmal wieder die Grenzen zwischen Plagiat und Premium austestet. Die englische Zeitschrift "Budget Living" ist das Zentralorgan der Design-Discount-Bewegung, und ihre Leser sind keineswegs Billighuber, sondern junge, kaufkräftige Zielgruppen mit Stilbewusstsein.

2. Strategischer Kern: Lernen durch Seitensprünge

Die quirlige Fluglinie Netjet zeigt, wie sich auf einem umkämpften Markt neue Erlöspotenziale erschließen lassen - durch den Blick über den Tellerrand. Zuerst hat die kontaktfreudige Airline aus dem Geschäftsreisemarkt ein Timesharing-Produkt gemacht, wie wir es sonst nur von Ferienwohnungen kennen. Business-Kunden können sich seitdem Flugzeuge für eine bestimmte Zeit ausleihen. Danach ist Netjet im Mobile-Business fremdgegangen und bietet Prepaid-Systeme an: Die "Marquis Jet Card" eröffnet Kunden, die weniger als 50 Flugstunden im Jahr buchen, eine Einstiegsmöglichkeit in das Timesharing-System: eine Jahresmitgliedschaft und 25 Stunden Flugzeit für 109.000 USD.

3. Strategischer Kern: Think customer - think big und optimiere die Nutzungsketten deines Kunden

Wo das Internet die Kunden immer anspruchsvoller macht, gilt es umgekehrt, den kritischen Konsumenten mit immer neuen Service-Ideen zu faszinieren. Amazon ist hier natürlich ein Vorreiter, weil man so nicht zuletzt auch die eigenen Bücher verkaufen kann. Der findige Staubsaugerhersteller Dyson verspricht: "Nie wieder Staubsaugerbeutel wechseln!" Und Nespresso ist nicht deshalb so erfolgreich, weil es den Kaffee erfunden hat, sondern weil die Marke um die praktischen Kaffeepads herum eine Infrastruktur des Genusses errichtet hat: Die Pads lassen sich via Internet bestellen, es gibt Pilgerfahrten zu den Kaffeebauern, schicke Ebenholz-Dosen, simple Reinigung und Instandhaltung - und das alles zu Premium-Preisen.

 

 

5 Top-Trends für 2006: Was Sie über die Shopping-Welt von morgen wissen sollten

Wir erleben gerade das Self-Empowerment des mündigen Konsumenten. Wer zukünftig mit den kritischen Konsumenten ins Geschäft kommen möchte, muss ihn in seinen Bedürfnisstrukturen noch genauer verstehen lernen.

"Die Klage ist des Kaufmanns Lied", diese Weisheit sollte eigentlich längst im Mülleimer der deutschen Wirtschaftsgeschichte gelandet sein. Aber nach wie vor denken und handeln wir hier zu Lande nach der Devise: "Wenn es nicht läuft, ist immer der andere schuld", wahlweise der Zulieferer, der Hersteller und - besonders gern genutzt - der renitente Konsument. Mit Blick auf das noch junge Jahr 2006 hat der Zukunftsletter für Sie die 5 wichtigsten Trends für den Verkauf analysiert.

Top-Trend 1: Das "Age of Individualization" gelangt zum Durchbruch

Der allseits vergötterte iPod ist die Stil-Ikone dieses Trends. Gerade was die Gebiete Consumer Electronics, Gadgets und Medien angeht, werden die Konsumenten immer mehr die Ausrichtung des Handels auf Mass-Customization, situative Nützlichkeit und individuelle Anmutung einklagen. Aber Vorsicht! Mit Individualisierung möchten wir nicht der willenlosen Produkt-Diversifizierung das Wort reden. "Age of Individualization" bedeutet vielmehr: sich auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden bzw. auf dessen aktuelle Lebensknappheiten proaktiv einzustellen.

Beispiel: Ein Unternehmen wie www.cellboost.com verschafft Abhilfe, wenn das Mobiltelefon unterwegs den Dienst quittiert. Die aufsteckbaren Energietankstellen für gut 6 Euro (Lösungen für iPods, Blackberrys und Nintendos gibt es ebenfalls) werden hier zu Lande kaum angeboten. Bislang hat sich der klassische Handel der Zielgruppe der mobilen Menschen mit akuten Alltagsproblemen standhaft verweigert. Doch gerade große Handelshäuser in zentraler Lage könnten mit einer Spezialabteilung für nützliche Kleindienstleistungen dieser Art für steigende Bekanntheit und Kundenfreundlichkeit sorgen.

Top-Trend 2: Green Markets erobern den Mainstream-Handel

Die neue Powerzielgruppe der Zukunft sind die LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability). In ihrem Lebensstil gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen genussvoll und gesund. Sie fordern Öko-Produkte, die lecker sind, kulinarische Besonderheiten mit Nachhaltigkeitssiegel. Rewe hat den Trend erkannt und bietet neben dem klassischen Filialkonzept mit "Vierlinden" (www.vierlinden-naturmaerkte.de) Bio für Mainstreamer an, wenn auch mit einem Claim, der in die völlig falsche Richtung geht ("Üben Sie Verzicht!").

Für die Zukunftsfähigkeit der Branche wird es in den nächsten 2 bis 3 Jahren besonders wichtig sein, die hohen Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten - und dem Wertewandel der eigenen Zielgruppe Rechnung zu tragen. Denn die hat sich aus der Körnernische emanzipiert und ist familienorientiert, technikaffin und vor allem auf Genuss programmiert. Die Umsätze der Bio-Retailer in 2004 sprechen für sich: Alnatura (+ 26 %), Basic (+ 39 %).

Top-Trend 3: E-Commerce-Boom lässt neue Dienstleistungen entstehen

Der Zukunftsletter hat in den vergangenen beiden Jahren immer wieder Argumente geliefert, die von einem "zweiten Boom" auf dem Gebiet des E-Commerce ausgehen. Jetzt hat sich selbst die betuliche FAZ mit einer Reihe zum "zweiten Web-Wunder" hervorgewagt. Und tatsächlich breitet sich Optimismus aus, neue Geschäftsfelder entstehen:

Beispiel: Pangora (www.pangora.de) reüssiert als B2B-Dienstleister im virtuellen Einkauf. Die 100-prozentige Lycos-Tochter kommt als Produktsuchmaschine u. a. bei Froogle, T-Online oder AOL zum Einsatz. Die Shopping-Lösungen von Pangora werden maßgeschneidert den Websites angeglichen. Heißt also: Pangora optimiert Einkaufsumgebungen, verlinkt zu Partner-Seiten etc. Zusammen mit dem Schwesterunternehmen BuyCentral bündelt Pangora in insgesamt fünf europäischen Ländern ein Warenangebot von mehr als 1.000 Online-Shops mit über 7,5 Millionen Produkten.

Top-Trend 4: Der Authentic-Trend: Bei der Selbstähnlichkeit aller Produkte hilft nur noch eines: Verkaufen mit Geschichte, Tradition und Wertebewusstsein

Retro war nur der Anfang, in den nächsten Jahren werden wir eine Welle der Inszenierung von Authentischem erleben. Die Automobilisten gehören zu den Pionieren auf dem Gebiet und nutzen jedes kleine Jubiläum, um auf das "Gewordensein" der Marke hinzuweisen. Der wichtigste Hintergrund für den Trend: Die Globalisierung lässt uns nach dem Unverwechselbaren und Bleibenden Ausschau halten - selbst in der innovationssüchtigen Kosmetikbranche. Ein Hersteller wie Kiehl`s (www.kiehls.com) erzählt im Design seiner Regale, wie alles im Jahre 1851 in New York begann, Fotoalben in jedem Store orchestrieren das Heritage-Marketing, und die Verkäuferinnen beten die Unternehmensgeschichte im Schlaf herunter.

Top-Trend 5: Anticipation-Economy: Auf dem Weg in eine neue Ökonomie der Wünsche

Amazons Empfehlungs-Software war nur der Anfang. Denn immer mehr Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen versuchen sich an den (unartikulierten) Wünschen ihrer Kunden. So z. B. die amerikanischen W-Hotels (www.starwoodhotels.com/whotels/). Die kundenfreundliche Kette trainiert ihre Mitarbeiter in der Antizipation von Bedürfnissen.

Beispiel: Wenn der Kunde bereits leicht verschnupft und hüstelnd eincheckt, bekommt er wenige Minuten später eine heiße Hühnerbrühe aufs Zimmer geliefert - ablehnen kann er dann immer noch.

Solche High-Service-Angebote als Verkaufsargumente werden in den nächsten Jahren zunehmend gefragt sein. Auch die medial viel beschworenen Style-Advisors werden mittelfristig zur Normalausstattung eines guten Kaufhauses gehören.

 

 

Neue Eis-Zeit: Eis wird gesund und szenig

Trends im Sommer 2006

Dass Eis sich nicht nur zum Essen eignet, sondern zudem einen ganzen Lifestyle transportiert, konnten wir selbst im letzten verregneten Sommer wieder anhand der bunten Kommunikation der Eishersteller nachvollziehen. Damit erhält ein Trend neue Nahrung, den Ihnen der Zukunftsletter im Mai 2004 erstmalig vorstellte: der Ice-Style, der davon erzählt, dass Geeistes mit und ohne Geschmack künftig nicht nur die Nahrungsmittelindustrie, sondern auch die Kosmetik- und Eventbranche interessiert.

Und das sind die neuesten Beispiele für diese Entwicklung:

  • Fashion Ice heißt ein neuer Ice-Pop, den es exklusiv im Nobelhotel Plaza Athénée (www.plaza-athenee-paris.com) in Paris zu Trinken gibt: Apple und Bellini Martini, Cosmopolitan und Pina Colada, in denen farbenfrohes Stangeneis steckt. Der Preis für diese Eis-Cocktails liegt bei rund 24 Euro.
  • Unzerstörbaren Halt mit Eisglanz-Effekt verspricht man zudem bei L`0real Paris (www.lorealparis.com): Das Produkt Studio FX Special ist ein Flüssig-Gel, das die Frisur komplett vereist.
  • Auch bei Konkurrent Schwarzkopf setzt man auf den Ice Style: Die Shockfroster Styling Strips verbinden diesen eisigen Trend mit der neuerdings so beliebten Produkt-Darreichungsform Pflaster - denn mit diesen Styling-Streifen sieht die Frisur aus wie von Eiskristallen gefestigt (www.schwarzkopf-professional.de).
  • Darüber hinaus bedienen die echten Eishersteller die aktuellen Lifestyle-Trends: Branchenprimus Unilever hat seinen Langnese-Klassiker "Like Ice in the Sunshine" auch im letzten Jahr wieder neu intonieren lassen - nach Anastacia und den No Angels wurde der Nachwuchsband BossHoss diese Ehre zuteil.
  • Daneben betont man sowohl bei Langnese als auch bei Konkurrent Schöller den Gesundheits- und Wellness-Bezug seiner Eiswaren: Im Unilever-Konzern wurden sämtliche Eissorten auf eine entsprechende Weiterentwicklung überprüft. Und vor allem bei den Kinderprodukten anschließend die Menge des zugesetzten Zuckers um 10 bis 20 % reduziert.

 

 

Was Sie von Hirnforschung und Neuromarketing wirklich für Ihr Business erwarten können

Die Idee von der Entschlüsselung unseres Denkens und der unbewussten Verführung durch Werbung ist so alt wie die Werbung selbst: Schon in den 50er Jahren experimentierte der Amerikaner James Vicary mit subliminalen Botschaften ("Trink Coca-Cola", "Iss Popcorn") in einem Oscar-nominierten Kinofilm - behauptete er. Ein paar Jahre später dann das Geständnis: Werber Vicary hatte die Geschichte frei erfunden, um neue Aufträge zu akquirieren, auf der Leinwand hatte es gar keine aufblitzenden Wörter gegeben.

Segenbringende Entmystifizierung

Doch der Mythos war geboren. Und andere Kommunikationsexperten sollten folgen, die tatsächlich auf die unterschwelligen Werbebotschaften setzten - so lange, bis im Jahr 1974 die unterschwellige TV-Werbung in den USA verboten wurde. Erst die moderne Verhaltens- und Hirnforschung ermöglicht es den Wissenschaftlern heute, die Bedeutung von nicht bewusst wahrnehmbaren Botschaften wirklich zu bestimmen. Wie die Redaktion des Zukunftsletter meint, mit eindeutigem Ergebnis: "Unbewusste Reize können uns nicht gegen unseren Willen steuern", so der Psychologe Dirk Vorberg von der Technischen Universität Braunschweig.

Oder, anders ausgedrückt: Was nicht zu unseren Absichten passt, hat auch keine Auswirkung auf unser Wollen und Handeln.

Was auf den ersten Blick wie eine schlechte Nachricht wirkt, ist in Wahrheit eine gute: Wenn wir nämlich nicht gegen unseren Willen durch Werbung und Marketing beeinflusst werden können, gibt es auch keinen kognitiven "Buy Button" und damit auch keinen Grund mehr, die Allmacht der Hersteller zu beklagen, die sich mit fiesen Tricks und subliminalen Botschaften in unser Hirn wanzen. Das wiederum freut vor allem die Wissenschaftler der noch jungen Disziplin der Neuro-Marktforschung. Die auf werbekritischen Websites wie www.commercialalert.com oder durch Aktionen des Center for Cognitive Liberty & Ethics (www.cognitiveliberty.org) schon einen Vorgeschmack auf die Auswirkungen bekommen konnten, die es mit sich bringt, wenn sich die Menschen manipuliert und ausspioniert fühlen.

Strategiewechsel im Unternehmen statt Konsumentenbeeinflussung

Stattdessen kehrt jetzt ein wenig Ruhe in den Reihen der Neuromarketer ein. "Das magische Hirnareal, mit dem sich das Kauf- oder Wahlverhalten hundertprozentig vorherbestimmen lässt, existiert nicht", räumt etwa Justine Meaux von der BrightHouse Neurostrategies Group ein, jenes Forschungsunternehmens, deren Mitarbeiter den Begriff des Neuromarketings überhaupt erst in die Diskussion gebracht hatten.

Ziel der BrightHouse Neurostrategies Group sei demnach nicht die punktuelle Beeinflussung des Konsumentenverhaltens, sondern die strategische Neuausrichtung von Unternehmen nach den Erkenntnissen der neuronalen Forschung. Und das ist im Zweifelsfall die viel spannendere Methodik.

Neues Neuromarketing: Mit dem EEG im Supermarkt

Und während die meisten Neuromarketer noch auf das eigentlich modernere, aber aufwändigere Kernspintomografie-Verfahren setzen, kommen andere, wie David Lewis von der Firma NeuroniX2.com, inzwischen auf die altmodischere, aber praxistauglichere quantifizierte Elektroenzephalografie (qEEG) zurück. Die nämlich macht es möglich, den Konsumenten dort zu durchleuchten, wo der Kontakt zu Reizgebern am intensivsten ist: in Einkaufszentren und Ladengeschäften. Das EEG wird dabei über Elektroden am Kopf abgenommen, die man fast gar nicht mehr spürt, wie Lewis sagt.

Und die Ergebnisse sind erstaunlich: "Wir können vorhersagen, ob eine Botschaft angenommen oder abgelehnt wird, wie wahrscheinlich sie in der Erinnerung haften bleibt und wie stark das Entscheidungszentrum von ihr betroffen ist", so Lewis.

Prognose des Zukunftsletter:

Mit der Weiterentwicklung der Technologie, die immer diskreter und tragefreundlicher wird, kann der Weg der Produkte von der Kommunikation über das Einkaufserlebnis bis in den Besitz des Konsumenten exakt nachgezeichnet werden. Damit kann man zwar nichts an den Bedürfnissen des Einzelnen ändern, wohl aber verstehen, wie diese entstehen und was sie positiv beeinflussen kann. Werbung wird damit in Zukunft effektiver, Produktdesign und Markenbildung orientieren sich an den echten Wünschen repräsentativer Stilgruppen. Nur den sagenumwobenen "Buy Button", den müssen wir uns wohl aus dem Kopf schlagen.

 

 

Wie deutschsprachige Hörer über das neue Massen-Individualmedium Podcasting denken

Individuelle Kundenkommunikation und Commutainment sind laut Zukunftsletter definitiv auf dem Vormarsch. Und in den USA macht sich Podcasting bereits auf den Weg zum Massen-Individualmedium. Laut einer Studie der kalifornischen Marktforscher Bridge Ratings gibt es dort bereits 4,8 Millionen Nutzer. 2006, so die Prognose, wird sich diese Zahl verdoppeln und im Jahr 2010 gar 63 Mio. betragen.

Mit der Einführung einer Podcast-Plattform über das Apple-Musikportal iTunes Mitte 2005 erhielt das Podcasting auch hierzulande einen Schub, und immer mehr Internet-Nutzer (und Produzenten) springen auf den Zug auf. In Deutschland ist der Werbemarkt um das Podcasting freilich noch nicht erschlossen. Aber die Diskussion um Podcast-Sponsoring und Business-Podcasting beginnt Fahrt aufzunehmen.

Der Münchner Marketing- und Kommunikationsberater Alex Wunschel von markendreiklang.de, selbst Podcaster der ersten Stunde, hat kürzlich die bundesweit erste Umfrage zum Podcasting durchgeführt: Im Zeitraum zwischen 13. Oktober und 13. November 2005 wurden exakt 2.344 Hörer von deutschsprachigen Podcasts nach ihren Präferenzen und Nutzungsgewohnheiten befragt.

Die Erhebung enthüllt dabei einige überraschende Details: Wie bei soziotechnologischen Innovationen nicht zum ersten Mal der Fall, ist die überwiegende Mehrzahl der Nutzer männlichen Geschlechts (89 %). Dass Frauen aber in Sachen Erkundung neuer akustischer Medienformen nicht hintan stehen, beweist die höhere Nutzungsintensität: Frauen bis 30 Jahre hören rund 20 % mehr Podcasts als Männer der gleichen Altersgruppe.

Die Mehrzahl der Nutzer ist gebildet: 56 % der Hörer verfügen über einen Hochschulabschluss. Auch das verfügbare Pro-Kopf-Nettomonatseinkommen liegt mit rund 2.100 Euro über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Das Erstaunliche:

Obwohl das individuelle Medium noch in den Kinderschuhen steckt, wird es sehr zeitintensiv genutzt, denn die Befragten widmen durchschnittlich 3,61 Stunden pro Woche ihren abonnierten Podshows.

Für das Vertrauen in das neue Medium spricht ebenfalls, dass genau die Hälfte der Podcast-Gemeinde für ihren Lieblings-Podcast auch Geld bezahlen würde. 55 % der Hörer akzeptieren grundsätzlich Werbung in den Audio-Produkten, und nur 30 % sagen kategorisch "Nein" zu Werbung in Podcasts.

Die Ergebnisse der Umfrage werden in einer Studie zum Podcasting-Markt aufbereitet. Mehr dazu unter: www.podcastumfrage.de und www.pimpmybrain.de.

 

 

Das neueste amerikanische Pressewunder: Vom Amateur-Schreiber zum erfolgreichen Zeitungsmacher

Die Tageszeitungen klagen seit geraumer Zeit: Zu wenig Anzeigen gäbe es und vor allem zu wenig Leser. Doch die Hysterie der großen Verlagshäuser und ihr Kampf um die überregionale Leserschaft täuschen darüber hinweg, dass regionale, nicht täglich erscheinende Zeitungen profitabel existieren können und sich Investitionen in diesem Bereich durchaus lohnen. Der Zukunftsletter stellt Ihnen hier ein Beispiel aus Payson/Arizona vor:

Schrille neue Medienwelt: Verrenteter Metzger macht mit 5 Teilzeitreportern eine erfolgreiche Tageszeitung

Erst spät entdeckte James White seine Liebe zum Journalismus: 70 Jahre ist der Herausgeber des monatlich erscheinenden "Payson Patriot" (www.paysonpatriot.com) mittlerweile alt. Nach einem Herzinfarkt riet der Arzt ihm zu einer Beschäftigung jenseits von Baseball vor dem Fernseher und anderen Passiv-Sportarten. Skurril, aber wahr:

Der ehemalige Metzger begann Kolumnen mit Tipps und Tricks rund ums Fleisch zu schreiben. 7.000 US-Dollar investierte White daraufhin in Computer und Software. Die monatlichen Kosten (inklusive fünf Teilzeit-Reportern und zwei Teilzeit-Anzeigenverkäufern) belaufen sich auf durchschnittlich 6.000 US-Dollar, wodurch der Break-Even-Point nicht unterschritten wird. Finanziert wird die Zeitung über Werbung: 500 US-Dollar müssen Anzeigenkunden für eine Patriot-Seite auf den Tisch legen. Aber was sorgt für die Profitabilität der Amateur-Zeitung? 

Erfolgsrezept: lokal, engagiert - und auf Senioren zugeschnitten

Der Erfolg von Payson Patriot basiert auf lokalen und regionalen Nachrichten. Die 20 bis 24 Seiten starke Zeitung, die kostenlos in Läden ausliegt, prangert die Geldverschwendung der lokalen Regierung an, engagiert sich gegen häusliche Gewalt und empfiehlt die günstigsten Supermärkte. Layout und Sprache sind für den europäischen Durchschnittsbürger sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber der Bevölkerung in Payson gefällt die Mischung aus lokalpatriotischen Berichten, regionalen Business-News und örtlichen Verbraucher-Tipps. Nicht zuletzt ist der Payson Patriot aufgrund der großen Typografie bei Senioren beliebt, zu denen eine Vielzahl der Bevölkerung in Payson gehört. Angefangen mit monatlich 5.000 Exemplaren, liegt die Auflage mittlerweile bei 11.000 Stück - und White plant, ab nächstem Jahr zweimal pro Monat zu erscheinen. Obwohl White Konkurrenz hat: Der Payson Roundup erscheint zweimal die Woche in einer Auflage von 7.200 Stück.

Trendprognose des Zukunftsletters:

Die Zukunft der Zeitung liegt im Regionalen. Selbstverständlich ist es kein Kinderspiel, ein Tageszeitungs-Startup zu sein. Doch wer sich wie White an lokale Themen hält, hat gute Chancen auf Erfolg. Laut einer aktuellen Emnid-Untersuchung haben regionale Zeitungen in Deutschland speziell für die Freizeitgestaltung eine immer wichtigere Bedeutung. Aber auch der Faktor Identifikation spielt beim Griff zur lokalen Zeitung eine nicht zu vernachlässigende Rolle: So vermitteln die Geschichten aus der vertrauten Welt ein Stück Bodenständigkeit und Halt im globalisierten Alltag - in Deutschland ebenso wie in den USA.

Wer hierzulande plant, eine Lokalzeitung zu gründen oder aufzukaufen, sollte deshalb vor allem örtliche Faktoren berücksichtigen. Speziell eine sich im Umfeld einer Metropole positiv entwickelnde Kleinstadt bietet gute Erfolgschancen: Denn in den so genannten Exurbs wächst derzeit eine neue Arbeits- und Lebenswelt heran, die dank neuer Kommunikationstechnologien die ländlichen Regionen zu neuen Hotspots werden lässt.

 

 

Megatrend Gesundheit: Verstaubte Kurorte werden zu hippen Medical-Wellness-Hotspots

Staatlich finanzierte Kurorte sind längst keine Selbstverständlichkeit mehr, und als Folge davon kämpfen die althergebrachten Erholungsorte verstärkt um Patienten. Nach wie vor stellen Heilbäder und Kurorte jedoch einen wesentlichen Faktor des deutschen Binnentourismus dar - mit fast 20 % der Gästeankünfte und über 30 % der Übernachtungen 2004, so das Statistische Bundesamt. Wenn auch unter neuen Voraussetzungen: Insgesamt konnten 2004 17 Millionen Gäste gezählt werden - von denen 12,5 Millionen (also knapp 75 %) Gesundheitsurlauber waren, sprich selbst zahlende oder nur geringfügig durch soziale Systeme geförderte Kurgäste.

Medical Wellness ist in den meisten Heilbädern längst angekommen - eine Verknüpfung aus touristischen und medizinischen Angeboten. Gesunden und Genießen heißt die Devise, die Hotels veranlasst, Ärzte einzustellen, und Kliniken dazu bewegt, Patienten als Erholungsgäste zu empfangen. Der Zukunftsletter stellt Ihnen hier einige erfolgreiche Beispiele vor:

1. Hightech mit Schampus

Das Ascara Health & Beauty Center liegt direkt gegenüber des mondänen Kempinski Hotel Falkenstein, das in Ausstattung, Service und Gastronomie keine Wünsche offen lässt. Verschiedene Packages können gebucht werden, etwa ein "Risk & Health Check", der neben Anamnese und Lifestyle-Anamnese, Ganzkörperuntersuchung, EKG, Fitness-Test und zahlreichen anderen Checks wie Laboruntersuchungen auch zwei Übernachtungen, ein 3-Gänge-Menü und die Nutzung des Wellness-Bereiches vom Kempinski beinhaltet. So kann nach den Untersuchungen bei einem Glas Champagner der Blick auf die Frankfurter Skyline genossen werden.

2. Prävention und Kurz-Therapien

Das Medical-Wellness-Zentrum der Klinik am Haussee inmitten der mecklenburg-vorpommerischen Seenlandschaft verbindet Prävention und Entspannung. Zeit für Körper und Psyche sollen die Gäste in dem Erholungsort finden, die zwischen Wohlfühl- und Entspannungsangeboten - Massagen, Fango- und Moorpackungen oder auch Aquagymnastik - sowie umfassender medizinischer Vorsorge wählen können. In Form von Kurzkuren werden Alltagsleiden wie mangelnde Fitness oder leichtes Übergewicht behandelt, aber auch präventiv Herz-Kreislauf- oder Diabetes-Erkrankungen.

3. Naturheilen und Sterne-Gastronomie

BollAnt`s im Park im beschaulichen Bad Sobernheim vermarktet sich als Romantikhotel mit Vital Spa und Medical Wellness-Angebot. Für die Gäste bedeutet das auf der einen Seite Schlemmen im Sternerestaurant "Passione Rossa", gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, sich bei Indikationen wie rheumatischen, gynäkologischen, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechsel-Erkrankungen sowie bei Erkrankungen des Skelettsystems, des Verdauungstraktes, der Atmungsorgane, bei Allergien, allgemeiner Leistungsschwäche oder auch zur Rekonvaleszenz behandeln zu lassen.

Der Schwerpunkt liegt auf Naturheilverfahren, die ergänzend zur Schulmedizin verstanden werden. "Zurück zur Natur" heißt das Motto der im Mittelpunkt stehenden "Felke-Therapie", basierend auf den Elementen Licht, Luft, Wasser und Erde.

4. Gesundheit als nachhaltiges Ziel

Im Prinzip wären ausgefallene Architektur, stylishes Design, puristisches Lifestyle-Ambiente und herrliche Landschaft Grund genug, um ein paar Tage im Lanserhof abzusteigen - doch das Gesundheitsmedizin- und Therapiezentrum in der Nähe von Innsbruck bietet dem Erholung Suchenden weit mehr als "einfache" Entspannung und Urlaub. Das Hotel ist an den speziellen Bedürfnissen seiner Gäste orientiert: Die Gesundheit des Menschen wird als Ganzes gesehen, weswegen nicht nur einzelne Symptome behandelt, sondern Körper, Geist und Seele gleichermaßen verwöhnt und stimuliert werden.

Ob Prävention oder Regeneration, Entschlackung oder Fitness, klassische oder naturheilkundliche Medizin - das Programm ist so vielfältig wie die Wünsche der Gäste. Gemeinsam wird ein Ziel erarbeitet, das bereits zwei Wochen im Vorfeld von den Gästen verfolgt werden muss. Ein anschließend mindestens dreiwöchiger Aufenthalt im Lanserhof folgt. Ein Team aus Ärzten, Therapeuten und Spezialisten steht dabei dem gesundheitsorientierten Urlauber mit individuellen Ratschlägen zur Seite, um auch nach den Ferien so gesund wie möglich zu leben.

Prognose des Zukunftsletters:

Kein Touristikveranstalter, kein Ferienort oder Hotel kann sich dem Thema Gesundheit auf Reisen heute noch entziehen. Das Luxusgut wird zum entscheidenden Faktor beim täglichen Einkauf ebenso wie bei der Gestaltung des Urlaubs. Ob Kurz-Kur oder Langzeitferien:

Urlauber wünschen sich in erster Linie Angebote, die sich positiv auf ihre Work-Life-Balance und damit auf ihre Gesundheit auswirken. Von dem neuen Health Empowerment können die Reisebranche und insbesondere auch die Kurorte profitieren, wenn sie es schaffen, die Grenze zwischen krank und gesund, zwischen Patient und Gast einzureißen.

 

 

Air-robics: Warum sich der Megatrend Gesundheit immer stärker im Flug-Business durchsetzt

Nachdem Travel Spas auf den Airports mittlerweile Normalität sind - etwa am Londoner Flughafen Heathrow oder am New Yorker JFK International Airport, müssen Reisende ab sofort auch in der Luft nicht mehr auf Entspannungs- und Relaxprogramme verzichten. Der Zukunftsletter stellt Ihnen hier die interessantesten Beispiele vor:

  • Ein Direktflug der Singapore Airlines von Südostasien nach New York dauert 18 Stunden, welche den Fluggästen ab jetzt so angenehm wie möglich gestaltet werden: Trainingseinheiten können über das Bordprogramm abgerufen werden, und an Bars können sich Passagiere verabreden und Meetings abhalten.
  • Wer mit JetBlue fliegt, bekommt eine Flying Pilates Card, auf der (in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Fitness-Studio Crunch) Übungen zusammengestellt sind, die sich im Sitzen ausführen lassen.
  • Ähnlich ist der Ansatz bei Song, der Low-Budget-Tochter von Delta Airlines: Hier werden auf dem Flug "Fitness Packs" verkauft, die ein Thera-Band und einen kleinen Gymnastikball enthalten - sowie die Anleitung für ein 15-minütiges "Strength-and-Stretch-Workout".
  • Aber nicht nur Fluggesellschaften haben den Trend zu Sport an Bord entdeckt: Da gibt es das Tranquil Moments Sound-Therapy System (von www.brookstone.com), batteriebetriebene Massage-Slipper (www.homedics.com), die InnerPulse Mind Machine (erhältlich bei www.photosonix.com), ein Inhalationsgerät (www.learningmeditation.com) oder auch einen Massaging Pen (www.gadgets.co.uk) für eine Schläfenmassage über den Wolken.
  • Und schließlich verschafft das Bedürfnis nach Wohlgefühl während einer Fernreise auch den Pharma-Herstellern zu immer größeren Umsätzen: Die neuesten Anti-Jetlag-Mittel wirken kürzer als die bislang bekannten Melatonin-Präparate - erleichtern also den Schlaf an Bord, ohne anhaltende Müdigkeit am Zielort auszulösen.

Trendprognose des Zukunftsletters:

Erholungs- und Entspannungs-Angebote sind aus kaum einem Lebensbereich mehr wegzudenken. Nun hat die Wellness-Industrie auch die Luftfahrt erreicht - mit gutem Grund: Gerade Vielflieger wie etwa Geschäftsreisende möchten ihren Aufenthalt vor Ort möglichst kurz gestalten. Jetlag und Müdigkeit können dank der neuen luftigen Wellness-Zonen gemindert werden. Angebote, die auf dankbare Abnehmer treffen und den Airlines Zusatzeinnahmen bescheren.

 

 

Die neuesten Tricks und Methoden, mit denen Sie den Mitarbeiter Ihrer Träume finden

Wer heute eine Stelle ausschreibt, muss mit einer Flut von Bewerbungen rechnen. Doch welcher Kandidat der richtige ist, wird nicht immer sofort klar. Neue Methoden und Erkenntnisse helfen, Licht ins Bewerber-Dunkel zu bringen. Lesen Sie hier in diesem Beitrag aus dem Zukunftsletter, wie Sie in Zukunft neue Mitarbeiter finden:

Millionenmarkt Human Resources: Renitente Mitarbeiter sind ein erheblicher Kostenfaktor

Selbst wenn das Wort Humankapital im vergangenen Jahr zum Un-Wort gekürt wurde, zeigt es doch zumindest eines an: Der Mensch spielt in den Arbeitsprozessen der Zukunft eine immer größere Rolle. Und genau das macht die Auswahl des geeigneten Personals so wichtig.

Und auch so teuer: Eine Studie der Beratungs-Unternehmen FutureFoundation.net aus den USA und SHL.com aus Großbritannien hat ergeben, dass schlechte und renitente Mitarbeiter die Unternehmen in England insgesamt 22 Milliarden Dollar pro Jahr kosten und in den Vereinigten Staaten gar mehr als 100 Milliarden.

Nicht umsonst also wächst etwa in den USA die Personal-Testing-Branche jährlich um knapp 10 % - 400 Millionen Dollar Umsatz werden mit der Dienstleistung generiert, die Arbeitgeber bei ihrer Suche nach geeignetem Personal unterstützt.

Employer Branding: Internet bringt Masse - Printanzeige Klasse

Doch wo suchen Unternehmen am besten nach neuen Mitarbeitern? Früher war diese Frage schnell beantwortet: Wer einen Job zu besetzen hatte, schaltete eine Anzeige im Stellenmarkt einer Tageszeitung. Doch mit dem Großwerden der Konkurrenz im Internet gerieten die Anzeigenteile immer dünner. Die anfangs drastischen Einbußen der Zeitungen reduzieren sich allmählich. Und so war im Jahr 2004 nur noch ein Minus von 9 % zu verzeichnen.

Eine Untersuchung der Werbeagentur Westpress ergab, dass beide Medien ganz unterschiedliche Vorteile besitzen: So zieht eine Online-Stellenanzeige zwar mehr Bewerbungen nach sich, die Schaltung in einer der gedruckten Stellenbörsen bringt allerdings die deutlich besser gebildeten Bewerber hervor.

Zudem werden in den Wochenendausgaben der großen Tageszeitungen auch die latent Wechselwilligen erreicht, die den Stellenmarkt aus Interesse durchblättern. Das wiederum erlaubt es den Unternehmen, sich als attraktive Adresse zu empfehlen, ermöglicht also das so genannte Employer Branding.

Mit Gehirn-Scans und Gencodes dem kompetentesten Bewerber auf der Spur

Und was tun nach dem ersten Sichten der potenziellen neuen Mitarbeiter? 89 der Fortune-Top-100-Firmen setzen heute bei der Auswahl ihres Personals auf den bewährten Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI), mit dem sich insgesamt 16 verschiedene Typen von Mitarbeitern identifizieren lassen.

Daneben haben sich der Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI) sowie der NEO Five Factor Inventory bewährt - um neben der rein fachlichen Qualifikation auch die bewährten Social Skills, wie Lern- und Sozialkompetenzen, Gewissenhaftigkeit und Extraversion, zu bestimmen - Kompetenzen, die in Zukunft mit Hilfe neuer bildgebender Hirnforschungs-Verfahren noch weiter ins Zentrum der Personalauswahl rücken werden.

Vor allem in den USA, etwa an der State University of New York und der University of Pennsylvania, arbeiten die Wissenschaftler an Methoden, mittels Brain Scan Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ziehen zu können."Es hat sich gezeigt, dass Unterschiede in der Persönlichkeit ganz unmittelbar mit der Art und Weise korrespondieren, mit der Informationen im Gehirn eines Menschen weiterverarbeitet werden", so die Psychologie-Professorin Martha Farah. Zudem gibt es bereits Ansätze, den Gencode zur Bewertung qualifizierter Angestellter heranzuziehen.

Trendprognose des Zukunftsletters:

Die Abteilung Human Resources bekommt in Zukunft immer mehr Verantwortung. Die große Bedeutung, die dem Humankapital in der Wissens- und Dienstleistungswirtschaft der Zukunft zukommt, lässt die Forschungen und Umsätze in diesem Segment schon kurzfristig stark wachsen. Doch in jedem Fall sollten die neuen Methoden - vom Hirn-Scan bis zum Gen-Check - immer in Kombination mit klassischen Gesprächen und kognitiven Testverfahren zum Einsatz gebracht werden, um nicht den Menschen hinter dem Datenmaterial aus dem Auge zu verlieren.

 

 

Das Nervensystem der höchsten Gebäude der Welt

Mit der weltweit stark wachsenden Stadtbevölkerung steigen auch die Ansprüche an Wohnraum, Büro- und Produktionsflächen. In Asien machen sich heute die höchsten Bürobauten der Welt gegenseitig Konkurrenz, ob die Petronas Towers in Kuala Lumpur mit 452 Metern Höhe oder das World Financial Center in Schanghai mit 460 Metern. Die vernetzte Versorgung von Hochhausgiganten wird immer mehr zum Big Business. Der Zukunftsletter nennt Ihnen hier 3 Beispiele:

1. Rundum mit Vernetzungstechnologie versorgt ist auch der Taipei 101

Der Turm, der 500 Meter hoch in den Himmel über der taiwanesischen Hauptstadt ragt, ist das höchste Gebäude der Welt. Die Stränge dieses Nervensystems - made by Siemens - laufen im Kontrollraum des Turms zusammen. Dort leuchten Monitore, auf denen die Mitarbeiter alles im Blick haben: die Überwachungskameras, Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme, Luftdruck in den Treppenhäusern.

Richtiger Luftdruck verhindert, dass bei einem Brand Rauch aufsteigen kann. Zudem wacht das System über alle Lebensrettungssysteme: Im Ernstfall schließt es die Brandschutzklappen. Bei einem Stromausfall startet das System die Notstromgeneratoren.

2. Krisenbewältigung im Katastrophenfall

Wie können die Bewohner eines extrem hohen Gebäudes informiert und evakuiert werden, ohne dass eine unkontrollierbare Panik ausbricht? Die Lösung der Gebäudeautomation: ein genau abgestuftes Evakuierungssystem, das auf mehrere untereinander vernetzte Sicherheitszentralen und vor allem auf vorprogrammierte Notfallszenarien zurückgreift, die in den Leitrechnern für alle denkbaren Fälle gespeichert sind.

3. Externe Kontrollen und Nachrichten im Aufzug

Über Datenleitung werden immer mehr Energieanlagen, Kommunikationsnetze oder Alarm- und Notfallsysteme von spezialisierten Fachkräften aus der Ferne überwacht. Bei Bedarf können sie sich innerhalb von Sekunden in das betreffende Netz einwählen, um eventuelle Fehler zu lokalisieren und, falls möglich, zu beheben.

Auch das Infotainment geht in Wolkenkratzern neue Wege: Bildschirme über der Tür bieten Aufzugfahrern Wetternachrichten und Werbung, Staumeldungen, Sportergebnisse und Aktienkurse - heruntergeladen aus dem Internet.